Linzer Publikumshit: 12.600 Besucher pilgerten zur Langen Nacht der Bühnen

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Valerie Himmelbauer Valerie Himmelbauer, Tips Redaktion, 18.11.2019 14:39 Uhr

LINZ. Die 9. Lange Nacht der Bühnen war ein voller Erfolg: 12.607 Besucher wurden bei den Veranstaltungen gezählt. 586 mitwirkende Künstler – und damit so viele wie noch nie – zeigten auf 31 Bühnen in 121 Veranstaltungen die Bandbreite ihres Könnens. 

Traditionellerweise startete die „Lange Nacht“ auch diesmal bereits tagsüber um 14.30 Uhr mit dem Programm für junges Publikum. Für die jüngsten unter den Theaterliebhabern gab es ein buntgemischtes Programm mit Musik- und Tanzveranstaltungen, aber auch Schauspiel und Mitmach-Angebote. Im Zentrum standen dabei die Programme des Kinderkulturzentrums Kuddelmuddel und des Theater des Kindes mit insgesamt knapp 700 begeisterten Besucher. Aber auch das Theater Maestro durfte sich über ausschließlich ausverkaufte Vorstellungen und 756 Besucher freuen.

„Das wurmt“

Besonders erfolgreich auch die neue Produktion von HELIXprojects „Das wurmt…!“ im OK, das mit vier ausverkauften Vorstellungen seine umjubelte Premiere feiern konnte. Den eigentlichen Startschuss für den Bühnenmarathon, der in Österreich nach wie vor seinesgleichen sucht, gab die offizielle Eröffnung der Langen Nacht der Bühnen. Diese fand diesmal im Schauspielhaus des Landestheaters an der Promenade statt. „Lange Nacht“-Organisator und Mastermind Alfred Rauch begrüßte das theaterhungrige Publikum mit einer Brandrede für die Kultur. „Das Potenzial an kreativen Menschen macht Oberösterreich zum Kulturland, in dem wir stolz auf unsere Künstler sein können!“ Er wünsche sich allerdings, dass dies nicht nur in den Sonntagsreden der Politiker vorkomme, „sondern sich auch in der Finanzierung der Kunst niederschlägt“, so Rauch.

Gesellschaftspolitische Töne

Viele Künstler würden unter prekären Bedingungen arbeiten. „Viele arbeiten auch bei der Langen Nacht der Bühnen unentgeltlich, ohne das ginge es gar nicht. Das ist einen großen Applaus wert!“, ließ Rauch hinter die Kulissen blicken. „Das ist einem Kulturland unwürdig“, pflichtete Landestheater-Intendant Hermann Schneider bei. Der Hausherr zeigte sich begeistert vom „Marathon-Programm“ der „Langen Nacht“ und prophezeite, dem Publikum würden „Augen und Herz übergehen“. Zwei Jahre nach der Gründung von #kulturlandretten als Plattform gegen den Kultur-Abbau nach Subventionskürzungen des Land Oberösterreichs und der Aufkündigung des Theatervertrages im Vorjahr durch die Stadt Linz, zeigte sich die „Lange Nacht“ auch diesmal als Podium für gesellschafts- und kulturpolitisch relevante Themen. „Denn Künstler*innen haben nicht nur den Auftrag zu unterhalten“, so Alfred Rauch.

„Artists for Future“

So rief die Choreografin und „Lange Nacht“-Mitwirkende Christine Maria Krenn mit „Artists for Future“ eine Solidaritätsaktion mit der „Fridays for Future“-Bewegung ins Leben. Viele der Künstler und Ensembles, die auftraten, solidarisierten sich mit den Anliegen von „Fridays for Future“ und gaben nach ihren Performances ein Statement zum Thema Klimaschutz ab. „Wenn es uns damit gelingt, dass Sie sich Gedanken machen, ist schon viel erreicht“, formulierte es Rauch hoffnungsfroh. Im Mittelpunkt des  Abends stand aber nach wie vor die Kunst und ihre Proponenten: Die Lange Nacht der Bühnen ist ein Format, das auf beeindruckende Weise das Können und die Qualität der Künstler aus Oberösterreich demonstriert.

Breite Palette an Kreativität

 

„Innerhalb kurzer Zeit wird dem Publikum eine breite Palette präsentiert“, schwärmte Andreas Baumgartner, der Leiter des Theater des Kindes. Anders als bei „Langen Nächten“ in Deutschland sind in Linz nicht nur die Institutionen an Bord, sondern auch die Freie Szene. „Die Offenheit der Institutionen für die Freie Szene ist sehr groß und ermöglicht es erst, dass sich alle unter optimalen Bedingungen präsentieren können“, ergänzte Rauch. In den einzelnen Spielstätten sieht es stark nach Besucher-Rekord aus. Spitzenreiter bei den Besucherzahlen waren dieses Jahr das Schauspielhaus mit insgesamt 3.262 Besuchern, das umfangreiche Programm im AEC lockte 1.249 Besucher an und schon zur Tradition geworden ist das große Interesse an zeitgenössischem Tanz im Lentos mit 1.140 Besuchern. Aber auch die vielen anderen Spielstätten waren restlos ausverkauft oder konnten sich über hervorragende Besucherzahlen und großes Interesse freuen.

Große Begeisterung

„Besonders freut es mich, wenn ich sehe, wie viele junge Menschen heuer unsere Angebote wahrgenommen haben. Da pilgern Lehrern mit ganzen Schulklassen begeistert von einer Spielstätte zur anderen und wird die Lange Nacht der Bühnen kurzerhand zum Geburtstagsevent umfunktioniert. Ein wunderbarer Beweis dafür, mit welcher Begeisterung die Menschen in diesem Land die kulturellen Angebote annehmen“, zieht Rauch sein äußerst positives Resümee einer langen und intensiven Theaternacht.

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