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TRAUN. Seit mittlerweile 15 Jahren bietet die sozialpädagogische Wohngemeinschaft Camino in Traun jungen Burschen Halt und Unterstützung, die auf ihrem Lebensweg mit großen Hürden kämpfen. Für diese Jugendlichen, die aus schwierigen Verhältnissen stammen, steht das engagierte Team der Wohngemeinschaft (WG) als Wegbegleiter bereit, um ihnen Orientierung zu geben und den Weg in ein selbstständiges und erfülltes Leben zu ebnen.

Sophia Schöllerbacher, Leiterin der WG Camino (Foto: Diakonie Zentrum Spattstraße)
Sophia Schöllerbacher, Leiterin der WG Camino (Foto: Diakonie Zentrum Spattstraße)

„Die Jungs, die zu uns kommen, bringen oft eine komplexe Mischung aus Problemen mit: schwierige Familienverhältnisse, Schulprobleme, psychische Belastungen, ungünstige Sozialkontakte“, erklärt Sophia Schöllerbacher, die Leiterin der WG. Neun Burschen im Alter von 12 bis 18 Jahren finden hier ein Zuhause, wo sie Unterstützung bei ihrer Ausbildung oder Schulbildung erhalten. Gleichzeitig werden ihre individuellen Stärken gefördert, damit sie in einer schwierigen Lebensphase wieder Stabilität gewinnen können.

Einer dieser Jugendlichen ist Jan, der im Alter von 14 Jahren in die WG Camino kam, nachdem die Konflikte in seiner Pflegefamilie untragbar wurden. Zunächst zog sich Jan zurück und brauchte Zeit, um Vertrauen zu fassen und das Erlebte zu verarbeiten. „Es war, als müsse er erst einmal tief Luft holen und einfach nur schlafen, um die seelische Erschöpfung loszuwerden“, erinnert sich Schöllerbacher.

„Anfangs wollte ich einfach nur meine Ruhe haben“, erzählt Jan. „Es ging mir wirklich schlecht. Alles wurde mir zu viel, und ich konnte morgens kaum aus dem Bett.“ Doch mit der Zeit und durch die Unterstützung der Betreuer fand Jan langsam zu sich selbst zurück. Besonders das Klettern half ihm, neues Selbstvertrauen zu gewinnen. „Es fühlt sich einfach großartig an, die Wand selbst hochzuklettern“, sagt Jan stolz. „Mein Betreuer ist immer dabei, und ich habe gelernt, seine helfende Hand anzunehmen. Das war nicht immer einfach, aber jetzt weiß ich: Wenn ich etwas wirklich will, kann ich es schaffen.“

Positiver Plan für die Zukunft

Die erlebnispädagogischen Angebote der WG, wie Klettern und Zeltwochenenden, sind ein wichtiger Teil des Konzepts. „Diese Aktivitäten fördern genau die Fähigkeiten, die die Jungs brauchen, um sicherer auf eigenen Beinen zu stehen“, erklärt Schöllerbacher. „Sie lernen, sich Herausforderungen zu stellen, Hilfe anzunehmen, zu reflektieren und auch mit Rückschlägen umzugehen.“

In der Gemeinschaft lernen die Jugendlichen nicht nur viel über sich selbst, sondern auch, wie sie ihren Alltag meistern können. Kochen, Ordnung halten, Termine einhalten und Selbstpflege sind nur einige der praktischen Fertigkeiten, die sie für ein eigenständiges Leben benötigen.

Heute ist Jan fast 17 Jahre alt und hat einen klaren Plan für seine Zukunft: Er will Horthelfer werden und hat sich bereits für einen entsprechenden Lehrgang angemeldet. „Ich bin stolz darauf, dass ich jetzt sagen kann, was die nächsten Schritte sind und wie mein Weg weitergeht“, sagt er lächelnd.


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