Thomas Kerbl im Interview: Musical „Kiss me Kate“ kommt erst 2021, Notfalltopf für Bruckneruni-Studierende eingerichtet

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 07.04.2020 19:52 Uhr

BAD LEONFELDEN/LINZ. Die Produktion „Kiss me Kate“ der Musicalfestwochen Bad Leonfelden musste auf Sommer 2021 verschoben werden. Tips hat sich mit dem Produktionsleiter, Bruckneruni-Vizerektor Thomas Kerbl auch über den neuen Notfalltopf für Bruckneruni-Studierende unterhalten.

Tips: Die beliebten Musicalfestwochen in Bad Leonfelden wurden auf Sommer 2021 verschoben, eine sicherlich schwere Entscheidung?

Kerbl: Auf jeden Fall war die Entscheidung schwer. Wir sind vor der Situation gestanden, dass wichtige Probenphasen in den nächsten sechs Wochen nicht durchgeführt werden können und der Bau des aufwendigen Bühnenbildes Anfang Mai nicht gesichert ist. Vor allem geht es aber um unser Publikum. Wir haben ja bereits über 4.000 Ticketanfragen erhalten, darunter sind viele treue Gruppen der mittleren bis älteren Generation. Im Sinne der gesundheitlichen Sicherheit können wir es nicht riskieren, vor fast 700 Gästen zu spielen. Wir werden die Produktion 2021 realisieren, bereits gekaufte Karten werden rückerstattet oder für 2021 gutgeschrieben.

Tips: Das Musical kooperiert ja unter anderem mit der Anton Bruckner Privatuniversität. Dort haben Sie kürzlich einen Notfalltopf für bedürftige Studierende eingerichtet; gibt es aktuell einen Lehrbetrieb bei Ihnen?

Kerbl: Die Bruckneruni spielt gemeinsam mit der MTA 'Musical Theatre Academy' der LMS Puchenau eine zentrale Rolle im Erfolgskonzept der Musicals. So wie in Puchenau - meine Frau Susanne, die auch Regie bei 'Kiss Me Kate' macht, ist dort Direktorin - unterrichten alle Lehrenden gerade intensiv über das Internet. Die Mitarbeiter berichten das dies sehr gut funktioniert. Wir von der Uni-Leitung treffen uns in verschiedenen Konstellationen zu täglichen Skype-Sitzungen und unsere Administration ist lückenlos im Home Office vernetzt und bewältigt die enormen Aufgaben bewundernswert. An der Bruckneruni haben wir auch gerade eine Initiative – einen Notfalltopf für Studierende ins Leben gerufen. Viele unsere Studierenden finanzieren sich ihr Studium mit vielen Nebentätigkeiten. Sei es in der Gastronomie oder durch Engagements als Musiker, Schauspieler, Tänzer. Die sind total betroffen von der Krise. Alle Veranstaltungen sind auf weite Sicht abgesagt, viele Kündigungen in der freien Wirtschaft hat vor allem auch sie getroffen. Wir hoffen mit dem Spendenaufruf wenigstens die Lebenenserhaltungskosten für einige sichern zu können. Unglaublich erfreulich war die Spendenbereitschaft der Mitarbeiter und Professoren des Hauses und jetzt hoffen wir noch auf viele Zuwendungen von Freunden aus der Öffentlichkeit.

Tips: Wie wird sich die Krise auf die Kultur in Oberösterreich auswirken?

Kerbl: Ich mache mir da große Sorgen um die vielen so engagierten Kulturvereine und Initiativen, ob alle diese Krise überstehen und ihre idealistische Arbeit fortsetzen können. Zusätzlich hoffe ich sehr, dass es nach dieser Krise zu einer vermehrten Zusammenarbeit zwischen den Kulturträgern in unserem Lande geben wird. Wir von der Bruckneruniversität leben seit Jahren das Prinzip der offenen Kooperationen und sind sehr erfolgreich mit vielen Partnerschaften tätig. Ich würde gerne alle Vereine und Initiativen einladen, sich bei uns zu melden. Womöglich können wir im Zeichen einer intensiveren Zusammenarbeit auch helfen, die Krise besser und vor allem gemeinsam zu meistern.

Spenden für den Corona Notfalltopf der Anton Bruckner Privatuniversität: Raika Landesbank, IBAN: AT27 3400 0000 0511 7890

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