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Bemerkenswertes Stück Zeitgeschichte kehrt heim nach Traun

David Ramaseder, 23.05.2024 11:46

TRAUN. Ein Koffer, der Geschichte atmet: Willibald Kraml, einst Kriegsgefangener in den USA, fertigte während seiner Internierung einen Koffer an, der ihn in seine zweite Heimat begleiten sollte. Jahrzehnte später entdeckt, führt das historische Gepäckstück nun Vater und Sohn zusammen und findet seinen Platz im Museum Steinhumergut.

Bürgermeister Karl-Heinz Koll (l.) und Museumsleiter Georg Sayer (r.) mit Familie Kraml. (Foto: Stadtarchiv Traun)
Bürgermeister Karl-Heinz Koll (l.) und Museumsleiter Georg Sayer (r.) mit Familie Kraml. (Foto: Stadtarchiv Traun)

Der Trauner Spengler Willibald Kraml geriet als Angehöriger der Deutschen Wehrmacht bei der Invasion 1944 in britische Kriegsgefangenschaft. Nachdem die englischen Gefangenenlager überfüllt waren, wurde er in die USA gebracht und in einem Camp der US-Army in der Nähe der Niagara-Fälle interniert. Schon bald begann er, gemeinsam mit einem Amerikaner, als Spengler verschiedene Reparaturen für die umliegenden Farmer, die oft noch deutschsprachig waren, durchzuführen.

Er beschloss daher, sich zusammen mit seinem US-Partner nach dem Krieg selbständig zu machen. Aber er wurde, wie es die internationalen Vereinbarungen vorschrieben, nach Ende des Krieges in seine Heimat, nach Traun, zurückgebracht.

Für den Fall seiner Rückkehr in die USA hatte er vorher einen Koffer hergestellt, versehen mit Namen „Willibald Kraml“ und der Nummer seiner Erkennungsmarke, auch Hundemarke genannt. Der Koffer wurde bei seinem US-Freund eingestellt und nach dem Tod des Mannes von dessen Sohn gefunden.

Mithilfe einer Historikerin und der Kennnummer wurde der Sohn von Willibald Kraml, Willibald Kraml jun., ausfindig gemacht. Während einer Reise in die USA holte Willibald Kraml jun. den Koffer ab und brachte ihn nach Österreich. Der Koffer wurde nun in Anwesenheit von Bürgermeister Karl-Heinz Koll und Willibald Kraml jun. dem Museum Steinhumergut übergeben.


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