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Kunstuni im Herzen der Stadt angekommen: Beide Brückenkopfgebäude am Linzer Hauptplatz feierlich eröffnet

Karin Seyringer, 24.09.2019 17:23

LINZ. Nach vier Jahren Bauzeit fand nun der Umbau der beiden Brückenkopfgebäude am Linzer Hauptplatz seinen Abschluss. Die Kunstuni ist damit endgültig im Herzen von Linz angekommen. Heute, am 24. September, fand die feierliche Eröffnung beider Gebäude statt. Zahlreiche geladene Gäste feierten mit.

Kunstuniversität Linz eröffnet beide Brückenkopfgebäude © Mark Sengstbratl
  1 / 7   Kunstuniversität Linz eröffnet beide Brückenkopfgebäude © Mark Sengstbratl

Einzeln wurden die beiden Gebäude der Kunstuniversität Linz am Hauptplatz schon eröffnet. Nun folgte ein Blick aufs große Ganze. Die umfangreichen Bauvorhaben sind abgeschlossen, sowohl der Ost- als auch der Westtrakt sind von der Kunstuni bezogen. Im Jahr 2015 begann die Sanierung und Erweiterung der beiden neoklassizistischen Monumentalbauten. Nach knapp vier Jahren Bauzeit bündelt die Kunstuniversität Linz somit alle Standorte im Zentrum von Linz.

„Diese Eröffnung ist ein historischer Akt in dreierlei Hinsicht: Erstens war es in Bezug auf die Geschichte dieses Hauses wichtig, es letztlich mit dem Gegenteil zu füllen – vom drückenden zum hellen Gebäude ist eine Symbiose von Inhalt und Form gelungen. Zweitens ist die Uni im Herzen der Landeshauptstadt auch ein Projekt für die Entwicklung der Stadt und drittens ist es wichtig, dass hier ein Ort der Begegnung geschaffen wurde“, freut sich Hausherr Rektor Reinhard Kannonier.

Letzte Tage für Rektor Kannonier

Die Anfänge bis zur Entscheidung zu den Brückenkopfgebäuden seien sehr mühsam gewesen, die damaligen politischen Entscheidungsträger von Bund, Land und Stadt hätten die Finanzierung aber zusammengebracht, so der Rektor. Für Kannonier sind übrigens nun die letzten Tage als Rektor vor seiner Pensionierung angebrochen, die feierliche Eröffnung war dementsprechend für ihn auch sentimentaler Abschied von der Kunstuni.

„Die Kunstuni ist nun endgültig in der Innenstadt angekommen, dieses Projekt konnte nur durch einen gemeinsamen Kraftakt von Stadt, Land und Bund ermöglicht werden“, freut sich auch BIG-Geschäftsführer Hans-Peter Weiss, der im Zuge der Feier Rektor Kannonier ein Geschenk zur Erinnerung an das gemeinsame Megaprojekt überreichte.

Ein Gebäude auch für die Bevölkerung

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) war als Bauherr und Eigentümer der Gebäude für die Umsetzung verantwortlich. Weiss strich auch die Öffnung der Gebäude für die Bevölkerung hervor, durch die öffentliche Bibliothek, die Cafeteria mit Terrasse und den öffentlichen benutzbaren „Transzendenzaufzug“, der weit über das Dach des Gebäudes Ost hinausreicht.

„Es ist nicht nur ein Freudentag, sondern hat natürlich auch symbolische Wirkung, wenn die Kunstuni nun gesamthaft feiert. Es ist ein Brückenschlag zwischen Ost und West und ein Brückenschlag zwischen universitärem und städtischem Leben. Vor allem ist das Renovierungs- und Sanierungsprojekt beider Gebäude ein gelungenes Beispiel für ein zeitgemäßes Verständnis von Baukultur. Es ist gelungen, Räume zu bewahren und gleichzeitig für Gegenwart und Zukunft zu öffnen“, gratulierte auch Landeshauptmann Thomas Stelzer bei der Feier.

