"Die Bretter, die die Welt bedeuten": Vorhang auf für "Klasse Kunst" in der Landesgalerie Linz
LINZ. Der Vorhang wird geöffnet, ein schwarzer Raum breitet sich vor einem aus. Im Dunklen erahnt man erste beeindruckende Werke, ein Lichtkegel lädt ein, ins Rampenlicht zu treten. Und schon ist man mitten in der neuen Ausstellung „Klasse Kunst“ in der Landesgalerie Linz. Zum schon siebten Mal findet heuer das besondere Ausstellungs- und Vermittlungsformat statt. Thema dieses Mal: Die „Bretter, die die Welt bedeuten“.

„Klasse Kunst ist ein einzigartiges Format, das wir kreiert haben. Die Vermittlung von Kunst, die Zielgruppe und das Kuratieren werden hier von Beginn an zusammen gedacht“, freut sich Landesgalerie-Leiterin Gabriele Spindler. Besonders Schulklassen, aber auch Jugendliche und Kinder mit ihren Familien, letztlich auch Erwachsene werden damit angesprochen.
Das neue Ausstellungs- und Vermittlungsformat stellt Projekte und Fragen rundum künstlerische Positionen, die sich mit Theater, Performance, Rollenspiel oder Tableau Vivant beschäftigen.
Von Mühe bis Valie Export
So ist etwa ein beeindruckendes aber auch irritierendes Werk von Andreas Mühe zu sehen: Ein großformatiges Familienportrait – „Mischpoche“ - dass lebende und tote Familienmitglieder vereint. In mühsamer Kleinstarbeit wurden verstorbene Verwandte lebensecht aus Silikon nachgebildet – bewusst lässt der Berliner Künstler, der aus einer bekannten Schauspieler- und Theaterfamilie kommt, die Inszenierung erkennen.
Willi Dorner unterdessen erforscht mit seinen bewegten Parcours das Verhältnis von Körper und Stadtraum. Die Körper werden Teil der Architektur. Fotografiert wurden die Interventionen von Lisa Rastl.
Weitere an der Ausstellung beteiligte Künstler sind Irene Andessner, Valie Export, Klaus Pichler, Josef Bauer, Mira Gáberová, Marianne Greber/Steven Cohen, Martin Klimas, Jakob Lena Knebl, Leonhard Müllner/Susanna FLock, Jianan Qu und Barbis Ruder.
Besucher wird zum Spieler
Passend zum Thema wird der Besucher aber auch selbst zum Performer, Theaterspieler, Bühnenkünstler: Das Vermittlungskonzept ermöglicht es, in die Kunst einzutauchen und animiert, die Kunst aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. So können Szenen von Kunstwerken nachgestellt werden, der Besucher kann sich in Kostüme oder Masken werfen, sein Wissen über Theaterzitate entdecken. In einer beeindruckenden Ausstellungsarchitektur lassen die beiden Kuratorinnen Dagmar Höss und Astrid Hofstetter die Besucher in die Welt der Bühne eintauchen.
Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
„Klasse Kunst trägt dazu bei, dass sich die Landesgalerie öffnet. Ursprünglich als Angebot für Schulen gedacht, fühlen sich immer mehr Erwachsene angesprochen und probieren die Sachen aus. Klasse Kunst ist die ideale Ausstellung für Besucher, die sich für Kunst zu interessieren beginnen und Kunst entdecken wollen“, lädt auch Sandra Biebl vom OÖ Landesmuseum ein.
Besondere Führungen, Kindereröffnung
Eröffnet wird die Ausstellung am Mittwoch, 2. Oktober, 19 Uhr, mit mehreren Performances, zahlreiche Angebote stehen zudem am Programm.
So finden Sonntags-, Familien- und Seniorenführungen statt, die Kuratorinnen führen durch die Schau, am 6. Februar findet ein Performance-Abend statt.
Richtig wuseln wird es wieder am Sonntag, 20. Oktober, ab 15 Uhr, bei der offiziellen Kindereröffnung.
Alle Angebote, vor allem für Schulen, gibt's unter www.landesmuseum.at
Hand in Hand mit „La Bohème“
„Klasse Kunst“ - zu sehen bis 23. Februar 2020, ist auch Vorbote zur großen Ausstellung „La Bohème: Toulouse-Lautrec und die Meister von Montmartre“, die am 16. Oktober eröffnet wird. Beide Ausstellungen gehen Hand in Hand, auch Kombi-Führungen werden angeboten.


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