Rotes Kreuz zieht Jahresbilanz
LINZ. „Herausfordernd. Ereignisreich. Erfolgreich“ – so fasst das OÖ Rote Kreuz das Jahr 2015 zusammen.

Das Jahr 2015 war für das OÖ. Kreuz sehr intensiv. Nicht nur wegen der Betreuung tausender flüchtender Menschen, sondern vor allem, weil die Dienste und Leistungen der größten humanitären Hilfsorganisation des Landes im Allgemeinen sehr stark in Anspruch genommen wurden. „Besonders markant zeigt sich dies in der Entwicklung der Rettungs- und Krankentransporte. 544.535 Mal wurde die Hilfe unserer Rettungsteams im vergangenen Jahr benötigt. Das bedeutet einen etwa 4Prozent-igen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr“, erläutert OÖ. Rotkreuz-Präsident Walter Aichinger. Zurückzuführen ist dieses Mehraufkommen einerseits auf die demografische Entwicklung der Bevölkerung und andererseits auf ein generell höheres Verletzungs- und Erkrankungsaufkommen, denn auch die Notarztdienste wurden 2.170 Mal öfter benötigt, als noch im Jahr zuvor.
HÄND – eine erfolgreiche Entwicklung
Eine interessante und äußerst erfolgreiche Entwicklung verzeichnet auch der Hausärztliche Notdienst: „Im vergangenen Jahr wurde dieses Angebot vielerorts installiert und wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden. 44.693 Visiten haben wir registriert. Heuer wurde der HÄND bereits flächendeckend umgesetzt“, so Aichinger.
19 Sozialmärkte – zwei weitere bereits eröffnet
Eine Steigerung stellte das OÖ. Rote Kreuz auch bei der Inanspruchnahme der Sozialmärkte fest: „Was vor wenigen Jahren noch als Pilotprojekt initiiert wurde, ist heute fest verankert und für viele Menschen ein unverzichtbares Angebot. 69.323 Einkäufe verzeichneten wir im Jahr 2015 in unseren Märkten. Im Jahr zuvor waren es knapp 52.000. 19 Sozialmärkte betrieben wir im vergangenen Jahr, zwei weitere haben wir heuer bereits eröffnet“, führt Aichinger aus.
Rekord bei den Freiwilligen
Besonders erfreulich ist die Entwicklung des freiwilligen Engagements. Brachten sich im Jahr 2014 19.832 Menschen ein, waren es mit Ende 2015 21.100. „Auf diese Entwicklung sind wir sehr stolz. Nachdem wir im vergangenen Jahr eine großangelegte Kampagne zur Gewinnung freiwilliger Mitarbeiter für den Rettungsdienst initiierten, hofften wir auf 600 neue Rotkreuzler. Letztendlich wurden es fast 1.300“, erklärt der Präsident. Etwa die Hälfte der neuen Rotkreuz-Mitarbeiter wurde tatsächlich durch die Kampagne angesprochen. Die andere Hälfte fand ihren Weg über die Betreuung von flüchtenden Menschen zum OÖ. Roten Kreuz. Drei Millionen Stunden leisteten die freiwilligen Mitarbeiter dabei im vergangenen Jahr. „Dieses Stundenausmaß kommt direkt der Bevölkerung zugute. Etwa 40Prozent aller Rettungs- und Krankentransporte werden von Freiwilligen erbracht. Die bereits angesprochenen Sozialmärkte, der Besuchsdienst, Essen auf Rädern oder die Katastrophenhilfe werden großteils oder sogar gänzlich von Freiwilligen betrieben“, so Aichinger.
Ein Blick in die Zukunft
Schwerpunkte im Jahr 2016 nehmen die Migration von Asylwerbern, die Jugendarbeit sowie der Ausbau der Pflege und Betreuung ein. „Bei der Migration von Asylwerbern geht es uns vor allem um die Wertevermittlung. Zudem versuchen wir die lokale Bevölkerung miteinzubinden, mit bis dato großem Erfolg. Die Jugendarbeit ist dem Roten Kreuz seit vielen Jahren ein großes Anliegen und wird es auch immer ein fixer Bestandteil bleiben. Es ist wichtig, dass wir den Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten und ihnen gewisse Werte mitgeben. In der Pflege und Betreuung müssen wir uns weiterhin mit der demografische Entwicklung beschäftigen und unsere Strukturen und Angebote dementsprechend anpassen“, erläutert Aichinger.


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