EU-Gemeinderäte machen Europa in Gemeinden in Linz-Land greifbar
LINZ-LAND. Die Europäische Union hat ihren Hauptsitz zwar in Brüssel, wirkt sich aber auf das Leben jedes Gemeindebürgers aus. Sechs Gemeinden im Bezirk haben einen oder mehrere EU-Gemeinderäte.

In Kirchberg-Thening, Neuhofen, Traun, Asten, Enns und Hofkirchen gibt es sogenannte Europa-Gemeinderäte. Dieses Amt basiert auf der Initiative „Europa fängt in der Gemeinde an„. Das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres sowie die Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich haben die Initiative 2010 ins Leben gerufen.
EU-Gemeinderäte sollen als Informationsdrehscheiben für EU-Themen in den Gemeinden agieren. In Traun ist Peter Aichmayr (SPÖ) Europagemeinderat.
Förderungen evaluieren
Peter Michael Breitenauer übt diese Funktion in Kirchberg-Thening seit Juni 2017 aus. Er ist seit 2015 Fraktionsobmann der SPÖ. „Ein Hauptanliegen von mir ist es, die vielen, teilweise sehr unübersichtlich gestalteten Möglichkeiten an Förderungen und Angeboten für uns als kleine Gemeinde zu evaluieren und auch zu nutzen“, sagt Breitenauer.
Als Beispiel nennt er das Projekt „WiFi4EU“, für das Kirchberg-Thening den Zuschlag bekommen hat. Bald soll es also auch in der kleinen Gemeinde einen öffentlichen Wlan-Hotspot geben.
Ansprechpartner sein
In Neuhofen bekleiden der SPÖ-Bürgermeister Günter Engertsberger und die SPÖ-Vizebürgermeisterin Gertraud Eckerstorfer seit Mai 2016 das Amt der Europagemeinderäte.
„Wir unterstützen die Initiative „Europa fängt in der Gemeinde an“ gerne, weil wir dadurch als erste Ansprechpartner in der Kommune für unsere Bewohner agieren. Viele Fragen zu EU-Themen können so direkt beantwortet werden“, sagt Engertsberger.
Er ergänzt: „Wir wollen die Menschen von der Sinnhaftigkeit eines gemeinsamen Europas überzeugen und rufen die Bevölkerung auf, ihre Überzeugung bei der Wahl kundzutun.“
Sich an der Erfolgsgeschichte beteiligen
Breitenauer ist besorgt über den Zustand der Europäischen Union: „Es gibt derzeit sehr viele Tendenzen, Europa in eine andere Richtung zu verändern. Nationalismen und engstirniger Egoismus einiger Staaten könnten der positiven Entwicklung Europas schaden. Solidarität sowohl unter den Nationalstaaten als auch in der Bevölkerung selbst sind wichtige Säulen des Zusammenlebens. Alleine die Tatsache, dass manche Länder zwar die Vorteile des gemeinsamen Wirtschaftsraumes nutzen, aber nicht bereit sind, selbst mehr beizutragen zeigt schon, dass mehr Einigkeit wichtig ist.
Er ruft die Bevölkerung dazu auf, zur Wahl zu gehen: „Daher sollten sich alle Bürger ihres Wahlrechtes besinnen und teilnehmen – nur eine große Wahlbeteiligung bringt ein wirklich repräsentatives Ergebnis zustande und mögliche, aber doch vorhandene, zerstörerisch wirkende Kräfte können so entkräftet werden. Die EU ist eine Erfolgsgeschichte, an der wir mitarbeiten dürfen.“


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