 “Es ist notwendig, der Kunstuni in der Bevölkerung jenen Stellenwert zukommen zu lassen, den sie verdient hat. Sie ist ein wesentlicher Faktor für Innovation, Bewusstseinsschaffung und gesellschaftlichen Diskurs“, so auch Bürgermeister Klaus Luger.

Licht in depressive Hallen gebracht 

Während das äußere Erscheinungsbild weitgehend unverändert blieb, erfolgten im Inneren umfassende Veränderungen. Beide Brückenkopfgebäude wurden um zwei eingeschossige Glasaufbauten mit bester Aussicht über die Stadt erweitert. Zudem wurden je zwei neue Stiegenhäuser errichtet, die viel natürliches Licht ins Innere bringen und die Gebäude bis ins Dachgeschoss erschließen. Funktions- und Oberflächensanierungen, statische Ertüchtigungen, eine Erneuerung der Haustechnik sowie kleinere Sanierungsmaßnahmen wurden an Fenstern und Fassade vorgenommen.

„Wir haben die geschlossenen, depressiven Hallen geöffnet und Licht in das Haus gebracht“, ist Architekt Adolf Krischanitz (Architekt Krischanitz ZT GmbH) stolz auf das Ergebnis. „Es war für mich nicht ganz einfach, die Jahre durchzustehen“, sorgte er bei seiner Ansprache für Lacher, „mit gemeinsamen Anstrengungen ist es aber gelungen, das Projekt letztlich zu einem guten Ende zu bringen.“

Mehr Sichtbarkeit nach Außen

Rund 60 farbige Betonquader in den Farben Schwarz und Gelb zieren zudem den Vorplatz der Kunstuni am Hauptplatz. Von „Caramel Architekten“ entworfen, soll das Geschenk der Kunstuni an alle Linzer zum Verweilen einladen und gleichzeitig die Sichtbarkeit der Ausbildungsstätte im urbanen Raum stärken. 

36 Millionen Gesamtinvestition

Die Bundesimmobiliengesellschaft investierte rund 28 Millionen Euro in die Sanierung und Erweiterung der beiden markanten Gebäude. Die Stadt Linz und das Land Oberösterreich beteiligten sich jeweils mit rund vier Millionen Euro. 

Baubeginn beim Ostrakt war 2015, dieser wurde im Sommer 2018 komplett fertiggestellt. Im März 2017 fiel dann der Startschuss für die Arbeiten im Westtrakt, die dieses Jahr abgeschlossen wurden.

18.000 Tonnen Beton und Mauerwerk wurden abgebrochen, 2.500 Kubikmeter neuer Beton verbaut, 270 Tonnen Bewehrungseisen wurden verlegt, 16.000 Quadratmeter Schalung waren erforderlich und 45 Tonnen Stahl wurden für die Dachaufbauten benötigt. 

Knapp 27.000 Quadratmeter Fläche hat die Kunstuni mit ihren rund 1.200 Studierenden am Hauptplatz nun zur Verfügung. 

Bibliothek und „Transzendenzaufzug“ für alle

Ein besonderes Highlight im Brückenkopfgebäude West ist die neue, rund 600 Quadratmeter große Universitätsbibliothek mit 30 Lern- und Arbeitsplätzen. Ein besonderer Blickfang im Osttrakt ist der gläserne „Transzendenzaufzug“ von Künstlerin Karin Sander, finanziert und realisiert von der Bundesimmobiliengesellschaft und ihrer Kunstinitiative BIG Art. Die gläserne Kabine durchstößt das Dach des Brückenkopfgebäudes und bietet in knapp 30 Metern Höhe einen hervorragenden Ausblick über die Landeshauptstadt. Bibliothek, Aufzug und Café mit großzügiger Terrasse mit Donaublick sind für alle offen. 


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