Internorm: Stabil trotz schwieriger Rahmenbedingungen
TRAUN. Der Fensterhersteller Internorm blickt auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2025 zurück. Mit einem Umsatz von 407 Millionen Euro liegt das Unternehmen um 5,5 Prozent unter dem Vorjahr, beim Auftragseingang fällt das Minus mit 2,3 Prozent deutlich geringer aus. Trotz schwacher Baukonjunktur und stagnierendem Sanierungsmarkt spricht das Unternehmen von einem insgesamt stabilen Ergebnis.

Vor allem im Heimatmarkt Österreich verzeichnete Internorm einen leichten Rückgang. Während sich Märkte wie Deutschland, die Schweiz oder Frankreich moderat positiv entwickelten, brach der Absatz aufgrund des Rückgangs von hohen Förderungen der vergangenen Jahre in Italien deutlich ein. Insgesamt zeigt sich der Fenstermarkt im DACH-Raum weiterhin auf niedrigem Niveau, mit nur langsamer Erholung im Neubau und kaum Bewegung in der Sanierung.
Geschäftsführer Johann Brandstetter sieht mehrere Ursachen: „Wir haben im vergangenen Jahr mehrere herausfordernde Faktoren gesehen: eine weiterhin schwache Baukonjunktur und eine Konsolidierung des Neubaus auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in den Vorjahren.“
Investitionen und klare Standortentscheidung
Trotz der angespannten Lage hält das Unternehmen am Standort Österreich fest. Internorm produziert weiterhin zu 100 Prozent im Inland und plant auch 2026 Investitionen in Höhe von rund 21 Millionen Euro an den Standorten Traun, Sarleinsbach und Lannach. Insgesamt wurden in den vergangenen zehn Jahren mehr als 200 Millionen Euro investiert.
Unternehmenssprecher und Miteigentümer Christian Klinger betont: „Wir stehen zum Standort Österreich – auch wenn es uns nicht immer leicht gemacht wird.“ Steigende Lohnkosten und bürokratische Hürden würden die Rahmenbedingungen jedoch zunehmend erschweren.
Kritik an Förderpolitik und Fokus auf Sanierung
Deutliche Worte findet Internorm zur aktuellen Förderpolitik. Kurzfristige Änderungen – wie der Stopp der Förderung für thermische Sanierungen nach nur 32 Tagen – hätten zu großer Verunsicherung geführt und Investitionen gebremst. „Eine derart kurzfristige politische Vorgehensweise verunsichert den Markt und führt zu mangelnder Planungssicherheit“, so Klinger.
Dabei sieht das Unternehmen gerade in der thermischen Sanierung großes Potenzial – sowohl für den Klimaschutz als auch wirtschaftlich. Studien zeigen, dass sich Förderungen mehrfach auszahlen und Sanierungen den Energiebedarf von Gebäuden deutlich senken können.
Internorm fordert daher langfristige, verlässliche Rahmenbedingungen. Denn: Erst wenn Gebäudehüllen effizient saniert werden, könne auch der Umstieg auf moderne Heizsysteme sinnvoll erfolgen.


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