AK-Kunstpreis für Christel Kiesel de Miranda
LINZ. Der diesjährige Kunstpreis der Arbeiterkammer Oberösterreich geht an die 32-jährige Künstlerin Christel Kiesel de Miranda. Mit ihrer Arbeit „Ende Gelände“ hat sie ein eindrucksvolles Werk über den Kohleausstieg und seine Folgen vorgelegt. Der AK-Kunstpreis ist mit 2.000 Euro dotiert.

Deutschland will aus dem Kohleabbau aussteigen. Was aber passiert nun mit der Kulturlandschaft einer Region, die ihre prägende Industrie verliert? Es sind Bilder der Verwüstung, die die Landschaft der ehemaligen Braunkohlegruben prägen. Zurück bleibt eine „Mondlandschaft“, gigantische Restlöcher, die nun geflutet werden. Es erfolgt die Rekultivierung zu einem Erholungsgebiet. Künstliche Seen, in denen man vielleicht irgendwann einmal baden kann. Aber was bleibt den Menschen, die dort gelebt haben? Die Folgelandschaft kann die Leere und den Verlust der Heimat nicht ersetzen. Zurück bleiben Erinnerungen, Fragmente, Phantomschmerzen. Verlassene Orte, Relikte, Artefakte und das schmerzliche Gefühl der Heimatlosigkeit.
Existenzgrundlage
Christel Kiesel de Miranda erzählt in ihrer künstlerischen Arbeit die Geschichte des Verschwindens. Das Verschwinden einer Landschaft, eines Dorfes, einer Kultur, ganzer Existenzen. „Ihre ausgezeichnete Arbeit macht recht eindrucksvoll deutlich, wie stark Menschen von ihrer Existenzgrundlage geprägt sind, wie identitätsstiftend diese ist und welche Leere zurück bleibt, wenn ihnen diese genommen wird“, begründet AK-Präsident Johann Kalliauer die Entscheidung der Jury.
Jährlicher Preis zum Thema Arbeit
Der AK-Kunstpreis wird jährlich an Absolventen der Kunstuni Linz vergeben, die sich in ihren Diplom- und Masterarbeiten mit dem Thema Arbeit befassen. „Damit wollen wir künstlerische Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt forcieren und honorieren“, so Kalliauer.


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