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LINZ. Zum schon 37. Mal geht im Posthof das legendäre Lachfestival - das Linzer Kleinkunstfestival - über die Bühne, von 27. Oktober bis 27. November. An elf Abenden kommen die großen Sprücheklopfer in den Hafen.

Ohne Rolf (Foto: Jesco Tscholitsch)
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Christoph Fritz, die Science Buster, Helene Bockhorst, Thomas Maurer, Gardi Hutter, die Vaginas im Dirndl, Stiller Has, Rainald Grebe und Ohne Rolf sind mit dabei, beim Kleinkunstfestival 2020.

„Wir haben einen kleinen Schweiz-Schwerpunkt“, erzählt Posthof-Leiter Wilfried Steiner.

Den Auftakt macht am Dienstag, 27. und Mittwoch, 28. Oktober Christoph Fritz mit seinem Programm „Das Jüngste Gesicht“. „Vielleicht der spannendste der jungen Kabarettszene“, macht Steiner Lust. In einem Feuerwerk der pointierten Hoffnungslosigkeit gewährt Fritz Einblicke in seine Lebensgeschichte und Gedankenwelt. Alles begann in einer kleinen ländlichen Gemeinde, in der Veganismus als Einstiegsdroge zur Homosexualität gilt. Anfang 2016 wagte sich der jüngere der beiden im Alter von 21 Jahren zum ersten Mal auf eine Bühne. Für „Das Jüngste Gesicht“ wurde er mit dem „Förderpreis des Österreichischen Kabarettpreises 2018“ ausgezeichnet.

„Global Warming Party“

Weiter geht's am Samstag, 31. Oktober mit den Science Busters und ihrer „Global Warming Party“. Warum der Klimawandel eine Partybremse ist und was der Mensch dagegen machen kann, darum geht's. „Und Live-Experimente auf der Bühne lassen wieder den schlechten Physikunterricht vergessen“, so Steiner. Mit dabei sind Martin Puntigam, Astronom Florian Freistetter und Molekularbiologe Martin Moder.

In die „fabelhafte Welt der Therapie“ entführt die vielseitige und mit Preisen überschüttete Hamburger Autorin, Comedienne und Poetry Slammerin Helene Bockhorst am Montag, 9. November. Welche positiven Auswirkungen hat eine schlechte Kindheit? Wie exhibitionistisch darf eine Frau sein? Was haben Sex und Kartoffelsalat gemeinsam? Und warum beteiligt sich niemand am Crowdfunding für meine Brustvergrößerung - es hätten doch am Ende alle etwas davon?

Helene Bockhorst stellt sich schonungslos selbst infrage und präsentiert Geschichten, die lustig sind - sofern man sie nicht miterleben musste.

Zweimal Thomas Maurer

Der „wahrscheinlich versierteste politische Kabarettist Österreichs“ (Steiner) Thomas Maurer ist ebenfalls zweimal zu erleben, am Dienstag, 10. und Mittwoch, 11. November. Er bringt sein hochgelobtes neues satirisches Denkstück „Woswasi“ mit. Die zwei Denksysteme Fredl und Alfred assistieren Maurer, Inspirationsquelle des Abends ist das Buch des israelischen Psychologen Daniel Kahnemann.

Eine tote Clownin

Mit dabei ist eine herrlich untote Clownin: Gardi Hutter (Schweiz) kommt am Freitag, 13. November mit ihrem Clowntheater Gaia Gaudi. Erstmals tritt sie dabei mit ihren Kindern auf - ein „hochpoetisches Clownstück über den Tod“, so Steiner. In „Gaia Gaudi“ ist Gardi Hutter alias Hanna von Anfang an tot. Das Publikum versteht das sofort, nur Hanna nicht. Man sagt, die Seele eines Verstorbenen bleibe noch eine Weile im Raum. Hannas Seele flattert so ungetrübt, dass der Körper sie genervt packt und hinüber bugsiert: Er hört das Rumoren der nächsten Generation. Da eine Clownerin, eine Sängerin, eine Tänzerin und ein Percussionist diese Geschichte erzählen, wird der Abend voller Überraschungen sein. 

Freche „Vaginas im Dirndl“

Mit der Gruppe „Vaginas im Dirndl“ wartet ein nicht ganz jugendfreier Abend voller frecher Aufklärung für Erwachsene, am Donnerstag, 19. November. Die drei Musikerinnen Sina Heiss, Ursula Anna Baumgartner und Daniela Lehner, zwei Oberösterreicherinnen und eine Tirolerin, spielen ihr musikalisch hochkarätiges Kabarett erstmals gesamt in Linz. Sie spielen mit Stereotypen, provozieren. „Gendern wird oft zu ernst genommen“, meinen die drei. Im klassischen Dirndl auf der Bühne und auch barfuß spielen sie auch mit diesem Klischee vom Dirndl am Land.

Ebenfalls aus der Schweiz wird die Musikkabarett-Truppe Stiller Has rund um Endo Anaconda am Samstag, 21. November anreisen. Die Welt wird komplexer und unverständlicher. Absurder und bedrohlicher. Das einzige, was uns als Hoffnung bleibt, ist der Mann, der der Welt seine überlebensgroße Poesie entgegenhält. Auf dass wir lachen können, wo eigentlich alles nur noch zum Weinen wäre.

Österreich-Premiere: Münchhausenkonzert

Einer der ganz großen der Deutschen Szene, der unverwechselbare Rainald Grebe, feiert im Posthof mit seinem „Münchhausenkonzert“ am Donnerstag, 26. November Österreich-Premiere. Für sein sechstes Solo hat er einen alten Schmöker zur Hand genommen: Des Freiherrn Münchhausen wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande aus dem Jahr 1786. In der Gegenwart der fake news und des bullshits hätte sich Münchhausen eigentlich wohlfühlen müssen. Rainald Grebe befürchtet, er würde eher darunter leiden, kein Alleinstellungsmerkmal mehr zu haben. Grebe begibt sich in die Welt der Lügen und Halbwahrheiten, der Behauptungen und Schönfärberei, der Hochstapeleien, Übertreibungen und Verschwörungstheorien.

Den Abschluss des Kleinkunstfestivals macht schließlich am Freitag, 27. November die Schweizer Truppe „Ohne Rolf“ mit „Unferti“, erstmals in Linz.Es ist ein Kabarett ohne Worte, aber auch keine Pantomime. Jonas Anderhub und Christof Wolfisberg fabrizieren auf 1.000 Plakaten ein Print-Pong mit seitenweise überraschend komischen Momenten. Eine komplett neue Kleinkunstform, die das aus Luzern nach Linz kommt.

Karten

Alle Abend beginnen um 20 Uhr, Infos und Karten: www.posthof.at, Tel. 0732/781800, alle bekannten Kartenbüros. Im November gilt auch im Posthof der AK-Kulturmonat November, mit AK-Karten gibt's die Karte um 10 Euro.


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