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LINZ. Viele Jahre hat es gedauert, nun ist das Projekt erfolgreich abgeschlossen: Die Museen der Stadt Linz haben im neu umgebauten Magazin 1 der Tabakfabrik ihr neues Sammlungsdepot angesiedelt. Über 100.000 Objekte sind dort gelagert. Ganz besonders: Ein Teil der Sammlung ist in einem Schaudepot entlang des Behrens-Bands für das Publikum zu sehen. Am Mittwoch wurden das Kulturgütermagazin und Schaudepot offiziell eröffnet.

Teil des neuen Depots ist das Schaudepot. (Foto: Norbert Artner)
  1 / 6   Teil des neuen Depots ist das Schaudepot. (Foto: Norbert Artner)

„Das ist für uns ein sehr glücklicher Tag heute, es war ein großes Projekt, dass sich über einige Jahre viel Arbeit mit sich gebracht hat“, freut sich der Geschäftsführer der Museen der Stadt Linz Gernot Barounig bei der Eröffnung.

Neben dem Valie Export Center haben die Museen der Stadt Linz damit nun ihre zweite Einrichtung in der Tabakfabrik. Entlang des Behrens-Bands bietet sich für die Besucher ein Blick hinter die Kulissen der Museumsarbeit. „Wir haben das Behrens-Band bewusst öffentlich zugänglich gemacht, ein spannender Weg durch die Tabakfabrik ist so möglich“, lädt Markus Eidenberger, Geschäftsführer Immobilien Linz und Tabakfabrik, ein. Das neue Depot passe wunderbar zum Art-Magazin mit Ateliers und Co-Working-Spaces für Künstler. Rund 3,5 Millionen Euro wurden laut ihm in die Kernsanierung des Magazins investiert.

Über 100.000 Objekte

Insgesamt 1.800 Quadratmeter im 1. und 2. Stock des Magazins 1, dem ehemaligen Tabaklager, sind zu den neuen Depoträumlichkeiten umgewandelt worden. Etwa 120.000 Objekte aus der Linzer Geschichte, darunter viele Kuriositäten, umfasst die Sammlung des Nordico - ein Großteil davon ist nun dort untergebracht. Die alten, dicken Gemäuer sorgen für die klimatisch passende Umgebung.

Blick hinter die Kulissen

Auf Ebene 1 ist das neue Schaudepot (360 Quadratmeter) angesiedelt. Dort können entlang des Gangs hinter Glas etwa 550 Exponate bestaunt werden - alte Hutformen, Modelle von Kachelöfen, Möbel, alte Gläser, Linzer Keramik, Kunstankäufe und mehr entführen in vergangene Zeiten. Auch der Geschichte der Tabakfabrik wird ein Teil gewidmet, Nordico-Leiterin Andrea Bina konnte vor Jahren bereits von Peter Behrens entworfene Originalmöbel, Dioramen und mehr sichern.

Um auch Hintergrundwissen bereitzustellen, werden mittels QR-Codes Videos und weiterführende Informationen zu den im Schaudepot gelagerten Sammlungsstücken geliefert.

Mit dem Schaudepot wollen die Museen der Stadt Linz auch Bewusstsein dafür schaffen, dass Museumsarbeit weit mehr ist, als Ausstellungen zu zeigen: „Das Bewahren und Archivieren ist ein ganz wichtiger Job von Museen, das sieht man nur nicht“, so die Leiterin des neuen Depot-Projekts Fina Esslinger. Gemeinsam mit Architekt Philipp Weinberger wurde das Depot gestaltet.

Platzmangel im alten Depot

Nötig war die Übersiedelung des Depots übrigens aufgrund von Platzmangel im ehemaligen Lager in der Neuen Heimat. Auch wären dort umfassende Sanierungsarbeiten nötig gewesen. „Das Depot jetzt mitten in der Stadt bietet auch kürzere Wege zu den Museen“, so Barounig. Auch seien neue Strukturierungen und Ordnungssysteme dadurch ermöglicht worden.

Offizielle Eröffnung

Auch Bürgermeister Klaus Luger und Kultur-Stadträtin und Aufsichtsratsvorsitzende Doris Lang-Mayerhofer waren bei der Eröffnung, die vom Tangible Music Lab der Kunstuni Linz, ebenfalls in der Tabakfabrik angesiedelt, mit „außerirdischen“ Klängen umrahmt wurde, begeistert. „Es war ein Kraftakt für die Linzer Museen, aber jetzt ist die perfekte Symbiose geschaffen. Es gehört auch Mut dazu, in ein denkmalgeschütztes Gebäude ein Depot zu integrieren“, gratuliert Lang-Mayerhofer. Bürgermeister Luger verweist auf den technologischen Fortschritt und wirtschaftlichen Gewinn, der sich gemeinsam mit Kreativität und Kunst unter dem Dach der Tabakfabrik versammeln. Und er wünscht sich, „dass die Menschen die Chance nutzen, sich mit damit auseinandersetzen und das Schaudepot besuchen.“

Täglich geöffnet

Das Schaudepot ist täglich von 7 bis 17 Uhr über das Behrens-Band individuell begeh- und einsehbar. Bei buchbaren Gruppenführungen bietet sich auch die Gelegenheit, das Depot von innen zu besichtigen. Das Team der Kunst- und Kulturvermittlung stellt sich auf die Wünsche und Bedürfnisse der jeweiligen Gruppe ein. Kosten: 70 Euro / 1 Stunde, 50 Euro/ 30 Minuten. Information: karin.schneider@lentos.at oder unter Tel. 0732/7070-1912. Auch ein Schulklassen-Programm wird angeboten, Infos und Anmeldung: kunstvermittlung@lentos.at

Tag der offenen Tür

Am Sonntag, 15. Mai, 16 bis 20 Uhr, wird zum Tag der offenen Tür geladen - dabei wird das Schaudepot auch erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Eintritt frei.

 


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