Leondinger HTL-Schüler ist Staatsmeister: Weltspitze als nächster Kontrahent
LEONDING. Schaltungen berechnen, Messübungen am Oszilloskop und noch mehr Aufgaben stellte sich der Schüler Lorenz Herzog bei den „Austrian Skills 2022“. Damit konnte er im Bereich „Electronic Prototyping“ den Staatsmeistertitel holen und darf nun zur Weltmeisterschaft nach Shanghai fahren.

Damit geht der Staatsmeistertitel im Bereich Elektronik bereits zum zweiten Mal in Folge an die HTL Leonding, denn auch beim letzten Bewerb im Jahr 2018 konnten Schüler der Abteilung Elektronik und Technische Informatik mit dem Staats- und Vizestaatsmeistertitel große Erfolge feiern. Der 19-jährige Schüler Lorenz Herzog, der die Klasse 5AHEL der HTL Leonding besucht, konnte nun beim diesjährigen Bewerb seine Kenntnisse in den Bereichen Programmieren, Hardware-Entwicklung, Assembling (Aufbau eines Prototypen), Messtechnik und Fehleranalyse unter Beweis stellen. „Die Aufgaben beim Bewerb waren schon anspruchvoll, besonders da einige Themengebiete vorkamen, die nicht direkt im HTL-Unterricht behandelt wurden. Weiters war natürlich auch das Wettbewerbssetting etwas ganz Neues, genauso wie der Zeitdruck. Während des Wettbewerbs wurde ich sogar absichtlich abgelenkt, um die Atmosphäre bei internationalen Bewerben zu simulieren“, erzählt der Schüler, der heuer die Matura absolvieren wird.
Frühe Leidenschaft
Die Kandidaten der „Austrian Skills 2022“ mussten sich in unterschiedlichsten Bereichen beweisen. Bei den Aufgabenstellungen mussten unter anderem Schaltungen berechnet, Bauteile auf eine Platine gelötet, Hardware verkabelt und ein Microcontroller programmiert werden. Mit Elektronik beschäftigte sich der nun amtierende Staatsmeister schon vor der HTL. Das Interesse wurde von seinem Vater gefördert, der ebenfalls eine HTL besuchte und ein technisches Studium abschloss. Besonders gefällt Lorenz an der Elektronik die Kombination aus Praxis und Theorie: „Es gibt unzählige Theorien und wissenschaftliches Hintergrundwissen, mit denen man sich beschäftigen kann. Auch die komplexesten Schaltungen können mathematisch klar berechnet werden. Gleichzeitig ist das Endprodukt aber fast immer etwas Greifbares, das mit der echten Welt interagiert.“
Erst Matura, dann Weltmeisterschaft
Als amtierender Staatsmeister wird Lorenz Österreich nun bei den „World Skills“ im Oktober 2022 in Shanghai vertreten. Momentan will er sich aber erstmal auf die bevorstehende Matura konzentrieren. „In den Sommerferien wird dann natürlich viel trainiert und geübt werden. Die Vorbereitung besteht aus vielen unterschiedlichen Aufgaben, da auch im Bewerb viele verschiedene Fähigkeiten gefragt sind. Deswegen werde ich großteils ähnliche Aufgaben wie im Bewerb lösen, um mich spezifisch darauf vorzubereiten“, so der 19-Jährige.
Messen mit den Weltbesten
Begleitet wird er bei den Vorbereitungen von Simon Dorrer, der ebenso Staatsmeister bei den „Austrian Skills“ wurde und auch bei den „World Skills“ ein gutes Ergebnis erreichte. Er wird Lorenz mit Übungsaufgaben versorgen und ihm helfen, Fehler auszubessern. „Auf die Weltmeisterschaft freue ich mich natürlich schon, einerseits auf die vielen neuen Erfahrungen und die Reise ins Ausland, aber natürlich auch auf den Bewerb selbst und das Antreten gegen die Weltspitze in meinem Bereich“, erzählt der Elektronik-Begeisterte.


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