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HÖRSCHING. Inspiriert von der Kreuzigungsgruppe im linken Seitenschiff der Hörschinger Kirche, besonders von den Wundmalen Christi, hat die Theologin Marion Grubelnik das heurige Fastentuch entwickelt. 

 (Foto: Michael Pozar)
(Foto: Michael Pozar)

Die Theologin Marion Grubelnik erklärt den Hintergund zum heurigen Fastentuch in der Pfarrkirche Hörsching:

Das Fastentuch – in Anklang an die Kleidung zur Zeit Jesu und an grobe Büßergewänder – ist eine echte „Leinwand“ aus handgewebtem, altem Bauernleinen, gestiftet von Gertraud und Johann Putz aus Großenschwandt.

Eine Leinwand ist aber auch eine Projektionsfläche: In der heurigen Fastenzeit soll die Darstellung zum Nachdenken über Stigmata anregen – Wundmale, Verwundungen, wunde Punkte, soziale Makel und Etikettierungen.

Mit roten Stoffen wird in Anspielung auf die Seitenwunde Christi eine klaffende Wunde wie ein Riss über das Fastentuch gezogen. Der Schriftzug „Stigmata“ ist in roter Baumwolle in Kreuzstichtechnik auf weißem Aida-Gewebe in Form eines großen Pflasters aufgenäht.

Die Kreuzstichtechnik birgt eine mehrfache Symbolik:• Kreuze als Folterwerkzeuge• Viele kleine Nadelstiche bewirken große Verletzungen• Stiche stehen für das Nähen, aber auch für das Zufügen von Wunden• Kreuzstich als alte bäuerliche Handwerkstechnik, passend zum alten Leinen

In der Passionsmystik spricht man von Stigmata beim unfreiwilligen, somatisch sichtbaren Auftreten oder beim unsichtbaren Schmerzempfinden der Wundmale Christi an Lebenden, zum Beispiel beim heiligen Franziskus.

Die Betrachtung des Fastentuchs kann in der Vorbereitung auf das Osterfest zum Nachdenken anregen:• Wem habe ich Verwundungen zugefügt?• Was sind meine wunden Punkte?• Wo begegne ich stigmatisierten Personen?• Wann, wo und in welchen Fällen soll ich den Finger in die Wunde legen?• Welche Pflaster kann ich aufkleben?• Ist für mich Jesu Kreuzestod das Pflaster auf all meine Wunden?


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