Weiter Wirbel um Hessenpark: Nun soll es mit der Neugestaltung schnell gehen
LINZ. Nach einem eher ruhigen Winterwochen branden die Probleme in und rund um den Linzer Hessenpark wieder auf. Neben der fixierten Umgestaltung wird nun eine lautstarke Diskussion um Nachtsperren oder Alkoholverbote geführt.

Bei Schwerpunkt-Aktionen der Polizei gegen den Suchthandel gab es wieder viele Anzeigen. Zuletzt platzte Matthias Guttengeber, dem Direktor des Hotels Park Inn am Hessenpark, der Kragen. „Schauen Sie nicht länger tatenlos zu“ appellierte er in einem offenen Brief an die Linzer Stadtregierung. Im Brief beschreibt er Probleme, die die Dealer, Drogenkonsumenten und Betrunkene „Parkbewohner“ auch teilweise innerhalb seines Hotels verursachen – und das regelmäßig. „Auch meine Mitarbeiter und die Gäste des Hauses werden beschimpft“, so Guttengeber. „Wir denken ernsthaft darüber nach, unser Hotel über Nacht durch einen Sicherheitsdienst schützen zu lassen, und das in einer Stadt wie Linz.“ Zumindest mit der Neugestaltung des Parks soll es nicht zuletzt dank der langen Problemliste jetzt schnell gehen: 700.000 Euro will die Stadt Linz dafür ausgeben, im Sommer gehts los.
„Umbau reicht nicht aus“
„Der geplante Umbau des Hessenparks wird nicht ausreichen, um die Situation zu verbessern“, dämpft ÖVP-Vizebürgermeister Bernhard Baier die Erwartungen. Der Park habe kein Design- sondern ein Sozial- und Sicherheitsproblem. In die gleiche Kerbe schlägt der Linzer Vizebürgermeister Detlef Wimmer (FP): „Wir bleiben dabei: Eine Nachtsperre, kombiniert mit einem Alkoholverbot, muss her. Ohne begleitende Maßnahmen wird eine gestalterische Attraktivierung des Hessenparks nur wenig bringen oder sogar schaden.“
„Stadtpolizei hat Möglichkeiten ausgereizt“
„Stadt und Stadtpolizeikommando kommen im Hessenpark ihrer Verantwortung nach“, reagierte SPÖ-Vizebürgermeisterin Karin Hörzing auf den eingangs erwähnten Brief des Hoteldirektors am Hessenpark. „Das Linzer Stadtpolizeikommando hat aber mittlerweile seine Möglichkeiten vor Ort ausgereizt“, sieht Hörzing auch Landespolizeidirektor Andreas Pilsl in der Pflicht: „Wo ist die 50-köpfige Spezialeinheit des Landespolizeikommandos zur Bekämpfung von Gewalt und Drogenkriminalität?“ Nachtsperren und Alkoholverbote kommen für Hörzing nicht in Frage: „Dies würde die Probleme höchstens verdrängen, aber nicht lösen.“


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