Radinfrastruktur: Hauptrouten und Lückenschlüsse schafften wichtige Verbindungen
ZENTRALRAUM/LINZ-LAND. In den vergangenen Jahren hat der Großraum Linz bedeutende Fortschritte im Ausbau der Radinfrastruktur erlebt. Verschiedene Radhauptroutenprojekte, Lückenschlüsse und Abschnittsattraktivierungen wurden erfolgreich umgesetzt, um das Radwegenetz zu erweitern und die Radmobilität zu fördern. Doch die Radlobby OÖ übt Kritik und spricht von „massiven Sicherheitslücken“.

Ein bemerkenswertes Projekt war die Radhauptroute Traun-Linz, die 2016 mit vier Kilometern Länge fertiggestellt wurde. Weitere wichtige Errungenschaften waren die Radhauptroute in Puchenau (zwei Kilometer, 2018) und die Radhauptroute Steyregg-Linz (1,1 Kilometer, 2019). Provisorische Lösungen wurden entlang der Linzer Waldeggstraße und für den LILO Radweg von Leonding nach Linz geschaffen.
Im Jahr 2022 wurde ein Lückenschluss auf der Radhauptroute Asten im Ausmaß von rund 500 Metern realisiert. Aktuell läuft das Projekt der Radhauptverbindung nach St. Florian. Noch heuer soll ein 2,5 Kilometer langer Radweg für den Fuß- und Radverkehr freigegeben werden. „Seit 2015 wuchs das Radhauptroutennetz somit um 11,7 Kilometer“, so Landesrat für Infrastruktur Günther Steinkellner.
Weiterer Ausbau in Planung
Insgesamt wuchs das Radhauptroutennetz seit 2015 um 11,7 Kilometer. Es befinden sich weitere Radhauptrouten, Abschnitte und Lückenschlüsse in verschiedenen Planungsstadien, darunter entlang der LILO, den Rampen Westbrücke und Niederreithstraße, auf der Nibelungenbrücke, St. Margarethen und Linzerberg. Auch die Fortführung der Radhauptrouten in die Landeshauptstadt von Steyregg, Asten und die Routenverlängerung nach St. Florian (Rohrbach) sind in Arbeit.
Neue Möglichkeiten schaffen
Das derzeitige durchgängige Radroutennetz im Großraum Linz erstreckt sich über etwa 38 Kilometer und wird in den kommenden Jahren weiter ausgebaut. „Mein Ziel ist es, Mobilität in einem ideologiefreien Zugang als großes Ganzes zu verstehen und nicht zwischen guter und böser Mobilität zu differenzieren. Mobilität bedeutet sich frei, unabhängig, flexibel und sicher fortbewegen zu können. Diese Möglichkeiten will ich für die Oberösterreicher schaffen. Deshalb werden verschiedene, wichtige Infrastrukturprojekte, egal ob es sich um die Regionalstadtbahn, die LILO Radhauptroute oder den Westring handelt, mit großer Tatkraft und vollem Elan vorangetrieben. Denn mit jedem neuen Radweg, mit jeder attraktiven ÖV-Verbindung und mit jeder sicheren Straße schaffen wir ein Stück Freiheit für die Oberösterreicher“, unterstreicht Steinkellner.
„Schönfärberei“ und Lücken bei der Sicherheit
Die Radlobby OÖ kritisiert hingegen, dass das geringe Budget für den Radverkehr nicht erhöht und die Sicherheitsmängel in der Radinfrastruktur nicht behoben werden. Die behaupteten 38 Kilometer eines zusammenhängenden Radroutennetzes werden als „Schönfärberei“ bezeichnet, da die Hauptrouten zahlreiche Sicherheitsprobleme und fehlende Radwege aufweisen würden. Es wird darauf hingewiesen, dass es dringend ein durchgängiges und sicheres Radwegenetz für den Alltagsradverkehr in den Ballungszentren und Umlandgemeinden benötigt, das derzeit jedoch nicht vorhanden sei.
Der Begriff „Radroutennetz“ wird kritisiert, da die meisten Routen auf normalen Straßen mit gemischtem Verkehr führen, statt baulich getrennte Radwege zu bieten. Landesrat Steinkellner gibt zu bedenken, dass der Ausbau des Radroutennetzes nur zum Teil in der Zuständigkeit der Oö. Landesregierung liege: „Nur dort, wo Radfahranlagen entlang von Landesstraßen geplant und errichtet werden, sieht das Oö. Straßengesetz im § 22 vor, dass die Kosten je zur Hälfte zwischen Land OÖ. und der jeweiligen Gemeinde geteilt werden, wodurch diese Projekte gemeinsam geplant und gebaut werden.“ Für jene Radverkehrsanlagen, bei denen eine Zuständigkeit des Landes OÖ. vorliege, könne auf eine lange Liste von Projekten verwiesen werden, mit denen laufend Gefahrenstellen beseitigt und Sicherheitslücken geschlossen werden konnten bzw. aktuell daran gearbeitet oder geplant werde.
Schiebestellen als Problem
Gerhard Fischer, Vorstandsvorsitzender der Radlobby OÖ, stößt ebenfalls sauer auf, dass auf dem Radweg entlang der B1 zwischen Enns und Asten gleich fünf Schiebestellen zu bewältigen sind. Diese ergeben sich laut Informationen aus dem Büro des Landesrates durch die Querung stark belasteter Streckenabschnitte, zum Beispiel der Verteilerkreis mit Unterführung am Beginn der Umfahrung Enns: hier sind die Auf- und Abfahrtsrampen des stark belasteten Verteilerkreises zu queren. Es wird vorgeschlagen, etwaige Verbesserungen mit Vertretern der Straßenverwaltung des Landes, der Gemeinde und dem verkehrssicherheitstechnischen Sachverständigendienst zu besprechen. Im Anschluss könnte eine behördliche Überprüfung beantragt werden. Gemeinsames Ziel sei der Erhalt bzw. die Verbesserung der Verkehrssicherheit.
Gemeinsames Ziel
Auf die Kritik der Radlobby, dass die tatsächlich gebauten Radhauptrouten seit Jahren kaum mehr werden würden, verweist Landesrat Steinkellner darauf, dass es von mehreren Umlandgemeinden nach Linz ein Radweg- bzw. Radroutennetz gibt, auf dem sich auch bereits gebaute Radhauptroutenabschnitte befinden und das schon jetzt zum Pendeln mit dem Rad in die Arbeit oder Ausbildungsstätte genutzt werden könne, zum Beispiel von Traun nach Linz, von Puchenau nach Linz, von Steyregg nach Linz, von Leonding nach Linz und auch von Enns bzw. Asten nach Linz.


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