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Mit dem Auftritt von Bassbariton Erwin Schrott samt Gästen fand das dritte und letzte Konzert des diesjährigen Durchgangs der Klassik am Dom-Serie vor rund 2.200 Besuchern statt.  Das Programm des aus Uruguay stammenden, in Wien lebenden Künstlers bot alle Zutaten, die man sich von einem sommerlichen Open Air wünscht.   

  1 / 5   Die Oberösterreicherin Daniela Dett, Mitglied des Musicalensembles am Linzer Musiktheater im Duett mit Erwin Schrott. Foto: Mesic

„What a marvellous night!“ Dieser Satz entkam dem Stimmvirtuosen Erwin Schrott gleich zweimal an diesem Abend. Bei vielen anderen mag dies gekünstelt oder inszeniert wirken, aber Erwin Schrott gab auf der Bühne nicht vor, das zu sein, was seine zum Teil weiblichen Fans vielleicht erwarteten, sondern er genoss! Und zwar seinen Auftritt, die Kulisse des Mariendoms (“look how beautiful the dome is for us tonight“), die Soloeinlagen seiner Musiker, das gemeinsame Musizieren mit den Gästen, die er sich für sein Programm mit auf die Bühne geholt hatte – kurzum: sein Auftritt schien ein Fest zu sein, ein Fest zu Ehren der Lebensfreude, der in südlicheren Gefilden mehr Raum als in unseren Breiten gegeben wird und an die uns Erwin Schrott mit seinem Programm „Cuba Amiga“ erinnern zu wollen schien.

„Cuba Amiga“

Die Freude darüber, Heiterkeit und Frohsinn an diesem Abend am Domplatz neu entdeckt zu haben, drängte die stimmliche und künstlerische Leistung Erwin Schrotts und seiner Freunde schon fast in den Hintergrund: das warme Timbre des als bester Don Giovanni der Welt gefeierten Opernstars erfüllte die Lieder des Tangokönigs Carlos Gardel aus den 30er Jahren, dessen Biografie Schrott zu diesem Programm inspiriert hat, mit neuem Leben und den Domplatz akustisch wunderbar aus, die spanische Mezzosopranistin Nancy Fabiola Herrera, ebenso ein internationaler Star, brillierte in drei Duetten, die Oberösterreicherin Daniela Dett, ein fixes Mitglied des Musicalensembles am Linzer Musiktheater, harmonierte stimmlich mit dem druckvollen Bariton von Schrott und das 16-jährige Ausnahmetalent Michael Häringer versetzte das Publikum am Piano mit einer Eigenkomposition in Staunen. Dazu die Musiker in Erwin Schrotts Orchester, allen voran Claudio Constantini am Bandoneon, der „Ziehharmonika“, die so typisch für die Tangomusik ist.

Klangvoller Abend

In seinen Zwischenmoderationen kündigte Schrott nicht nur die nächsten Nummern an, sondern erklärte auch, wie wichtig ihm Freundschaften, auch im Beruf, seien, bereitete das Publikum auf die Auftritte seiner als Freunde bezeichneten Gäste vor und verschaffte diesen somit neben sich eine Bühne - eine Geste, die zu seinem insgesamt sympathischen, lockeren Auftreten passte. Mit dem Lied „Amapola“ huldigte er einem seiner Mentoren, Placido Domingo, bei den Cha-Cha und Rumbaklängen von „Perfidia“ zuckten selbst den Tanzmuffeln die Beine und bei „Rojotango“, der ersten Zugabe, schwor man sich, auch das nächste Konzert von Erwin Schrott sehen zu wollen. All diese herausragenden Künstler und Musiker an einem Abend auf der Bühne am Mittwoch, am Sonntag davor das visuelle und akustische Klangfeuerwerk von Martin Grubinger und am Dienstag die Kombination der bayerischen Kultband Haindling mit der Carmina Burana und den Münchner Symphonikern -  diese Vielfalt zeichnete die heurige KLASSIK AM DOM-Konzertsaison aus.


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