Das "architekturforum oberösterreich" nimmt kontaminierte Orte in den Fokus
LINZ. Das architekturforum oberösterreich (afo) zeigt in Linz aktuell die Ausstellung „Kontaminierte Orte“. Die Schau durchbricht das oft beschworene Idyll Oberösterreichs. Gezeigt werden Orte, an denen Gewalt, Kriminalität oder andere Verwerfungen stattfanden.

Verborgen oder sichtbar, vergessen, verdrängt oder inszeniert: Wenn wir Orte besuchen, Gebäude besichtigen und Landschaften durchwandern, haben viele von diesen ihre Unschuld längst verloren – sie sind durch historische Ereignisse kontaminiert. Ausgehend vom Essay „Kontaminierte Landschaften“ (2014) von Schriftsteller Martin Pollack und der Diskussion um Hitlers Geburtshaus in Braunau spannt die Ausstellung einen weiten historischen und geografischen Bogen.
14 exemplarische Orte
Eine zweijährige intensive Vorbereitung ging der Schau voran. Architekturhistoriker und Kurator Georg Wilbertz beleuchtet exemplarisch Fälle seit der frühen Neuzeit, beschreibt das jeweilige Geschehen und stellt die Frage, wem Erinnerung nützt, wer sie verdrängt, wer sie steuert oder gar von ihr profitiert. Manche Grausamkeit wandelte sich mit zeitlichem Abstand zu Folklore oder zum touristischen Event. 14 exemplarische kontaminierte Orte werden vorgestellt.
Darunter das „Bettler-Haftlager Schlögen“: Vagabundierende Arbeitslose und sogenannte Arbeitsscheue sollten dort von 1935 bis 1938 durch Haft und Arbeitsdienst „reintegriert“ werden.
Kuratorenführungen
Zu sehen ist die Ausstellung im afo (Herbert-Bayer-Platz 1, Linz) bis 21. Dezember. Am 30. Oktober, 22. November und 12. Dezember werden Kuratorenführungen angeboten. Anmeldung unter office@afo.at; alle Infos: www.afo.at


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