2.681 Einsätze für die Lebensretter aus der Luft in Oberösterreich 2021
OÖ/HÖRSCHING. Ob Verkehrsunfall, Herzversagen oder Corona-Notfallpatient – wenn es um jede Minute geht, machen die Crews der ÖAMTC-Flugrettung keinen Unterschied. Sie sorgen dafür, dass die Patienten auf schnellstem Wege versorgt werden. Tips hat bei Stützpunktleiter Wolfgang Hießböck nachgefragt und das vergangene Jahr Revue passieren lassen.

Auch im Corona-Jahr 2021 war Verlass auf die Lebensretter aus der Luft. In Oberösterreich wurden Christophorus 10 und Christophorus Europa 3 zu insgesamt 2.681 Einsätzen alarmiert – dies sind rund zehn Prozent mehr als 2020. „Diese Einsatzdichte ist nur dank der hohen Professionalität und des großen Engagements der Crews möglich“, zollt Reinhard Kraxner, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung, den Mitarbeitern Respekt. Am 1. April 2001 übernahm die ÖAMTC-Flugrettung den Standort in Hörsching. „Über 20.000 geflogene Einsätze belegen die Erfolgsstory des Flugrettungsstandortes in Linz“, freut sich Stützpunktleiter Captain Wolfgang Hießböck. „Über die Jahre ist C10 so zu einem wesentlichen Bestandteil der überregionalen Notfallrettung geworden.“
Niveau wie vor Corona
Bei 2.126 sogenannten Primäreinsätzen brachten Christophorus 10 und Christophorus Europa 3 Notarzt und einen Flugretter zur schnellen Hilfe direkt an den Notfallort. War das Jahr 2020 aufgrund der Pandemie etwas schwächer, ist die Zahl der Einsätze 2021 wieder auf dem Stand der letzten Jahre angekommen. „Grundsätzlich entscheidet die Leitstelle des Roten Kreuzes, welcher Notarzt gerufen wird“, weiß Hießböck, auch wenn die Gefahrenlage und Schwere der Verletzungen am Telefon nach einem Notruf oft schwierig zu entscheiden sind. „Hauptsächlich werden wir natürlich zu Einsätzen in Gebiete gerufen, in die kein Auto hinkommt. Im Linzer Raum hatten wir nur sehr wenige Flüge, da dort die Dichte an bodengebundenen Notärzten höher ist. Außerdem ist es im Stadtgebiet für uns natürlich schwierig zu landen.“
Am häufigsten (54 Prozent der Einsätze) wurden C10 und CE3 zu internistischen und neurologischen Notfällen gerufen. Unfälle in der Arbeit, im Haushalt, in der Schule oder in der Freizeit waren bei rund 20 Prozent der Einsätze der Grund für die Alarmierung eines Hubschraubers. Verkehrsunfälle wiederum machten lediglich rund sieben Prozent der Einsätze aus. Zehn Personen mussten zum Teil unter schwierigsten Bedingungen mittels Taubergung aus unwegsamem Gelände geborgen werden. Hinzu kommen auch 305 Sekundäreinsätze – dabei handelt es sich um äußerst dringende Verlegungsflüge von Krankenhaus zu Krankenhaus, um Patienten eine spezielle Versorgung zu ermöglichen. „Besonders nach Tauchunfällen oder bei Brandwunden werden wir oft für Überstellungen angefordert“, so der Hörschinger Stützpunktleiter.
Schwierige Bedingungen
Die Hauptschwierigkeit der Flugretter stellt das Wetter dar. Wird grundsätzlich bei fast allen Bedingungen geflogen, muss der Pilot bei raschen Änderungen der Wetterlage wichtige Entscheidungen treffen. „Auch nach über 20 Jahren Erfahrung im Helikopter kann es vorkommen, dass nach der Landung dichter Nebel einfällt und einen Start unmöglich macht“, so Hießböck. „Dann muss schon einmal ein Rettungswagen umfunktioniert werden und ein Notarzt von unserer Crew übernimmt am Boden die weitere Versorgung. Bei aller Routine wünscht sich Wolfgang Hießböck, dass oft mehr Respekt gegenüber den Patienten gezeigt wird: „Wenn Schaulustige mit dem Handy herkommen, kann es auch gefährlich werden“, so der Pilot.
Besondere Wertschätzung
Es gab auch im vergangenen Jahr Einsätze, die positiv in Erinnerung bleiben, wie nach einem Hagelunwetter, das viele Dächer schwer beschädigte. Ein junger Familienvater stürzte bei Reparaturarbeiten ab und zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu. „Das war sicher ein besonderer Einsatz“, erinnert sich Hießböck. Auch, weil er danach einen Dankesbrief der Familie erhielt, die überglücklich war, dass der Vater auf dem Weg der Besserung ist und ihr durch das rasche Eingreifen aller Rettungsorganisationen „erhalten“ geblieben ist.
Österreichweit im Einsatz
„Unsere 17 Hubschrauber flogen in Österreich 19.253 Einsätze. Das sind elf Prozent mehr als im Jahr 2020.“ Möglich gemacht haben diese eindrucksvolle Bilanz die Piloten, Notärzte und Flugretter der ÖAMTC-Flugrettung. „Aber auch die perfekt abgestimmte Teamarbeit mit dem Roten Kreuz und der Bergrettung ist in Oberösterreich ein wesentlicher Garant für die qualifizierte Hilfe aus der Luft“, bedankt sich Reinhard Kraxner bei den Partnerorganisationen.


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