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OÖ. (APA) Die oberösterreichischen Wälder werden heuer durch einen starken Borkenkäferbefall geschädigt. Die Landwirtschaftskammer berichtete von einer „noch nie da gewesenen Verbreitung des Buchdruckers“ in einer Presseaussendung. Das führe dazu, dass „großflächige Fichtenbestände“ absterben. Betroffen sind mehrere Bezirke. Am stärksten ist die Region des südlichen Mühlviertels entlang der Donau betroffen.

Die Fraßzeichen der Borkenkäfer-Larven zeigen die Befallsdichte unter der Rinde. Foto: APA/LK OÖ/STOLLMAYER

Heuer haben Niederschlagsdefizite und die anhaltend langen Hitzeperioden das massive Auftreten der Schädlinge ausgelöst. „Wenn man bedenkt, dass nun bereits die zweite Generation an Borkenkäfern ausgeflogen ist, es möglicherweise sogar eine dritte Generation geben wird, wird ersichtlich, vor welcher Problematik wir in manchen Regionen stehen“, erklärte der Präsident der Landwirtschaftskammer Franz Reisecker.

Befall schwieriger festzustellen

Normalerweise lasse sich ein Borkenkäferbefall am Baum ablesen. Aktuell sei es so, dass die Käfer bereits den Baum schon wieder verlassen und zum nächsten übergegangen sind, bevor der Baum Befallszeichen zeigt. Lediglich durch Bohrmehl am Boden lasse sich die Befallsherde feststellen. Die sich überlagernden Fresskanäle unter der Rinde würden zeigen, dass es mehr Larven als Fressgrundlage gibt.

Viel schlimmer als 2015

Das Befallsausmaß von 2015 dürfte laut Kammer heuer bei weitem überstiegen werden. Damals waren 614.000 der insgesamt 2,7 Millionen geernteten Festmeter Schadholz, weil der Kupferstecher in den Forstgebieten wütete. Er befällt vor allem jüngere Fichten beziehungsweise den Kronenbereich älterer Stämme. Heuer ist es hingegen der Buchdrucker. Er bevorzugt die dickere Borke in Erdstammnähe von stärkeren Bäumen. Das bedeute, dass der wirtschaftliche Schaden durch ihn ungleich höher ausfalle, weil die Stämme nicht mehr als Qualitätsholz verwertet werden können. Für Holz werden normalerweise 90 Euro pro Festmeter bezahlt, bei Schadholz gibt es einen Abschlag von 20 bis 30 Euro.

Die vom Befall betroffenen Bauern müssen derzeit die Stämme umgehend schlägern, um die weitere Ausbreitung der Käfer zu stoppen. Die intensive Waldarbeit fällt nun gerade mit der Erntesaison auf den Feldern zusammen.

Sperrgebietstafeln beachten

Waldbesucher treffen in den letzten Wochen häufig auf Hinweistafeln am Weg, mit denen die Waldbesitzer ihre Waldflächen befristet sperren. „Die Sperrgebietstafeln zählen zu den am meisten missachteten Verkehrszeichen Österreichs“, bringt es Forstdirektor Johannes Wall auf den Punkt. Um die betroffenen Waldflächen zügig aufarbeiten zu können, wird mit schweren Maschinen gearbeitet. „Das Gefahrenpotential für Waldbesucher ist durch den Maschineneinsatz deutlich höher. Die Sperrgebietstafeln werden aus Sicherheitsgründen aufgestellt und sollten daher im Eigeninteresse beachtet werden“, appelliert Wall.

Rasches Schlägern und Abtransportieren der Bäume ist das Gebot der Stunden, um eine weitere Verbreitung einzudämmen.


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