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ANSFELDEN. Die kika Filiale in Ansfelden wurde nach weitreichenden Umbaumaßnahmen vergangene Woche neu eröffnet. Tips hat die Gelegenheit genutzt, sich mit kika/Leiner CEO Reinhold Gütebier über den Zustand der Möbelbranche ausführlich zu unterhalten.

CEO Reinhold Gütebier (l.) mit Geschäftsleiter Jürgen Stieglitz von kika Ansfelden. (Foto: kika/Leiner)

Tips: Sie haben die Position als CEO bei kika/Leiner im Jahr 2018 angetreten. Wie war ihr Eindruck vom Unternehmen?

Reinhold Gütebier: Der Zustand des Unternehmens war sehr schlecht. Im Besonderen der Zustand der einzelnen Einrichtungshäuser, was die Warenpräsentation und die verwendeten Materialien betrifft. So habe ich mit meinen Kollegen eine Hercules-Aufgabe vorgefunden und übernommen.

Tips: Wurde eine qualitative Aufwertung des Auftretens der Einrichtungshäuser forciert?

Gütebier: Ich habe mich gewundert, dass der Anspruch des Kunden so damit zurechtkommt. Ich habe zwar saubere Ware gesehen, die hingestellt wird, aber das, was die heutige Zeit und die Zukunft dem Möbeleinzelhandel abverlangt, ist Inspiration. Nämlich innovative Einrichtungs- und Wohnideen dem Kunden zu vermitteln und qualifiziert Einrichtungsberatung bieten und nicht nur bedienen. Das ist das Entscheidende. Wir müssen unsere Häuser nicht auf heute, sondern bereits auf übermorgen ausrichten.

Tips: Wie zufrieden sind sie seit ihrem Antreten mit der wirtschaftlichen Entwicklung?

Gütebier: Die Geschäfsführung und ich persönlich sind ausgesprochen zufrieden. Wir haben das erste Geschäftsjahr im hohen zweistelligen Millionenbereich besser abgeschlossen, als es der Restrukturierungsplan vorgesehen hat. Wir haben das zweite Geschäftsjahr, gerade jetzt mit 30. September, abgeschlossen und haben unsere Planung – trotz Corona und Shutdown - vollumfänglich erfüllen können. Und das ist glaube ich herausragend. Dafür sind wir auch stolz, das erreicht zu haben, ohne Staatshilfen in Anspruch nehmen zu müssen.

Tips: Gab es sonst größere Schrauben, an denen sie gedreht haben?

Gütebier: Wir haben Personal eingestellt und werden in den nächsten zwölf bis 15 Monaten um weitere 200 Personen aufstocken. Außerdem wurde vorangetrieben, Auszubildende in größerem Umfang einstellen. Aber auch beim Thema Mitarbeiterschulungen haben wir viel unternommen.

Tips: Wie sehr hat Lockdown kika/Leiner getroffen?

Gütebier: Wenn sich ein Unternehmen, das sich in der Sanierung befindet, in so einer Situation keine Sorgen macht, das wäre sehr bedenklich. Aber wir haben das Vertrauen gehabt, dass genau der Effekt einsetzt – der dann später auch kam. Wir haben dann für uns entschieden, voll ins Risiko zu gehen. Sobald wir wussten, dass es wieder losgeht, haben wir rechtzeitig vorher alle Verkaufsmitarbeiter aus der Kurzarbeit geholt, damit wir den Kunden mit genügend Einrichtungsberatern gegenüberstehen um diese bedienen zu können. Und wir haben seitens des Marketings schon während des Lockdowns alle Vorkehrungen getroffen, um vom ersten Tag an mit der richtigen Werbung präsent zu sein.

Tips: Sind sie besser als die Konkurrenz damit zurechgekommen?

Gütebier: Wir sind in einem Verband mit 17 Mitgliedern. Auch sehr bedeutende Möbelhäuser aus Deutschland. Und wenn wir in der Entwicklung des Jahres 2020 – im Besonderen nach Wiedereröffnung – die Nummer Eins sind in der prozentualen Entwicklung, dann darf man davon ausgehen, dass einige Entscheidungen – wenn auch mit viel Glück – die richtigen waren.

Tips: Wie nah kann man als CEO an den Niederlassungen sein?

Gütebier: Ich nutze aber die Gelegenheit, alle zwei Wochen von Mittwoch bis Samstag, in den Häusern unterwegs zu sein um mir anzusehen, ob sie auf dem entsprechenden Stand sind. Auch die Standorte, die noch nicht umgebaut wurden, haben wir ja dekorativ hochgezogen. Da bin ich ganz nah bei den Mitarbeitern und packe auch einmal beim Möbelrücken an.

Tips: Die Filiale Ansfelden wurde bereits 2017 umgebaut. Warum jetzt ein neuerlicher Umbau?

Gütebier: Beim Umbau 2017 waren offensichtlich keine Möbler am Werk, denn mehr Fehler kann man nicht machen. Es war zu korrigieren, was für die Präsentation von Möbeln selbstverständlich ist. Das Haus war in einem sehr ordentlichen Zustand, aber zum Thema ‚wo präsentiere ich wie Möbel‘ waren keine Experten an der Arbeit. Das hat man auch wirtschaftlich gemerkt.

Tips: Was sind für sie die Highlights am neu umgebauten Standort in Ansfelden?

Gütebier: Die Menschen machen den Küchenraum immer mehr zum Wohnraum und die Küche wird immer mehr zum Statussymbol. Deshalb war es uns ein Anliegen, eine top Küchenabteilung hier zu haben. Ansonsten haben wir eine Schlafzimmerabteilung, die von der Gesamtstimmung herausragend ist. Außerdem wurde der Bereich der neuen Trends auf ein ganz anderes Niveau gestellt.


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