„Sich zurückzulehnen, ist nie ein guter Ansatz“

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David Ramaseder David Ramaseder, Tips Redaktion, 28.09.2021 19:00 Uhr

HÖRSCHING. Klaus Wahlmüller wurde bei der Wahl zum Bürgermeister am Sonntag im Amt bestätigt. Tips hat sich mit ihm über die wirtschaftliche Entwicklung, die Verkehrssituation in Hörsching und den gelebten Klimaschutz in der Marktgemeinde unterhalten.

Tips: Das neue Rathaus ist eröffnet und bezogen. Hat sich der Bürgermeister bzw. die Verwaltung schon gut eingelebt im neuen „Zuhause“?

Klaus Wahlmüller: Aufgrund der Pandemie und damit verbundenen Lieferverzögerungen war beim Einzug ins neue Haus noch nicht alles ganz fertig. Mittlerweile funktioniert aber alles und wir haben uns schon recht gut eingewöhnt. Es war uns wichtig, eine optimierte Arbeitsinfrastruktur zu schaffen, von der die Mitarbeiter und in weiterer Folge auch alle Bürger profitieren. So wurden beispielsweise das IT-System ausgeweitet, zusätzliche Besprechungsräume geschaffen und es kam die neueste Medientechnik zum Einsatz. Darüber hinaus wurde bei den Schreibtischen, Stühlen und Bildschirmen auf gesundes Arbeiten geachtet.

Tips: Die weiteren Projekte im Zentrum sind bereits fix geplant. Kann man sich jetzt als Bürgermeister entspannt zurücklehnen? Oder was sind die nächsten Herausforderungen, die sich Hörsching zu stellen hat?

Wahlmüller: Ich glaube, sich als Bürgermeister zurücklehnen zu wollen, ist nie ein guter Ansatz. Ich setzte mich ja gerne für die Anliegen und die Bedürfnisse der Hörschinger ein, da gibt es immer etwas zu tun. Die Revitalisierung des Ortsplatzes weiter zu verwirklichen, sehe ich nach wie vor als ein wichtiges Großprojekt, welches uns noch einige Jahre begleiten wird. Darüber hinaus sind für mich Mobilität, Nachhaltigkeit und Umweltschutz zentrale Themen, welche die Marktgemeinde intensiv behandeln wird.

Tips: Am 22. September erfolgte der Spatenstich zum vierstreifigen Ausbau der B1. Welche konkreten Verbesserungen kann Hörsching durch die Realisierung dieses lange geforderten Projektes erwarten?

Wahlmüller: Der Lückenschluss zwischen Neubau und Marchtrenk wird einen flüssigeren Verkehrsablauf und mehr Verkehrssicherheit ermöglichen. Vor allem für die Hörschinger Ortschaft Haid wird durch den Ausbau eine große Verbesserung der Verkehrssituation eintreten, denn derzeit ist dort zu Stoßzeiten und ohne Ampel das Ausfahren auf die B1 nur erschwert möglich.

Tips: Wird der Ausbau auch Auswirkungen auf das Verkehrskonzept der Marktgemeinde haben?

Wahlmüller: Aufgrund der neuen Auf- und Zufahrten auf die Bundessstraße ändert sich auch die Verkehrslage innerhalb der Marktgemeinde. Das Amt war an allen Vorbesprechungen hinsichtlich des Ausbaus der B1 intensiv beteiligt, um optimale Lösungen für die Hörschinger Verkehrsteilnehmer zu finden.

Tips: Wie bewerten sie die Verkehrssituation in Hörsching generell?

Wahlmüller: Hörsching ist ein beliebter Wohn- und Arbeitsort im Zentrum von Oberösterreich, daher ist bei uns das Verkehrsaufkommen stärker als in anderen Regionen. Es ist mir ein Anliegen, dass sich das Verkehrsaufkommen in unserer Gemeinde nicht noch verstärkt und dass attraktive Alternativen zum Individualverkehr angeboten werden können. Die Marktgemeinde ist Teil eines EU-Projektes zum Thema Mobility, wir sehen uns dabei Modelle anderer Länder und Kommunen an und wollen im gemeinsamen Austausch Lösungen und Angebote für Hörsching finden.

Tips: Hörsching ist wirtschaftlich grundsätzlich in einer sehr komfortablen Situation. Wurde daher die Marktgemeinde besonders stark von der Pandemie betroffen? Geben Sie bitte einen kurzen Abriss über die vergangenen eineinhalb Jahre, die aktuelle Situation und einen Ausblick/Prognose wie sich Hörsching weiterhin wirtschaftlich entwickeln wird bzw. will.

