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Die neue Klimabilanz der Stadtgemeinde Ansfelden: Verkehr größter CO₂-Verursacher

Norbert Mottas, 20.03.2026 12:03

ANSFELDEN. Wie viel Energie die Stadt Ansfelden verbraucht und wo die meisten Emissionen entstehen – darüber liefert die neue Klimabilanz erstmals ein klares Bild und zeigt zugleich Potenzial für Klimaschutz und nachhaltige Energieversorgung.

Bei der Präsentation der Klimabilanz (Foto: Stadtgemeinde Ansfelden)
Bei der Präsentation der Klimabilanz (Foto: Stadtgemeinde Ansfelden)

Die Analyse der Stadtgemeinde Ansfelden zeigt, wie sich Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen auf Verkehr, Haushalte, Industrie und Dienstleistungen verteilen. Sie bildet die Grundlage für die Klima- und Energiestrategie, die heuer im Rahmen der Klima- und Energiemodellregion Traun-Kremstal erarbeitet wird. Insgesamt steht Ansfelden im Vergleich bereits gut da, gleichzeitig besteht weiteres Verbesserungspotenzial.

Papierfabrik Smurfit Westrock gesondert ausgewiesen

Um ein realistisches Bild des Alltags zu erhalten, wurde in einer Variante der Analyse die Papierfabrik Smurfit Westrock nicht berücksichtigt. Der Energiebedarf des Großbetriebs ist so hoch, dass er die übrigen Bereiche deutlich überlagern würde. Die Unternehmensdaten werden daher gesondert ausgewiesen.

Der Verkehr ist der größte Emittent: Rund die Hälfte der Treibhausgasemissionen entfällt auf Pkw, Lkw und andere Fahrzeuge. Berücksichtigt wurden dabei ausschließlich Fahrzeuge, die in Ansfelden gemeldet sind. Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung von öffentlichem Verkehr, sicheren Rad- und Fußwegen sowie der schrittweisen Umstellung auf klimafreundliche Antriebe.

Industrie nach Verkehr als zweitgrößter Emittent

Ohne den Großbetrieb liegt Ansfelden mit rund 6,4 Tonnen CO₂ pro Einwohner deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt von 8,1 Tonnen. Nach dem Verkehr folgt die Industrie als zweitgrößter Emittent und größter Energieverbraucher. Maßnahmen wie Effizienzsteigerungen, erneuerbare Energie, Abwärmenutzung oder klimafreundliche Prozesswärme bieten hier großes Potenzial.

Private Haushalte liegen im Mittelfeld, bieten aber zahlreiche Ansatzpunkte – etwa durch bessere Dämmung, moderne Heizsysteme oder Photovoltaikanlagen. Gemeinde, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und Landwirtschaft haben kleinere Anteile, bleiben jedoch wichtige Akteure. Vor allem kommunale Gebäude können durch Sanierungen, Photovoltaik und effiziente Beleuchtung eine Vorbildrolle einnehmen.

Basis für konkrete Maßnahmen

Die Klimabilanz dient nun als Basis für konkrete Maßnahmen. Ziel ist es, Klimaschutz und Lebensqualität gleichermaßen zu stärken.

Umweltstadtrat Klaus Schöngruber betont, die Klimabilanz sei ein wichtiger Schritt und Grundlage für weitere Maßnahmen im Klima- und Umweltschutz. Bürgermeister Christian Partoll sieht in den Daten eine klare Orientierung für künftige Entscheidungen und setzt auf gemeinsame Umsetzung mit Betrieben und Bevölkerung.

Daten der Papierfabrik Smurfit Westrock in Nettingsdorf

Die Papierfabrik Smurfit Westrock in Nettingsdorf ist der mit Abstand größte Energieverbraucher der Stadt. Im Jahr 2024 wurden dort rund 1,68 Millionen Megawattstunden Energie eingesetzt – mehr als doppelt so viel wie im restlichen Stadtgebiet. Ein Großteil stammt aus Biomasse, die sowohl für Wärme als auch zur Stromerzeugung genutzt wird. Zusätzlich werden Strom und Erdgas aus dem Netz bezogen.

Insgesamt entstehen jährlich rund 344.132 Tonnen CO₂ aus Biomasse sowie etwa 35.900 Tonnen CO₂ aus Erdgas. Die fossilen Emissionen fallen damit vergleichsweise gering aus, da Biomasse als Teil des natürlichen Kohlenstoffkreislaufs gilt.


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