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272 Tonnen Transformator für den Zentralraum OÖ in Pichling angekommen

Norbert Mottas, 12.03.2026 15:34

PICHLING. Im Rahmen des Partnerprojekts Sichere Stromversorgung Zentralraum OÖ von Austrian Power Grid (APG), Netz Oberösterreich GmbH (Netz OÖ) und LINZ NETZ GmbH (Linz Netz) wurde ein  272 Tonnen schwerer Transformator zu seinem künftigen Arbeitsplatz in das Umspannwerk Pichling transportiert.

  1 / 3   Karl Dobermaier (Fa. Felbermayr) und Jürgen Pilgerstorfer (Austrian Power Grid) managten den Transport. (Foto: FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMMAYR)

Präzision von der ersten bis zur letzten Minute

Der Transformator misst rund elf Meter in der Länge, 3,5 Meter in der Breite und 4,6 Meter in der Höhe. Nach dem Bahntransport vom Siemens-Energy-Werk in Weiz zum Bahnhof Asten/St. Florian wurde der Transformator mit einem Transportgewicht von 272 Tonnen von einem 32-achsigen Tragschnabelwagen – einem Spezial-Schwerlastwagen – auf einen 20-achsigen Tragschnabelwagen umgeladen. Diese millimetergenaue Prozedur war notwendig, bevor sich der Straßentransport auf die 3,7 Kilometer lange Strecke Richtung Pichling machte.

„Ein Trafotransport ist immer Präzisionsarbeit. Von der Planung über Genehmigungen bis hin zur Durchführung ist höchste Konzentration und viel Erfahrung aller Beteiligten gefragt“, erklärt Jürgen Pilgerstorfer, Projektleiter für Umspannwerke bei APG.

Herausfordernde Route

Die Fahrstrecke zum Umspannwerk Pichling stellte das Transportteam vor mehrere technisch anspruchsvolle Herausforderungen. Für den Transport über die Tagerbachbrücke wurde ein sogenannter Fly-Over errichtet – eine temporäre, stabile Überbauung, die das Brückenbauwerk entlastet und die sichere Passage des 272-Tonnen-Transformators ermöglicht. Auch Verkehrsschilder und Straßenlaternen mussten vorübergehend abgebaut werden.

Eisenbahnunterführung: fünf Zentimeter Spielraum

Besonders anspruchsvoll gestaltete sich zudem die Eisenbahnunterführung im Südpark. Hier betrug der Spielraum lediglich fünf Zentimeter. Im Schritttempo und unter permanenter Überwachung durch erfahrene Einweiser wurde die Engstelle sicher passiert.

Auch der anschließende Kreisverkehr verlangte viel Geschick. Der rund 76 Meter lange Transport wurde behutsam Meter für Meter durch die enge Rundung manövriert, bevor es weiter in das Industriegebiet ging. Nach etwa drei Stunden Fahrtzeit erreichte der Transformator schließlich das Umspannwerk Pichling.

Transformatoren als Herzstück jedes Umspannwerks

„Transformatoren sind das Herz jedes Umspannwerks. Im konkreten Fall des Umspannwerks Pichling verbindet der neue Transformator das österreichweite Höchstspannungsnetz der APG mit dem Verteilernetz der Linz Netz, das den Strom direkt zu Haushalten und Betrieben bringt“, betont Pilgerstorfer.

Dies ist entscheidend, um die Region bei Bedarf mit Strom aus dem überregionalen Netz der APG zu versorgen. Regional erzeugte nachhaltige Energie kann über das Umspannwerk Pichling in das überregionale Netz der APG eingespeist und österreichweit verteilt werden. Umgekehrt kann nachhaltiger Strom aus anderen Regionen Österreichs über das Umspannwerk in die Region gebracht und für Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft nutzbar gemacht werden.

Fertig aufgerüstet bringt es der angelieferte Transformator auf ein Gesamtgewicht von etwa 445 Tonnen. Bis Ende April werden noch zwei baugleiche Transformatoren auf demselben Transportweg nach Pichling geliefert.

15 Transformatoren für die sichere Stromversorgung im Zentralraum Oberösterreich

Das Transformatorentrio in Pichling ist Teil des Partnerprojekts Sichere Stromversorgung Zentralraum Oberösterreich, das gemeinsam von APG, Netz OÖ und Linz Netz umgesetzt wird. Insgesamt investieren die drei Partner rund 800 Millionen Euro in den Bau eines 220-Kilovolt-Versorgungsrings, der die derzeitige 110-Kilovolt-Anspeisung des Zentralraums Oberösterreich zukunftsfit machen soll.

Im Rahmen des Projekts errichtet APG zehn neue Transformatoren im Zentralraum Oberösterreich, verteilt auf die APG-Umspannwerke Pichling, Wegscheid und Kronstorf.

Berücksichtigt man zusätzlich die Umspannwerke Ernsthofen und Hütte Süd – beide nicht Teil des UVP-Projekts, aber ebenfalls am 220-Kilovolt-Versorgungsring gelegen –, erhöht sich die Gesamtzahl auf 15 APG-Transformatoren. Diese sollen künftig wesentlich zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit der Region sowie zur Stärkung des Industrie- und Wirtschaftsstandorts Oberösterreich beitragen.


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