Wahlmüller: Natürlich wurde Hörsching ebenfalls von der Pandemie betroffen und verzeichnete Mindereinnahmen aus der Kommunalsteuer sowie aus den Ertragsanteilen. Wir haben aber umsichtig und vorsichtig agiert, wir haben den Gürtel in manchen Bereichen enger geschnallt und kamen dadurch ganz gut durch die vergangenen eineinhalb Jahre. Die zur Verfügung stehenden Mittel aus dem Kommunalinvestitionsgesetzt 2020 wurden von der Markgemeinde genutzt, um die dafür förderungswürdigen Projekte wie der Neubau des Rathauses oder die Ortsplatzgestaltung ohne Einschränkungen voranzutreiben. Im Strategiepapier hat Hörsching verankert, dass die Gemeinde ein gezieltes Wirtschaftswachstum mit Augenmaß propagiert und über eine gesunde Wirtschaftsstruktur verfügen möchte. Im Vordergrund stehen ein guter Branchenmix, eine gute Servicierung bestehender Firmen, Kleingewerbebetriebe im Ortskern und interessante Arbeitsplätze.

Tips: Das Hörschinger Herbstfest ist traditionell auch ein Tag der Vereine, um sich zu präsentieren. Wie hat das Hörschinger Vereinsleben die Pandemie „überstanden“? Gibt es Bedenken hinsichtlich weiterer Einschränkungen in den Herbst/Wintermonaten?

Wahlmüller: Vereine sind wichtige gesellschaftliche Einrichtungen, ich bin sehr froh darüber, dass es in Hörsching so viele unterschiedliche Vereine gibt. Viele Verbände waren äußerst kreativ und versuchten, so gut es ging mit den Auswirkungen und Einschränkungen der Pandemie umzugehen. Doch es ist nicht zu leugnen, dass aufgrund von Covid-19 der soziale Austausch minimiert und – nicht unwesentlich – die finanziellen Einnahmen stark reduziert wurden. Mit dem Corona-Vereinsbonus versuchte die Marktgemeinde, allen Vereinen etwas unter die Arme zu greifen. Es ist schwierig, seriöse Prognosen für den Herbst und Winter abzugeben. Alle Hörschinger Vereine und Institutionen aber auch die Bevölkerung waren sichtlich froh, dass wir Mitte September das Herbstfest abhalten konnten und so ein geselliges Beisammensein möglich war.

Tips: Umwelt- und Klimaschutz ist zum Glück in Österreich großes Thema. Wie kann man als Gemeinde hier Bewusstsein vorleben? Welche konkreten Schritte setzt Hörsching bereits in diese Richtung bzw. was ist in Zukunft noch geplant?

Wahlmüller: Hörsching ist Klimabündnisgemeinde, die Mittelschule ist eine Klimabündnisschule und die FF Hörsching ist die erste Klimabündnisfeuerwehr Österreichs. Diese Auszeichnungen setzen Akzente und zeigen ganz klar, welchen Stellenwert Umwelt- und Klimaschutz für die Marktgemeinde haben. Vorbildwirkung haben zudem konkrete Projekte, welche die Gemeinde umsetzt, wie etwa die Schaffung von Standorten für Grünschnittcontainer, die Errichtung eines Umspannwerks um Stromversorgung unter der Erde zu ermöglichen oder auch die Einführung einer Energiebuchhaltung. Eine energieeffiziente Bauweise, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen, kam auch beim Bau des Rathauses zum Einsatz, und es wurde auf fossile Brennstoffe für die Heizanlage verzichtet. Wir schaffen auch Anreize, indem beispielsweise der Einbau von Alternativenergie finanziell gefördert wird. Und die Marktgemeinde unterstützt im Zuge der jährlichen Vereinsförderung insbesondere ökologische und nachhaltige Initiativen von Vereinen mit einem Bonus.

Tips: Sind große Betriebe in der Gemeinde dafür eher ein Hemmschuh oder wird hier an einem Strang gezogen?

Wahlmüller: Ich denke, dass sich heutzutage kein Unternehmen mehr leisten kann, sich dem Thema Klimaschutz nicht zu widmen. Ich sehe daher keine Hemmnisse.

Tips: Die Ergebnisse der großen Jugendumfrage sind ausgewertet. Welche Angebote und Bestrebungen für die Jugend gab es schon bisher? Sind Schwerpunkte angedacht, für die Jugend als Gemeinde noch attraktiver zu werden?

Wahlmüller: Ich bin noch immer hocherfreut darüber, dass die Hörschinger Jugend so zahlreich an unserer Umfrage teilgenommen hat! Die Ergebnisse liegen uns nun in Form eines Berichtes der FH Linz vor. Zurzeit werden die Inhalte in Projektgruppen aufbereitet und konkrete Maßnahmen ausgearbeitet.

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