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ENNS/WIEN. Zwischen Flughafen-Schaltern, Backstage-Gängen und Besucherschleusen haben Jana Varga-Steininger und Susanna Anast aus Enns den Eurovision Song Contest (ESC) in Wien nicht nur gesehen, sondern mitgetragen. Als Volunteers standen sie dort, wo es hektisch wird, bevor die Kameras laufen – und dort, wo das Publikum nur selten hinschaut. „Es war unbeschreiblich – ich war zeitweise richtig geflasht“, sagt Varga-Steininger rückblickend.

Trotz 10.000 Besuchern herrschte bei den Freiwilligen beste Stimmung. (Foto: privat)
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Jana Varga-Steininger hatte sich nach einer Online-Bewerbung und einem Casting in Wien zunächst als Delegation Host beworben – scheiterte jedoch an zeitlichen und organisatorischen Voraussetzungen. „Ich musste dankend absagen“, erzählt sie. Stattdessen wurde sie für verschiedene Volunteer-Schichten eingeteilt – und genau das sei für sie „das Interessanteste“ gewesen.

Susanna Anast wiederum kam über eine gezielte Bewerbung als Delegation Host ins ESC-Team. Nach Videos, Casting im ORF-Funkhaus und der raschen Zusage betreute sie schließlich die Delegation von San Marino. „Ihr seid die Good Vibe Officers“, sei beim ersten Briefing gesagt worden – ein Motto, das sich durch ihre gesamte Woche zog.

Flughafen, Backstage, Besucherschleusen

Varga-Steininger begann am Flughafen Schwechat, wo sie Delegationen empfing und Besuchern Orientierung gab. Später folgten Backstage-Führungen mit strengen Regeln: keine Handys, kein Fotografieren. „Ich habe den gesamten Hintergrund und die Logistik gesehen“, sagt sie – ein Blick hinter die Kulissen, der ihr den Aufwand eines Großevents erst richtig bewusst machte. Weitere Einsätze führten sie zu den E-Lockers, wo Taschen wegen der No-Bag-Policy verwahrt wurden, und schließlich zu den Besucherschleusen. „Standing? Seating? North? South? Enjoy the show“, habe sie dort zwei Stunden lang immer wieder gesagt – während rund 10.000 Menschen rasch in die Halle geleitet wurden.

„Good Vibe Officers“ mit internationalen Gästen

Für Susanna Anast bedeutete der ESC vor allem die Arbeit mit ihrer Delegation. Sie begleitete Künstler, Tänzer und Medienvertreter zu Proben, Shows und Terminen. Zu ihren Gästen zählten unter anderem Senhit und Pop-Ikone Boy George. „Die Künstler waren sehr professionell, sehr umgänglich und wirklich easy going“, erzählt sie. Ein emotionaler Moment blieb besonders hängen: das Ausscheiden San Marinos im Semifinale. „Als ich meine Enttäuschung nicht verbergen konnte, haben mich die beiden Künstler herzlich gedrückt und getröstet.“

Kälte, Chaos – und der ganz besondere „ESC spirit“

Nicht nur die Abläufe, auch das Wetter forderte die Volunteers. „Eisheilige, richtig kalt, nass, unfreundlich – brrr“, beschreibt Varga-Steininger die Tage im Freien. Trotzdem habe die Organisation gut funktioniert: Einschulungen, Mails, Essen und Rückzugsräume im Volunteer-Center hätten den Einsatz erleichtert, auch wenn es zwischendurch chaotisch gewesen sei. Beide betonen die besondere Stimmung rund um das Event. „Der ESC spirit war überall spürbar“, sagt Anast. Für sie sei es vor allem um das gemeinsame Erlebnis gegangen – „United by Music“ nicht nur als Motto, sondern als Erfahrung mit Menschen aus ganz Europa.

Heimfahrt mit Uniform und ein Maskottchen als Erinnerung

Varga-Steininger pendelte täglich von Enns nach Wien – und erlebte dabei auch im Zug unerwartete Begegnungen, wenn sie in ihrer Volunteer-Uniform unterwegs war. Ein besonderes Souvenir: das ESC-Maskottchen „Auri“, das sie bei der Farewell-Party gewann. Am Ende bleibt für beide Frauen vor allem eines: Dankbarkeit. „Ich habe viele neue Leute kennengelernt und viel gesehen“, sagt Varga-Steininger. Und auch wenn es für Susanna Anast ein „Once in a Lifetime“-Erlebnis war, bringt sie es noch klarer auf den Punkt: „Ja, sofort und immer wieder“.


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