Großoffensive für öffentlichen Verkehr
GROSSRAUM LINZ. Das Infrastruktur-Ressort des Landes Oberösterreich präsentierte vergangene Woche umfangreiche Ausbaupläne im öffentlichen Verkehr: Die Regionalzüge fahren künftig als S-Bahn durch die Lande. Zudem wurde eine Studie präsentiert, wie es mit der Mühlkreisbahn in Linz weitergehen könnte.

Ein neues S-Bahn-Logo auf den Zügen und an den Bahnhöfen: Neu mit ÖBB-Fahrplan-Umstellung am 11. Dezember wird die Gestaltung der Regionalzüge mit einem neuen Branding als Schnellbahn (S-Bahn), ausgehend vom zentralen Hauptbahnhof Linz. Die Linienführung beinhaltet folgende fünf S-Bahn-Achsen: S1 (Weststrecke Ost: Linz Hbf – St. Valentin – Steyr – Garsten), S2 (Weststrecke West: Linz Hbf – Wels), S3 (Summerauerbahn: Linz Hbf – Pregarten), S4 (Pyhrnbahn: Linz Hbf – Kremsmünster – Kirchdorf) sowie S5 (Linzer Lokalbahn: Linz Hbf – Eferding).
Neue Taktung
Das Zugangebot wird klar systematisiert – alle Haltestellen werden stündlich jeweils zur selben Minute bedient. Der Grundtakt ist der einheitliche Stundentakt. Dieser gilt an allen Tagen von ca. 5.30 bis 23.30 Uhr, auch am Wochenende. Der Verdichtungstakt wird mit einem 30-Minuten-Intervall zu den starken Verkehrszeiten morgens und nachmittags gebildet. Das Land bestellt für 5,3 Millionen Euro Jahreszuschuss den Betrieb der Schnellbahn bei ÖBB und „LiLo“. „Für die S-Bahn gilt weiterhin der herkömmliche OÖVV-Tarif, das ist natürlich je nach Region verschieden, so wie bisher“, informierte Herbert Kubasta, Geschäftsführer der Schiene OÖ GmbH und OÖVG. Busverbindungen sollen deshalb nicht aufgelassen werden. „Die S-Bahn Oberösterreich wird das Rückgrat für den weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs in Oberösterreich bilden und startet vorerst mit fünf Linien und einer zusätzlichen Gesamtleistung von 400.000 Kilometern pro Jahr“, erläutert Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner. Das neue System soll die Leistungen für die täglichen Berufspendler anheben und auch den öffentlichen Verkehr als solchen attraktivieren. Bis 2030, so die Zukunftsvision, sollen auch die Mühlkreisbahn als S6 und eine neu zu errichtende Strecke nach Gallneukirchen als S7 in das Netz eingebunden werden.
Die S-Bahn und ihre Geschichte
Das erste S-Bahn-Netz Österreichs wurde bereits in den 1960er Jahren in Wien eingeführt. Das Symbol war schon damals ein weißes 'S' auf blauem Hintergrund, welches den Verlauf der Stammstrecke durch Wien abbilden sollte. In Oberösterreich gab es ab dem Jahr 1992 erste Pläne für ein S-Bahn-Konzept für den Zentralraum. Unter dem Projekt „City S-Bahn“ wurde eine Studie zum öffentlichen Nahverkehr erstellt. Der Schwerpunkt lag auf einer Vernetzung der Region mit dem Knotenpunkt Linz. Das Projekt wurde in den Folgejahren politisch diskutiert, konnte aber nicht zeitnah umgesetzt werden. Das S-Bahn-Konzept setzte sich österreichweit durch und wurde in mehreren Bundesländern umgesetzt. Salzburg begann im Jahre 2004 mit der S-Bahn Einführung, gefolgt von Tirol und der Steiermark (beide 2009). Auch Kärnten und Vorarlberg (2010 und 2012) besitzen bereits ein S-Bahn-System, das die jeweiligen Landeshauptstädte mit dem zentralen Umland verbindet. Am 11. Dezember 2016 wird die S-Bahn auch in Oberösterreich starten.
Vergleichende Systemstudie
In der Vergangenheit wurde bereits mehrmals versucht, Detailfragen mit Hilfe von Experten zu klären. Die nun vorliegende vergleichende Systemstudie war notwendig geworden, da in der Vergangenheit bereits eine Vielzahl an Studien und Gutachten erstellt wurde. Diese führten allerdings zu teils unterschiedlichen Ergebnissen. So lagen bislang auch verschiedene technische Varianten und Streckenführungen für die Mühlkreisbahn vor. Die Systemstudie hatte den klaren Auftrag, das gesamte vorliegende Material zu analysieren, zu aktualisieren und unter Berücksichtigung aller relevanten Fakten zu einem klaren Ergebnis – in Form einer eindeutigen Systemempfehlung – zu kommen. Diese liegt nun vor und soll als Leitfaden zur Umsetzung einer neu gestalteten Mühlkreisbahn im Rahmen des S-Bahn-Konzepts für den Großraum Linz dienen. Diese empfiehlt, dieMühlkreisbahn weiterhin als Normalspurbahn zu führen. Ebenfalls empfohlen wird jedoch auch eine Verlängerung der Mühlkreisbahn vom Bahnhof Urfahr über die zweite Schienenachse zum Hauptbahnhof. Das würde bedeuten, dass sie über die neue Donauquerung fahren würde. Dafür wird der Einsatz von Zweisystem-Fahrzeugen – mit leichteren, straßenbahnverträglichen Fahrzeugen – empfohlen. Die Optimierung des Umsteigeknotens Urfahr ist dennoch in der Systemstudie vorgesehen, speziell auch im Hinblick auf die zentrale Straßenbahnachse entlang der Landstraße.Auch eine Verlängerung der LILO auf die zweite Schienenachse wird als künftiger weiterer Schritt angegeben – ebenso wie eine Verdichtung des Takts auf 15 Minuten. Eine neue Schienenachse nach Gallneukirchen als künftige Erweiterung des Systems ist auch als Möglichkeiterwähnt.
Die S-Bahn-Strecken:
- S1 Weststrecke Ost: Linz Hbf - St. Valentin - Steyr - Garsten
- S2 Weststrecke West: Linz Hbf - Wels
- S3 Summerauerbahn: Linz Hbf - Pregarten
- S4 Pyhrnbahn: Linz Hbf - Kremsmünster - Kirchdorf
- S5 Linzer Lokalbahn: Linz Hbf - Eferding
Zukunftsvisionen:
- S6 Mühlkreisbahn: Aigen-Schlägl - Linz Hbf
- S7 Linz Hbf - Gallneukirchen -Pregarten


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