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In Kematen herrscht weiterhin Uneinigkeit bei der Sanierung der Gerersdorfer Landesstraße

Marlis Schlatte, 11.09.2023 17:40

KEMATEN. Ein bereits seit mehreren Jahren diskutiertes Thema in der Gemeinde Kematen ist die Sanierung der Gerersdorfer Landesstraße. Eine einstimmige Lösung ist dabei weiterhin noch nicht in Sicht.

Fahrbahnschäden auf der Landesstraße (Foto: FPÖ Kematen)
Fahrbahnschäden auf der Landesstraße (Foto: FPÖ Kematen)

Dass eine Sanierung der Landesstraße unbedingt notwendig ist und dass gleichzeitig aber nicht mehr Verkehr durch die Gemeinde gelotst werden soll, darin sind sich die Gemeindefraktionen einig. Wie dies jedoch umgesetzt werden soll, das bleibt weiterhin ein Streitpunkt. Grundsätzlich wird eine Übernahme als Gemeindestraße angestrebt – dazu müssten die Gemeinden Allhaming und Neuhofen Teilstücke an Kematen verkaufen. In Neuhofen zeichnet sich hierfür derzeit keine Mehrheit ab. „Diese Tatsache will aber der Kematner Bürgermeister scheinbar nicht wahrhaben und verzögert somit den längst überfälligen Projektstart. Wir fordern den Bürgermeister auf, endlich alle notwendigen Schritte einzuleiten und den mit der überparteilichen Bürgerinitiative ‚Gerersdorfer Landesstraße‘ ausgearbeiteten Maßnahmenkatalog mit den zuständigen Stellen des Landes OÖ auszuverhandeln. Jede weitere Verzögerung ist unnötig und gefährdet am Ende des Tages alle Verkehrsteilnehmer“, betont FPÖ-Fraktionsobmann Christian Deutinger.

Gefordert werden etwa ein Fahrverbot für LKW über 3,5 t ausgenommen Anliegerverkehr und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge im gesamten Bereich der Gerersdorfer Landesstraße und die Realisierung baulicher Maßnahmen wie Fahrbahnteiler als Temporeduzierung besonders vor Ortstafeln und Kreuzungen.

„Variante ist für die Bevölkerung nicht zumutbar“

Bürgermeister Markus Stadlbauer weißt darauf hin, dass die übermittelten Anregungen wie Tonnagebeschränkung und Geschwindigkeitsbeschränkungen von der zuständigen Behörde nicht genehmigt werden, worüber bereits gesprochen worden wäre.

„Das vorliegende Landes-Straßenprojekt sieht ein öffentliches Gut von über 10 m vor (7,5 m Fahrbahn inkl. Bankett plus Oberflächenentwässerung von 1,5 m plus Steinmauer von über 4,40 m Höhe plus Absturzsicherung durch den Wald). Diese Variante ist für die Bevölkerung in Gerersdorf und Kematen nicht zumutbar und auch ökologisch (Bachumlegung und Rodungen sind ebenfalls vorgesehen) nicht vertretbar. Wird der geplante Ausbau umgesetzt, kann und wird die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde, aufgrund des negativen Gutachtens des amtlichen Verkehrssachverständigen, die Anregungen der Gemeinde Kematen (inkl. unserer Bürgerinitiative) nach Tonnage- und Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht umsetzen – im Gegenteil, nach der Realisierung verliert die Geschwindigkeitsbeschränkung durch den Wald seine Berechtigung. Somit wird die Strecke als schnellste Verbindung angezeigt und der Verkehr wird durch die Gemeinde geleitet“, so Stadlbauer und weiter: „Der Gemeinderat der Gemeinde Kematen hat sich einstimmig gegen diese Ausbauvariante entschieden und diesen gültigen Gemeinderatsbeschluss muss ich als Bürgermeister umsetzen. Falsche Versprechungen oder nichtumgesetzte Zusagen gegenüber der Bevölkerung bringen uns in der Angelegenheit nicht weiter. Schriftliche Zusagen von Seitens der zuständigen Behörden sind bisher nicht vorhanden. Aus diesem Grund ist mir ein transparenter Informationsaustausch mit den Nachbargemeinden so wichtig. Demokratischen Entscheidungen sollte man nicht vorweggreifen.“

Als Bürgermeister wolle er die Bevölkerung vor einem nicht durchdachten Ausbau und vor „einer Blechlawine durch Gerersdorf und den Bereich Hochfeld/Welserberg/Linzerstraße bzw. Bergfeldstraße und Römerstraße“ schützen. Sollte eine Übernahme als Gemeindestraße nicht machbar sein, wolle eine Sanierung entsprechend der L1369 Weifersdorfer Landesstraße angestrebt werden.


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