Bankenschließungen in Haid: „Kleinere Gemeinden haben mehr als wir“

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Michaela Primessnig Michaela Primessnig, Tips Redaktion, 14.01.2021 16:00 Uhr

HAID/ANSFELDEN. Im Dezember hat die Oberbank ihre Filiale in Haid geschlossen und ist nach Traun übersiedelt, Ende Jänner wird auch die Raiffeisenbank die Filialen in Traun zusammenlegen. Bei FP-Vizebürgermeister Christian Partoll läuten die Alarmglocken. Er befürchtet ein „schleichendes Aussterben“ des Haider Zentrums.

Ein großer Teil der Bevölkerung besucht nur mehr selten einen Bankschalter. Überweisungen, Abbucher und andere Erledigungen werden online abgewickelt. Ein Grund, warum Bankfilialen oft zusammengelegt werden. Das trifft nun auch auf zwei Niederlassungen in Haid zu. „Nachdem im Jahr 2014 die VKB am Hauptplatz die Pforten für immer geschlossen hat, ziehen nun auch weitere Banken mit ihren Filialen Richtung Traun“, zeigt sich Vizebürgermeister Christian Partoll traurig und überrascht: „Im Einzugsgebiet Haid sind über 8.000 Menschen beheimatet. Darunter auch viele Pensionisten, die auf eine Bankfiliale und das Kundenservice angewiesen sind.“

Weitere Abwanderungen im Stadtzentrum möglich

Er versteht nicht, warum der Gemeinderat nicht über diese Entwicklungen informiert wurde. „Für uns stellt sich die Frage, ob der Bürgermeister das auch nicht gewusst hat oder uns im Dunkeln gelassen hat. Kleinere Gemeinden wie St. Marien, Neuhofen oder Kematen haben mehr Banken als eine Stadt wie Ansfelden mit 18.000 Einwohnern.“ Partoll befürchtet auch, dass sich die Abwärtsspirale für das Haider Zentrum künftig weiterdreht und fordert, hier aktiv entgegenzuwirken: „Nur mit Kebab-Ständen und Spiellokalen hat man kein attraktives Stadtzentrum. Da braucht es mehr Einsatz, vor allem seitens des Bürgermeisters. Mit Lagerhallen und Transportbetrieben an den Ortsrändern ist der Bevölkerung nicht geholfen. Die Ortszentren, in denen die Menschen leben und ihre Freizeit verbringen, gehören attraktiviert und aufgewertet.“

„Wer nicht zufrieden ist, kann die Bank wechseln“

Stadtchef Manfred Baumberger ist vom Umzug der zwei Bankfilialen zwar auch nicht begeistert, ihm seien aber die Hände in dieser Sache gebunden: „Wir haben das auch von den Leuten erfahren, die uns angerufen haben, weil sie dort Kunden sind. Leider schauen die Banken auf Gewinnmaximierung und legen ihre Filialen einfach zusammen. Wir werden da nicht gefragt und die älteren Leute werden dabei vergessen.“ Baumberger verstehe aber, wenn Kunden ihre Bank nun wechseln würden: „Das ist ihr gutes Recht, wenn sie einen verlässlichen Partner haben wollen, der auch vor Ort ist.“

Einen generellen Trend eines Stadtkern-Sterbens sieht Baumberger aber keinesfalls: „Sonst stehen keine Gebäude bei uns leer, das sind alles Halbwahrheiten. Unsere Gemeinde hat mehr Geschäfte wie keine andere.“

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