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LINZ. Insgesamt gibt es in Oberösterreich fünf Frauenhäuser. Im Jahr 2015 konnten dort 38 Plätze für Frauen in Notsituationen angeboten werden. Mit dem neuen Frauenhaus in Linz sind es nun 41.

  1 / 3   Frauenhaus Linz Vorsitzende Dagmar Andree, Frauenhaus Linz Geschäftsführerin Margarethe Rackl, Landesrätin Birgit Gerstorfer Foto: Land OÖ/Dedl

Gewalt gegen Frauen geht in Oberösterreich meist vom engsten persönlichen Umfeld der Frauen aus. In 83 Prozent aller Fälle war im Jahr 2015 der (Ehe-)Partner der Misshandler. Für 4,5 Prozent der Taten waren Ex-Partner verantwortlich, während in weiteren 7,5 Prozent der Fälle die Gewalt von Verwandten ausgeübt wurde. Will eine von Gewalt betroffene Frau aus ihrem – oft schon Jahre andauernden – Martyrium ausbrechen, ist dies daher ohne Unterstützung von außen sehr schwierig. Dazu kommen aber oft noch weitere erschwerende Faktoren: Ein Blick auf die Einkommensstatistik der Frauen zeigt, dass diese meistens über keines oder nur ein sehr geringes selbst erwirtschaftetes Einkommen verfügen, weswegen ein Neustart in vielen Fällen auch mit Job- und Wohnungssuche verbunden ist. Zudem sind oft auch Kinder involviert. „Alleine diese Umstände zeigen sehr, sehr deutlich, dass es notwendig ist, für diese Frauen Angebote zur Verfügung zu stellen“, zeigt Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer, deren Ressort die Frauenhäuser finanziert, auf.

Das neue Haus

Um betroffenen Frauen wirklich jederzeit einen Platz zur Verfügung stellen zu können, wird in den Frauenhäusern ein maximaler Auslastungsgrad von 80 Prozent angestrebt. Ein Schritt diese Auslastung weiterhin halten zu können, ist das neue größere Frauenhaus in Linz. Mit August 2016 wurde das Haus eröffnet und auch bereits bezogen. Das neue Haus bietet 17 Frauen und ihren Kindern Platz, Schutz und Sicherheit. Die Einrichtung verfügt aus Schutzgründen wieder über eine Geheimadresse. Diese hat sich auch bisher schon sehr bewährt. Wie lange diese geheim bleibt? „Sehr lange“, versichert Margarethe Rackl, Geschäftsführerin des Frauenhauses Linz. Beim letzten Standort bis zum Schluss – also 24 Jahre. Das Linzer Frauenhaus liegt zentral und ist gut mit den Öffis erreichbar. Zudem ist es barrierefrei – das ist besonders wichtig mit Kinderwägen. Außerdem hat es einen kleinen Garten. Gerade für Frauen und Kinder, die sich aus Angst vor dem Gewalttäter nicht in öffentliche Parks wagen, ein großer Fortschritt. Alles ist hell möbliert, Fenster und Glasfronten sorgen für viel natürliches Licht, die Räumlichkeiten bieten genug Raum für Rückzug und Ruhe, aber auch für Kontakt zu anderen Bewohnerinnen, für Gespräche und Kinderfreundschaften. Im neue Tobe- und Spielraum können Kinder Frust, Wut und Aggression abbauen, dürfen dort aber auch mal lautstark spielen oder einfach Spaß haben. Ein Jugendraum bietet größeren Kindern und Jugendlichen, die mit der Mutter im Frauenhaus einziehen, eine Rückzugsmöglichkeit für Spiele und Gespräche mit anderen. Die Wohneinheiten sind alle mit einem kleinen Schreibtisch ausgestattet, so dass auch Hausaufgaben ordentlich und in Ruhe erledigt werden können.

Hilfe und Unterstützung

Das Frauenhaus ist aber nicht nur eine „Notunterkunft“, sondern es wird auch tatkräftig Unterstützung geboten. Das Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ prägt das tägliche Tun der Mitarbeiterinnen im Linzer Frauenhaus. Gemeinsam werden Perspektivenpläne erarbeitet, und es wird dabei geholfen, dass Frauen Entscheidungen für ihre Zukunft treffen können. „2/3 bis 3/4 - das schwankt von Jahr zu Jahr - schafen es dann auch tatsächlich und gehen nicht in die Beziehung zurück“, freut sich Dagmar Andree,  Vorsitzende Frauenhaus Linz. Doch auch all jene die für einen Neustart noch nicht bereit sind können auf die Hilfe des Frauenhauses zählen.

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