Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

GROSSRAUM LINZ. Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) lehnte nun den Einspruch gegen das Grundwasserschongebiet Scharlinz ab. Bei der WKO, als Interessensvertretung der Wirtschaft, zeigt man sich wenig begeistert.

Von dem Wasserwerk Scharlinz stammt ein Drittel des im Großraum Linz täglich benötigten Wassers. Foto: Karin Schmidt/pixelio.de

Wie berichtet (hier: Wasserschongebiet Scharlinz rechtmäßig und im öffentlichen Interesse) wies der Verfassungsgerichtshof eine Beschwerde gegen das Grundwasserschongebiet Scharlinz ab. Dies wurde eingerichtet um die Grundwasserreserven, die rund ein Drittel der Menschen im Großraum Linz mit Wasser versorgen, zu schützen. In diesem Gebiet befinden sich jedoch auch rund 4.000 Betriebe.

WKO befürchtet Schäden für Wirtschaftsstandort

Das Höchstgericht stellte fest, dass das Grundwasserschongebiet im öffentlichen Interesse an der allgemeinen Wasserversorgung im Raum Linz liegt und geeignet ist, den Schutz des Grundwassers im Einzugsgebiet des Wasserwerkes angemessen zu verwirklichen. Die WKO zeigt sich wenig erfreut: „Wir haben den Entscheid des Verfassungsgerichtshofs selbstverständlich zur Kenntnis zu nehmen“, erklärt Clemens Malina-Altzinger, Vizepräsident der WKOÖ, fürchtet aber Schäden für den Wirtschaftsstandort. „Dies ändert aber nichts daran, dass dieses Schongebiet mitten im Zentrum des oberösterreichischen Wirtschaftsraums eine Hypothek darstellt. Dies gilt sowohl für Firmen, als auch für die Infrastruktur, wie zum Beispiel Straßen oder Bahnlinien. Daran hat sich durch das Urteil des Verfassungsgerichtshofs leider nichts geändert“, so Malina-Altzinger.

„Regelung mit Augenmaß“

Landesrat Anschober kann diese Befürchtungen nicht vollständig nachvollziehen und führt an, dass im vergangenen Jahr sogar sehr potente Unternehmen ihre Standorte in den Bereich des Grundwasserschongebiets verlegt haben. Zudem verweist er auch darauf, dass bei der Ausarbeitung des Schongebiets im Dialog mit den Interessensvertretungen und Unternehmen versucht wurde eine Lösung zu finden, die einen zeitgemäßen Wasserschutz sicherstellt, aber auch eine weitere positive Entwicklung des Wirtschaftsstandorts ermöglicht. Dazu hat man alle dort ansässigen Unternehmen im Vorfeld gebeten Skizzen von eventuell anstehenden Projekten zu übermitteln um diese bei der Umsetzung des Gebietes miteinfließen zu lassen. „Es war kein Projekt nicht machbar“, so Anschober. Lediglich geringfügige Änderungen – ohne große finanzielle Änderungen – wären in manchen Fällen notwendig gewesen. So ist zum Beispiel bei der Errichtung von Flächen die als Parkplatz oder Lagerfläche dienen – obwohl diese nun zu den Bewilligungspflichtigen Maßnahmen gehören – nicht einmal ein eigenes Verfahren notwendig, da die wasserrechtliche Prüfung ohnehin im gewerberechtlichen Verfahren inkludiert ist.

Anschober räumt jedoch auch ein, dass gewisse Dinge nicht machbar sind – so unter anderem Nassbaggerungen. Durch diese entstünden offene Wasserflächen: „Dort gibt es dann auch Enten, die sich dort niederlassen“, erklärt Herbert Rössler von der Abteilung für Anlagen-, Umwelt- und Wasserrecht. Fäkalkeime durch den Kot ebendieser können dort in das Grundwasser vordringen und dieses verunreinigen. Auch gewisse Industriezweige die mit gefährlichen Chemikalien arbeiten, wie Batterienwerke oder Waffenproduktion, könne sich dort nicht ansiedeln. „Für diese Betriebe wäre die Infrastruktur aber von Haus aus nicht gegeben“, erklärt Anschober im Hinblick auf die Energieversorgung und mehr.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden

Antworten
Gastuser
Gastuser
07.02.2017 19:20

Abzocke

Das Wasserschutzgebiet greift mir keiner an!


Weitere Beiträge

Mobbing bei Kindern erkennen und handeln: Erziehungsimpulse liefern Tipps für Eltern

Mobbing bei Kindern erkennen und handeln: Erziehungsimpulse liefern Tipps für Eltern

LINZ. Wiederholte Ausgrenzung, Beschimpfungen und Demütigungen können Kinder schwer belasten. Bei den „Erziehungsimpulsen“ des OÖ Familienbundes ...

Tips - total regionalNora Heindl
Alkoholverbot am Linzer Hauptbahnhof soll ab März 2027 gelten

Alkoholverbot am Linzer Hauptbahnhof soll ab März 2027 gelten

LINZ. Ab 1. März 2027 soll am und rund um den Hauptbahnhof ein Alkoholverbot gelten. Begleitend sind soziale Angebote geplant. Auch Videoüberwachung ...

Tips - total regionalNora Heindl
Jugendservice Campus Linz zählt mehr als 7.000 Besucher im ersten Jahr

Jugendservice Campus Linz zählt mehr als 7.000 Besucher im ersten Jahr

LINZ. Der Jugendservice Campus in Linz zieht nach einem Jahr Bilanz: Mit rund 400 Veranstaltungen und mehr als 7.000 Besuchern zeigt sich der ...

Tips - total regionalLeitner Birgit
Klimastreik in Linz: Verkehrsbehinderungen erwartet

Klimastreik in Linz: Verkehrsbehinderungen erwartet

LINZ. Fridays For Future ruft am Freitag, 16. Oktober, von 16 bis 18 Uhr zum Klimastreik am Linzer Pfarrplatz auf. Verkehrsteilnehmer müssen ...

Tips - total regionalLeitner Birgit
JKU Linz vergibt Professuren an zwei Juristen und Ärztin

JKU Linz vergibt Professuren an zwei Juristen und Ärztin

LINZ. Sie lehren Steuerrecht und erforschen den Grünen Star: Die JKU hat zwei Juristen und eine Ärztin mit Professuren ausgezeichnet.

Tips - total regionalLeitner Birgit
Herta Steinbichl: ein Leben zwischen Pflege und Selbstfürsorge

Herta Steinbichl: ein Leben zwischen Pflege und Selbstfürsorge

LINZ. Seit einem Unfall ihres Mannes bestimmt die Pflege den Alltag von Herta Steinbichl. Die 64-jährige Pichlingerin weiß, wie schwer es sein ...

Tips - total regionalNora Heindl
Weitere Beiträge