Verkehrsentlastung auf der B139: Oberösterreich investiert 100 Millionen Euro in Umfahrung Haid
ANSFELDEN/PUCKING. Mit bis zu 30.000 Fahrzeugen täglich wird die Kremstalstraße als Hauptverbindung vom Kremstal in den Zentralraum Oberösterreichs massiv belastet und bringt die bestehende Infrastruktur an ihre Kapazitätsgrenze. Eine dringend notwendige Entlastungsmaßnahme soll nun Realität werden: Die geplante Umfahrung Haid verspricht nicht nur weniger Staus, sondern auch eine deutlich gesteigerte Lebensqualität für die angrenzenden Gemeinden.

Mit dem Vorhaben wird der Verkehr um das Ortszentrum von Haid herumgeleitet, was eine direkte Entlastung der stark befahrenen Ortsdurchfahrt bringen soll. „Durch die Umfahrung werden täglich etwa 21.000 Fahrzeuge aus dem Zentrum von Haid umgeleitet. Das bedeutet eine spürbare Entlastung, mehr Lebensqualität und verbesserte Verkehrssicherheit für die Region,“ erläutert Verkehrs-Landesrat Günther Steinkellner. „Gleichzeitig schaffen wir Raum für eine künftige Straßenbahnverbindung bis nach Ansfelden, ein entscheidender Schritt für die Mobilitätsstrategie des Zentralraums.“
Zukunftsinvestition für die Region
Für das Großprojekt wurden im Oberösterreichischen Landtag 100 Millionen Euro als Mehrjahresfinanzierung genehmigt. Neben den Umfahrungen umfasst das Budget eine einmalige Unterstützung von 6 Millionen Euro an die ASFINAG für den Bau der Anschlussstelle Traun. Erste Grundstücksaufkäufe sind bereits in vollem Gange, und die Bauarbeiten sollen, nach aktueller Planung, ab 2026 starten. Dieses umfassende Verkehrskonzept zielt darauf ab, eine zukunftsfähige Lösung für den Raum Linz-Land zu schaffen und die Region nachhaltig zu entlasten.
Gewinn für die Anrainergemeinden
Ansfelden und Pucking werden von den Neuerungen besonders profitieren. Weniger Durchgangsverkehr bedeutet für die Bewohner weniger Lärm und Schadstoffbelastung sowie eine insgesamt gesteigerte Lebensqualität.
„Unser Ziel ist es, den Verkehrsknoten in der Region zu lösen,“ betont Christian Partoll, Bürgermeister von Ansfelden. „Die B139 Neu wird die täglichen Staus deutlich reduzieren, Lebensqualität und Verkehrssicherheit erhöhen und nebenbei wertvolle Zeitersparnis bieten. Außerdem wird die Straßenbahnverbindung bis zum Haid-Center eine wertvolle Ergänzung der Mobilität darstellen.“
Auch Puckings Bürgermeister Thomas Altof sieht die Entwicklungen positiv: „Verkehr endet nicht an der Gemeindegrenze, und wir Puckinger spüren die Überlastung der B139 sowie der Abfahrt Traun ebenfalls deutlich. Die Lärmschutzmaßnahmen sind für uns ein zentrales Thema, ebenso wie die geplante Grünschutzzone und Aufforstung. Mit dem neuen Betriebsbaugebiet eröffnen sich zudem wichtige wirtschaftliche Perspektiven für unsere Gemeinde. Eine Straßenbahn direkt vor der Haustür wird unsere Region aufwerten und den Alltag der Menschen erleichtern.“
Mit dem Startschuss für das Großprojekt B139 Neu setzt Oberösterreich ein klares Zeichen für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft im Zentralraum – eine langfristige Entlastung für die Region und eine Erleichterung für die täglichen Pendler.


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26.10.2024 10:50
Vierspurige Umfahrung Haid löst keine Verkehrsprobleme
Entlastungslüge Es fehlt ein innerörtliches Verkehrskonzept, das Ausweichverkehre unmöglich macht und eine Verkehrsberuhigung gewährleistet. Da keine verkehrslenkenden Maßnahmen als Bedingungen im UVP-Bescheid vorgeschrieben werden, ist nicht garantiert, dass die versprochenen Entlastungswirkungen in Haid auch tatsächlich eintreten werden. Stauproblematik bleibt Der vierspurige Ausbau der Umfahrung Haid bedingt, dass es auf der zweispurigen Umfahrung Traun zu Überlastungen kommt, die nur durch einen vierspurigen Ausbau der Umfahrung Traun bewältigbar sind. Straßenbahnverlängerung ungewiss Es gibt keinen Zeitrahmen für die Verlängerung der Straßenbahnlinie 4 von Traun bis Kremsdorf. Eine Realisierung in nächster Zeit ist wegen der hohen Kosten von mehr als 120 Millionen € fraglich. Ein großzügiger Ausbau der Umfahrung Haid wirkt sich negativ auf die Straßenbahn aus, weil dadurch Anreize zum Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf den öffentlichen Verkehr verringert werden. Rückwärtsgewandt Das überdimensionale Straßenprojekt befeuert den Kfz-Verkehr. Auf der Kremstalstrecke sind für das Jahr 2035 ca. 45.000 Kfz prognostiziert. Das ist eine Erhöhung des Kfz-Verkehrs um 2/3. Die Grenzwerte für die Feinstaub und Stickoxide können nicht eingehalten werden. Durch die 3 km lange neu B139 und die Verlegung der Autobahnanschlüsse werden ca. 10 ha Boden versiegelt. Die Umfahrung Haid fungiert auch als Aufschließungsstraße für mehr als 30 ha neues Betriebsbaugebiet, das derzeit als Grünland gewidmet ist und landwirtschaftlich genutzt wird. Die autobahnähnliche vierspurige Umfahrung Haid steht im Widerspruch zu allen von Land OÖ und dem Bund veröffentlichten Klimaschutz- und Verkehrskonzepten.