Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Ganes: "Wir haben gelernt uns in der Männerdomäne Musik besser durchzusetzen"

Valerie Himmelbauer, 25.01.2017 11:57

Seit Hubert von Goiserns Schiffstour 2009 sind die musikalischen Wassernixen von Ganes auch in Linz alte Bekannte. Tips erzählten die Ladinerinnen Elisabeth und Marlene Schuen, wie sie sich in der Männerdomäne Musik durchsetzen lernten und warum die Südtiroler Sagenwelt von klein auf eine große Rolle für sie gespielt hat. Am 22. Februar sind die Ladies im Posthof in Linz zu Gast. Tips verlost 4x2 Karten unter www.tips.at  

Die Schwestern Marlene und Elisabeth mit Cousine Maria (vo. li.) sind als Wassernixen „Ganes“ am 22. Februar im Posthof zu Gast. F: Claudia Höhne

Tips: Euer Linzer Auftritt steht kurz bevor, was verbindet euch mit Linz?

Marlene: Wir haben tolle Erinnerungen, zB an die Europa-Tour am Schiff mit Hubert von Goisern. Es war eine Zeit, wo wir drei entdeckt haben, dass das Dreistimmige sehr natürlich mit uns funktioniert und dass wir es lieben. Da hat es eigentlich angefangen mit uns.

Elisabeth: Und ich komme außerdem sehr gern nach Linz, weil ich hier ein Jahr gelebt habe und auch mein Kind hier zur Welt gekommen ist, er ist jetzt drei Jahre alt.

Tips: Ihr präsentiert auf der Bühne euer fünftes Album, wie habt ihr euch in der Zeit weiterentwickelt?

Marlene: Die erste CD 2010 haben wir relativ spontan aus dem Bauch heraus gemacht. Wir haben selber auch gar nicht genau gewusst, was wir wollen. Das hat sich schon sehr verändert. Seit den letzten zwei Alben arrangieren wir alles selber, auch im Studio. Wir machen die ganze Vorproduktion selbst, spielen die Instrumente mit ein. Das ist jetzt wirklich Ganes, das sind wir.

Elisabeth: Man lernt sich über die Jahre besser mitzuteilen, sich besser durchzusetzen. Auch sich in diesem – noch immer sehr männlich dominierten – Geschäft durchzusetzen. Am Anfang war es sehr schwierig zu sagen: Ich meine das wirklich ernst und ich will das so haben. Wir haben jetzt immer mehr in der Hand, haben mehr Durchblick.

Marlene: Als Frau in der Musikwelt ist man halt immer noch in der Minderheit. Wir haben auch gemerkt, dass wir uns nicht stressen lassen wollen und uns die Zeit nehmen wollen, die wir brauchen. Und wir haben gelernt, dass man nichts erzwingen kann. Wir machen Liebhaber-Musik, Musik, die nicht so kommerziell ist, nicht im Radio läuft. Tips: Auch eure Live-Performance hat sich über die Zeit verändert...

Elisabeth: Früher gab es bei unseren Auftritten dazwischen auch mal leichtere Songs, zum Auflockern. Jetzt ist es schon so, dass das Konzert ein einziger Bogen ist, man kommt in die Stimmung hinein und bleibt ein Konzert lang drinnen. Das macht sowohl bei uns als auch beim Publikum eine konzentrierte Atmosphäre, es ist jetzt auf einer bestimmten Ebene etwas ganz anderes als bei früheren Auftritten.

Tips: Euer neues Album dreht sich um die Sagenwelt der Südtiroler Dolomiten, wie kam euch die Idee?

Elisabeth: Wir wollten diesmal ein Konzeptalbum schaffen, nicht so wie früher sehr durchmischt. Es kam schnell die Idee, dass wir mit den Sagen aus den Dolomiten arbeiten wollen, die sich direkt vor unserer Haustür abgespielt haben.

Marlene: Wir sind früher immer mit Mama und Papa wandern gegangen in den Bergen. Sie haben uns immer von den Sagen erzählt. Diese Bilder haben wir auch heute noch im Kopf. Deshalb war es sehr inspirierend, dazu Musik zu schreiben. Es war uns wichtig, dass man diese atmosphärische Weite in der Musik gut heraushört. Elisabeth hat eher einzelne Sagen ausgewählt, ich habe mir einen Sagenzyklus ausgesucht, zu dem wir musiziert haben. Der ist so ein bisschen „Herr der Ringe-mäßig“ .

Tips: Sind Fantasyfilme auch privat euer Genre?

Marlene: Ich finde Filme wie „Herr der Ringe“ schon richtig bombastisch. Mich faszinieren die Landschaften, diese Weite, die Geschichten, die Elben, die Zwerge...

Tips: Das neue Album hätte auch gut als „Herr der Ringe“-Filmmusik dazugepasst, würdet ihr gerne einmal für einen Film komponieren?

Elisabeth: Es war bei diesem Album schon so, dass wir dachten, dass es sogar in die Filmmusik-Richtung geht. Wenn uns mal jemand fragen würde, eine Filmmusik zu schreiben, dann gerne! Das wäre was richtig Feines.

Tips: Spannend ist ja auch die ladinische Sprache, in der ihr singt - eure Muttersprache, welche Bedeutung hat sie für euch?

Elisabeth: Wir hatten schon immer wieder Songs in Englisch, Italienisch und Französisch, aber eigentlich sind wir dann doch immer bei Ladinisch geblieben. Es hört sich einfach anders an, die Sprache hat ihren Klang. Das trägt zur Musik bei. Bei dieser CD mit den Sagen wäre keine andere Sprache in Frage gekommen. Es ist ja auch schön, wenn die Sprache die Fantasie anregt und man sich von ihr leiten lässt, und nicht immer alles versteht. Live erklären wir auch viel zur Musik. Marlene: Musik ist ja an sich eine Universalsprache. Es gibt gerade sowieso eine Tendenz in der eigenen Muttersprache zu singen. Zum Beispiel Bands aus Island, die moderne Popmusik machen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden