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„Ein Kahlschlag in der Nahversorgung“: Ansfelden wehrt sich gegen Postschließung

David Ramaseder, 08.10.2025 10:21

ANSFELDEN. Der Zug ist noch nicht abgefahren, doch die Lage ist ernst: Die Österreichische Post AG prüft die Schließung ihrer Filiale am Hauptplatz im Ansfeldner Stadtteil Haid. Eine entsprechende Meldung wurde bereits bei der Regulierungsbehörde RTR eingereicht. Die Stadt Ansfelden reagierte prompt – und legte am 6. Oktober formell Einspruch ein.

Die Zukunft der Postfiliale Haid ist ungewiss – Bürgermeister Partoll schlägt Alarm. (Foto: Stadtgemeinde Ansfelden)

Nun mobilisiert die Stadt alle Kräfte, um den Standort zu erhalten. Bürgermeister Christian Partoll zeigt sich empört über die Pläne: „Unsere Postfiliale in Haid hat eine sehr hohe Auslastung und ist ein unverzichtbarer Bestandteil der öffentlichen Infrastruktur. Haid ist der größte Stadtteil, hier leben und arbeiten über 10.000 Menschen. Dass hier eine Postfiliale unrentabel sein soll, lässt mich wahrlich sprachlos zurück und kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Nach der Schließung der Bankfilialen wäre die Schließung der Postfiliale am Hauptplatz ein massiver Kahlschlag, den wir so nicht einfach hinnehmen wollen und werden. Die postalische Grundversorgung vor Ort sicherzustellen hat absolute Priorität.“

Gerade für ältere Menschen oder Personen ohne Auto sei die Post ein wichtiger Nahversorger. „Es muss möglich bleiben, Briefe, Pakete oder Bankgeschäfte wohnortnah zu erledigen. Die Filiale hat eine jahrzehntelange Tradition und trägt seit ihrer Übersiedlung ins neue Amtsgebäude 2011 wesentlich zur Belebung des Stadtzentrums bei“, betont Partoll.

Besonders kritisch sieht der Stadtchef den Rückzug der Post aus der Fläche: „Die Österreichische Post AG ist mehrheitlich im Eigentum des Staates. Wenn sie nun Filialen schließt – nicht nur in Ansfelden, sondern auch in Gemeinden wie Pasching, Ottensheim oder Mauthausen –, verliert sie ihren öffentlichen Auftrag aus den Augen. Das ist kein betriebswirtschaftliches Kalkül mehr, sondern ein sozialer Rückschritt.“

Partoll appelliert eindringlich an Land und Bund, sich gemeinsam mit der Post für eine tragfähige Lösung einzusetzen. „Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, um diese Schließung zu verhindern. Einfach zusperren, ohne eine Alternative anzubieten, werden und wollen wir nicht hinnehmen. Die Post ist eine Lebensader für viele – und das muss sie bleiben.“


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