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Trauner erreichte bei Ultra-Distanz-Radrennen nach knapp 80 Stunden das Ziel 

Gugler Marvin, 02.09.2026 13:59

TRAUN. Nach rund 1.000 Kilometern, 16.000 Höhenmetern und knapp 80 Stunden im Sattel erreichte Manuel Pichlmüller aus Traun beim Ultra-Distanz-Radrennen „Race Across Austria – East to West 2026“ das Ziel. Neben dem erfolgreichen Finish durfte er sich über Platz 54 in der Gesamtwertung und Platz 13 in seiner Kategorie freuen.

Manuel Pichlmüller sicherte sich den 54. Platz bei Race Across Austria. (Foto: RACA, Stefan Wagner)
  1 / 6   Manuel Pichlmüller sicherte sich den 54. Platz bei Race Across Austria. (Foto: RACA, Stefan Wagner)

Durch die Nacht, über zahlreiche Alpenpässe und immer wieder an die eigenen körperlichen und mentalen Grenzen: Das Race Across Austria verlangte Manuel Pichlmüller alles ab. Sein großes Ziel war von Beginn an klar – das Abenteuer erfolgreich zu beenden. Am Ende stand nicht nur das ersehnte Finish, sondern ein Ergebnis, auf das der Trauner besonders stolz ist. 

„Hinter diesen 1.000 Kilometern und rund 16.000 Höhenmetern steckt eine lange Vorbereitung mit unglaublich vielen Trainingsstunden“, erzählt Pichlmüller. „Mein großes Ziel war einfach, dieses Abenteuer zu finishen. Dass daraus am Ende Platz 13 in meiner Kategorie und Platz 54 in der Gesamtwertung geworden ist, macht mich natürlich zusätzlich unglaublich stolz. Viel wichtiger ist für mich aber die Erkenntnis: Ich habe es geschafft.“

Überraschung mitten in der Nacht

Besonders in Erinnerung bleiben ihm die Begegnungen entlang der Strecke. Einer der emotionalsten Momente ereignete sich bereits in der ersten Nacht am Semmering. Mitten in der Nacht und bei Regen warteten dort Fans mit einem riesigen „Outdoor Pichl – Go West“-Plakat auf ihn.

„Ich hatte keine Ahnung, dass dort jemand auf mich wartet. Solche Momente und die vielen Menschen, die uns entlang der Strecke angefeuert haben, haben mir unglaublich viel bedeutet“, sagt Pichlmüller.

Auch der Zusammenhalt unter den Teilnehmern beeindruckte ihn. Trotz Renncharakter sei immer wieder nachgefragt worden, ob alles in Ordnung sei oder jemand Unterstützung brauche. „Ich hatte nie das Gefühl, dass man nur gegeneinander fährt.“

Wenn aus einem Powernap vier Stunden werden

Neben den vielen Höhenmetern wurde vor allem der Schlafmangel zur Herausforderung. Bereits an der Turracher Höhe machte sich nach der durchgefahrenen ersten Nacht die Müdigkeit deutlich bemerkbar. Ein kurzer Schlaf brachte die notwendige Energie zurück.

Noch länger fiel eine spätere Pause vor dem Kühtai aus. Eigentlich wollte Pichlmüller auf einer Bank nur kurz die Augen schließen. Einen Wecker stellte er allerdings nicht.

„Aus dem Powernap wurden vier Stunden“, erzählt er lachend. „Andere Teilnehmer und vorbeifahrende Autos haben wohl immer wieder gefragt, ob alles okay ist – ich habe davon nichts mitbekommen und anscheinend gemütlich weitergeschnarcht.“

Danach ging es mit neuer Energie weiter: hinauf aufs Kühtai und direkt in den Sonnenaufgang.

Kühe am Straßenrand gaben Kraft 

Gerade diese Wechsel zwischen Tiefpunkten und besonderen Momenten machten für ihn den Reiz des Rennens aus. „Ein Tief kann sich innerhalb kürzester Zeit wieder in ein Hoch verwandeln.“ Geholfen habe ihm dabei vor allem die Erfahrung, dass schwierige Phasen vorübergehen: Manchmal brauche es etwas zu essen, einen kurzen Schlaf oder einfach einen schönen Moment unterwegs.

Und gelegentlich auch eine kleine Ablenkung: „Die Kühe am Straßenrand haben mir ebenfalls viel Kraft gegeben“, erzählt Pichlmüller mit einem Augenzwinkern. „Besonders bei kleinen Kälbchen musste ich einfach stehen bleiben.“

Immer nur bis zum nächsten Pass

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus den knapp 80 Stunden: Körper und Kopf können deutlich mehr leisten, als man ihnen zunächst zutraut. Statt an die noch vor ihm liegenden hunderten Kilometer zu denken, konzentrierte sich Pichlmüller auf überschaubare Etappen.

„Ich habe versucht, immer nur an den nächsten Pass, Checkpoint oder Sonnenaufgang zu denken“, sagt er. „Und ich habe wieder gemerkt, wie sehr ich genau solche Herausforderungen liebe.“

Neben den Menschen beeindruckte ihn vor allem die Landschaft. Jeder Alpenpass habe seinen eigenen Charakter gehabt, besonders das Hahntennjoch blieb ihm in Erinnerung.

Unterstützer sahen über Livestream zu 

Warum man sich eine solche Herausforderung freiwillig antut, lässt sich für Pichlmüller ohnehin kaum von außen erklären: „Man friert, schwitzt, ist müde und kämpft – und wenig später erlebt man einen wunderschönen Sonnenaufgang in den Bergen und weiß wieder genau, warum man das macht. Man muss es einmal selbst erlebt haben.“

Sein gesamtes Abenteuer ließ Pichlmüller seine Unterstützer über einen Livestream unmittelbar miterleben. Sein Fazit nach 1.000 Kilometern fällt entsprechend kurz und deutlich aus: „Emotional. Grenzerweiternd. Unvergesslich.“

Und ein Ende seiner Ultra-Abenteuer scheint nicht in Sicht zu sein. Auf die Frage, ob er wieder beim Race Across Austria starten würde, muss Manuel Pichlmüller nicht lange überlegen: „Sofort! Ich habe definitiv Blut geleckt.“

Das Race Across Austria (RACA) ist ein Selbstunterstütztes Ultra-Distanz-Radrennen durch Österreich: Die Fahrer bewältigen je nach Variante rund 300 bis über 1.000 km und bis zu 16.000 Höhenmeter – ohne Begleitfahrzeug oder externe Hilfe. Verpflegung, Ausrüstung und Pausen organisieren sie selbst. Angeboten werden Race- und Adventure-Wertungen sowie verschiedene Strecken, darunter East to West und North-South. Das RACA richtet sich an ambitionierte Ultraradsportler ebenso wie an erfahrene Abenteuerfahrer. Dieses Jahr sicherte sich der 29-jährige Tiroler Philip Handl den ersten Platz. 


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