Insolvenzen in Linz-Land: Mehr Firmen und Private betroffen
LINZ-LAND. Im Bezirk sind in den ersten neun Monaten des Jahres mehr Unternehmen in Insolvenz geraten als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch die Zahl der Privatinsolvenzen stieg leicht.

Der Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) zählte heuer im Bezirk bisher 83 Unternehmensinsolvenzen. Das sind zwei Fälle oder 2,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Während die Zahl in Linz-Land stieg, ging sie in Oberösterreich um 3,15 Prozent auf 585 zurück.
Mehr Verfahren eröffnet
Von den 83 Unternehmensinsolvenzen im Bezirk wurden 55 Verfahren eröffnet. Das waren neun mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Weitere 28 Anträge wurden mangels Kostendeckung abgewiesen.
Petra Wögerbauer, Leiterin der KSV1870-Region Nord, warnt davor, einen Insolvenzantrag zu lange hinauszuzögern: „Unternehmen warten teilweise zu lange zu mit dem Insolvenzantrag und verstricken sich in immer höhere Verbindlichkeiten. Die finanziellen Verluste für die Gläubiger wachsen an.“
In Oberösterreich waren der Handel, das Baugewerbe sowie Beherbergung und Gastronomie in den ersten neun Monaten besonders häufig von Insolvenzen betroffen. Für das Gesamtjahr rechnet der KSV1870 mit einer Stabilisierung der Insolvenzzahlen auf dem Vorjahresniveau oder knapp darunter.
139 Privatinsolvenzen im Bezirk
Auch die Zahl der eröffneten Privatinsolvenzen stieg in Linz-Land: von 137 auf 139 Verfahren. Das entspricht einem Plus von rund einem Prozent. Oberösterreichweit fiel der Anstieg mit rund 18 Prozent auf 1.152 Fälle deutlich stärker aus.
Laut KSV1870 stellten viele Betroffene ihren Antrag noch vor Mitte Juli, weil damals die Möglichkeit einer dreijährigen Entschuldung für Verbraucher auslief. Dieser Vorzieheffekt schwächte sich gegen Ende des dritten Quartals wieder ab. Auch hohe Wohn- und Lebenshaltungskosten erhöhen dem Verband zufolge das Risiko einer Überschuldung.








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden