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LINZ. Zwei Jahre nach Beginn der Spendenaktion „Dach über dem Kopf“ darf sich SOS Menschenrechte über Eigenmittel im Ausmaß von 600.000 Euro freuen. Damit kann der Start der Generalsanierung des „Hauses der Menschenrechte“ in der Rudolfstraße noch im Oktober starten. 

Spatenstich fürs neue Haus: Großer Tag in der Rudolfstraße. Fotos: Alexander Schütz
  1 / 4   Spatenstich fürs neue Haus: Großer Tag in der Rudolfstraße. Fotos: Alexander Schütz

Auf 1.000 m² Nutzfläche entstehen in den nächsten 12 Monaten bei laufendem Betrieb dringend benötigter Wohnraum, Küchen, Büros und Gemeinschaftsräume für die Bewohner und Mitarbeiter. Das sanierte Haus der Menschrechte wird mehr als „nur“ ein Dach über dem Kopf für geflüchtete Menschen bieten: „An dieser Adresse werden die Menschenrechte immer ein Zuhause haben“, betont Gunther Trübswasser, Vorsitzender SOS-Menschenrechte.

Die Freude ist groß, aber einen Wermutstropfen sieht Trübswasser: „Es ist ein großer Tag für uns alle, aber es ist schade, dass die Zivilgesellschaft öffentliche Aufgaben übernehmen muss.“ Zuvor wurden bekanntlich sämtliche Finanzierungen und Förderungen seitens des Landes und der Stadt Linz abgelehnt, die Stadt kommt SOS Menschenrechte jedoch mit einem Bau- und Wohnrecht im Grundbuch mit einer Laufzeit von 40 Jahren entgegen. 

Baustein-Aktion läuft bis Sommer 2018

Mit Eigenmitteln, alternativen Darlehen und einem Bankkredit werden die Gesamtkosten von rund 1,8 Millionen Euro gestemmt. Die Summe des Bankkredites soll dabei möglichst gering gehalten werden. So gibt es noch bis zum Sommer 2018 die Baustein-Aktion, wo vom Mini-Baustein (50 Euro) bis zum Großen Baustein (ab 10.000 Euro) alle Interessenten ihren Beitrag zu diesem Projekt leisten und sich über unterschiedliche Gegenleistungen freuen können. 

Eine treue Unterstützerin, Silvia Neubauer, hat mir einer Spende von 2.000 EUR eine Zimmerpatenschaft übernommen und somit einen wichtigen Schritt zur Sanierung beigetragen. „Was ich toll finde ist, dass ich hier in Menschen & deren Chancen investieren kann“, beschreibt Frau Neubauer ihre Motivation.

Russel Davies unterzeichnet vor Ort Darlehen

Der Botschafter von SOS-Menschenrechte, Dennis Russell Davies, betont: „Egal ob in der Wirtschaft, in der Bildung, im Sport oder Kunstbereich – ohne unsere ausländischen Mitbürger wäre das Niveau in Österreich nicht haltbar. Ihr Beitrag ist unglaublich wertvoll für unsere Gesellschaft in diesem Land“. Aus diesem Grund hat der bekannte Dirigent gleich am Mittwoch vor Ort ebenfalls ein Darlehen für die Sanierung unterzeichnet und somit eine Investition in die Zukunft dieses Hauses der Menschenrechte getätigt.

Platz für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Ab 1996 wurde in Linz in der Rudolfstraße 64 ein Flüchtlingswohnheim aufgebaut, das 60 Personen im Rahmen der staatlichen Grundversorgung einen nach humanitären Gesichtspunkten menschenwürdigen Aufenthaltsort während der zumindest mehrmonatigen, oft mehrjährigen Dauer eines Asylverfahrens in Österreich gibt. Als weiterer Entwicklungsschritt wurde im Rahmen dieses Hauses auch eine Wohngemeinschaft für acht unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet – als Reaktion auf eine Problemstellung, die sich speziell in den letzten Jahren immer deutlicher zeigt, denn immer mehr Kinder und Jugendliche müssen ohne ihre Familie aus den Krisenregionen dieser Welt flüchten.

Alle weiteren Infos unter www.sos.at


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