Ars Electronica: 71.000 Besuche auf Planet B
LINZ. Das Ars Electronica Festival mit dem Titel „Welcome to Planet B“ ging heuer mit so vielen Kunstschaffenden wie noch nie über die Bühnen der Stadt Linz. Auch die Besucherzahlen enttäuschten nicht: 71.000 Menschen ließen die Verbindung aus Kunst, Technologie und Gesellschaft auf sich wirken.

„Wer bei der diesjährigen Ars Electronica war und die 24-jährige Neirok Leem von den Marshall Inseln gehört hat, weiß zwei Dinge: Erstens, dass wir noch immer keinen blassen Schimmer davon haben, was die Klimakrise für uns bedeuten wird. Und zweitens, dass der anstehende Wandel ein ganz grundlegender sein muss“, betont Gerfried Stocker, künstlerischer Leiter des Ars Electronica Centers. „Wer beim Festival war, hat aber auch erlebt, dass diese Wahrheit zumutbar ist und die Menschen weder in Panik noch in Resignation verfallen lässt.“ Auch der Termin für die nächste Runde steht fest: Die Ars Electronica 2023 findet von Mittwoch, 6. September bis Sonntag, 10. September 2023 statt.
Plnet B macht Mut
Willkommen am Planeten B – das Ars Electronica Festival 2022 zeichnete das Bild einer Welt, die die aktuellen klimapolitischen Herausforderungen bereits überwunden hat. Die Entschlossenheit, mit der Forschende, Aktivisten und nicht zuletzt Kunstschaffende für Veränderung plädieren, mache Mut. Diese Transformation gelinge laut Meinhard Lukas, Rektor der Johannes-Kepler-Universität Linz, durch eine globale und diverse Jugend. Die Kooperation von Studierenden aus aller Welt Lösungsansätze für die Krisen unserer Zeit.
953 Menschen aus 76 Ländern waren am Programm der diesjährigen Ars Electronica beteiligt. Nachdem das Festival zwei Jahre lang hauptsächlich online stattgefunden hat, konnten dieses Jahr wieder 11 Locations im Linzer Stadtgebiet bespielt werden. Vom 7. bis zum 11. September haben trotz wechselhaftem Wetter mehr als 71.000 Menschen das Festival besucht.
Das Programm
Ausverkaufte Publikumsmagneten waren die täglich mehrmals angebotene Performance „Sh4d0W“, die Futurelab Night, die Deep Space-Präsentationen der Kuratoren des Pariser Louvre und der Direktorin der Vatikanischen Museen und die beiden Konzerte der US-amerikanischen Musikerin Laurie Anderson, die mit Dennis Russell Davies, der tschechischen Philharmonie Brünn und Rubin Kodheli ihre „Songs for Amelia“ zur Aufführung brachte.
Erstmals durchgeführt wurde das „Job-Buffet“, eine Zusammenarbeit mit dem AMS OÖ. 14 Unternehmen als Arbeitsgebende und Arbeitssuchende sollten auf unbekannten Terrain ins Gespräch kommen - Ergebnis sind zahlreiche Vorstellungsgespräche diese Woche, das Experiment habe funktioniert.
Kooperation der Kulturen
Das Finale des Festivals - eine fiktive, internationale Umwelt- und Klima-Gerichtsverhandlung, an der die 200 Studierenden aus 70 Ländern teilnahmen. Den Vorsitz dieses Feldversuchs führte Mathis Fister, Professor für Verfassungsrecht und Verwaltungsrecht an der Johannes Kepler Universität Linz, öffentlich verhandelt wurden die Fragen, ob Wasser ein privates oder öffentliches Gut sein soll, ob Atomenergie als grün gelten kann und wie der Status „Klimaflüchtling“ zu definieren ist.
„Es ist immer wieder beglückend, so viele Gäste aus aller Welt bei uns Linz begrüßen zu dürfen. Die Vielfalt an Sprachen, Kulturen und Disziplinen, die Offenheit, die Kreativität und der Optimismus – all das formt diese einmalige Atmosphäre, die im Rahmen der Ars Electronica jeden September in unsere Stadt einzieht.“ freut sich Bürgermeister Klaus Luger.
Mehr Eindrücke sind in der Bildergalerie sowie im folgenden Video zu finden.
https://youtu.be/bfOmXjYvlfU


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