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OÖ. Extreme Naturgewalten mit lokalen Unwetterereignissen haben Oberösterreichs Feuerwehren 2016 vor enorme Herausforderungen gestellt. Alleine im Juni und Juli verwüsteten insgesamt acht massive Unwettertage ganze Ortschaften oder Teile davon. 600 Einsätze und mehr pro Ereignis waren keine Seltenheit.

Foto: Weihbold
Foto: Weihbold

Zu 53.456 Einsätzen, davon zu 14.402 Bränden und Brandmeldealarmen (ein Plus von 248 Einsätzen) und 39.054 technische Hilfeleistungen (ein Minus von 8.865 Einsätzen) wurden im Vorjahr Oberösterreichs Feuerwehren gerufen. Dem gegenüber stehen die 613.212 geleisteten Einsatzstunden (2015: 530.210) die zur Abarbeitung der Hilfeleistungen nötig waren. Trotz weniger technischer Hilfeleistungen (2015 entfielen über 10.000 alleine auf Wespeneinsätze), aber durch die Unwetterereignisse sehr intensiven Einsätze, wurden 2016 um 83.002 Stunden mehr geleistet. 2398 Personen, davon 157 bei Bränden, konnten bei all diesen Einsätzen - sei es bei Verkehrsunfällen oder „nur“ im Lift eingeschlossen - aus Notlagen gerettet werden. Auch 2045 Tiere, davon 290 bei Bränden, konnten aus Notlagen befreit werden. 10.298 Einsätze beschäftigten die Feuerwehren 2016 alleine mit den Aufräumarbeiten nach Sturmeinsätzen sowie Auspumparbeiten aufgrund der Unwetter.

Die Anzahl der Brandeinsätze stieg kontinuierlich an. Dieser Trend setzte sich auch 2016 fort.Rund dreiviertel aller Einsätze (73 Prozent der Einsatzleistung) entfielen auf technische Hilfeleistungen. Ein Anteil, der über die letzten Jahre hinweg im Wesentlichen unverändert blieb.Die Gesamteinsatzstunden stiegen um 83.000 auf mehr als 613.000 an.

Höchststand bei Notrufen und Alarmierungen

Exakt 13.263 Alarmierungen, ein Höchststand seit Bestehen der Landeswarnzentrale, wurden im Jahr 2016 abgewickelt. Die eingegangen Notrufe stiegen korrespondierend an und betrugen rund das Fünffache der Alarmierungszahlen. Juni 2016: Mehr als 700 Notrufe in drei Stunden – alle 13 Sekunden eine Alarmierung Hochbetrieb herrschte bei den Disponenten an den Unwettertagen. Speziell in den Monaten Juni und Juli wurde die Landeswarnzentrale personell aufgestockt um Extremspitzen abdecken zu können. So wurde beispielsweise beim Unwetter am 25. Juni 2016 innerhalb von nicht einmal drei Stunden mehr als 700 Notrufe abgearbeitet. Zu den Spitzenzeiten erfolgte alle 13 Sekunden eine Alarmierung.

Neue Alarmierungsordnung

Um die Qualität in der Kommunikation und die Effizienz des Kräfteeinsatzes weiter zu steigern,wurde Mitte 2016 eine neue Alarmierungsordnung ausgerollt. Sie beinhaltet neben der Vereinfachung der Funkordnung (Ausfahrtsmeldung und Alarmierungsauftrag), den Umgang mit Starklastfällen und die Sicherstellung von Lagemeldungen.

Sicherheitsplus: Verdopplung der Objekte

Im Hintergrund stehen den Disponenten insgesamt 18.088 Alarmpläne als Datenbasis zur Verfügung.Ebenfalls konnte die Zahl der alarmierbaren Einsatzorte auf 630.331 Objekte - wie beispielsweise Schulen, Brücken, Kreisverkehre, Hausadressen,etc. - im Einsatzleitsystem nahezu verdoppelt werden. Dies ermöglicht bei Einlangen eines Notrufes eine noch rascheres Auffinden des Einsatzortes und bringt ein zusätzliches Sicherheitsplus, gerade wenn Sekunden entscheiden.

Mitgliederstand stabil

Jeder 25. Österreicher ist freiwilliges Feuerwehrmitglied. Mit 91.187 Mitgliedern ist es in Oberösterreich sogar jeder 16. - in manchen Bezirken noch deutlich mehr - der sich in seiner Freizeit engagiert, um anderen zu helfen.

Der Mitgliederstand im Detail (Stand: 31.12.2016)

  • 64.795 aktive Feuerwehrmitglieder, davon 3.684 Frauen und 61.111 Männer
  • 16.986 Mitglieder der Reserve, davon 84 Frauen und 16.902 Männer
  • 9.386 Jugend, davon 2.029 Mädchen und 7.367 Burschen

Die Mitgliederentwicklung in Oberösterreichs Feuerwehren ist seit vielen Jahren stabil. Bei den aktiven Mitgliedern (im Alter von 16 bis 65) konnte ein leichter Zuwachs erzielt werden. Weiter im Steigen ist auch der Frauenanteil im Feuerwehrdienst. Dieser konnte im Vorjahr um 397 Mitglieder auf 5797 ausgebaut werden. Seit 2009 beträgt diese Steigerung übrigens 67 Prozent.  Erfreulicherweise stabil ist auch die Zugangsentwicklung bei der Feuerwehrjugend. Trotz des „Einstiegs“ in eher geburtenschwache Jahrgänge konnte im Vorjahr ein Zuwachs von 1942 Eintritten verzeichnet.

Nur rund ein Zehntel der für Jedermann sichtbaren Arbeit der Feuerwehren erfolgt im Einsatzdienst. Der Mammutanteil der 2016 insgesamt 6,38 Millionen ehrenamtlich aufgewendeten Stunden dient dazu, das System nachhaltig zu sichern. Dazu gehören die Jugend- und Nachwuchsarbeit, die Aus- und Weiterbildung, die Eigenmittelaufbringung, die Wartung, Instandhaltung und Verwaltung sowie die Abwicklung von Leistungsprüfungen und Bewerben.

Mehr Infos unter www.ooelfv.at


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