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"Regenbogenland Oberösterreich": Hosi Linz ruft am 27. Juni dazu auf, ein Zeichen zu setzen

Karin Seyringer, 25.06.2020 14:40

LINZ. Im April musste auch die Homosexuelle Initiative Linz (HOSI) den diesjährigen „linzpride“, der Ende Juni stattgefunden hätte, aufgrund der Covid-19-Krise absagen. Dennoch soll auch in dieser schwierigen Zeit auf die Themen und Forderungen der LGBTIQ*-Community aufmerksam gemacht werden, sollen diese sichtbar werden.

  1 / 2   Regenbogenfahne beim "forty nine" in der Linzer Schillerstraße. (Foto: HOSI Linz/Gerhard Niederleuthner)

„Gerade weil heuer keine bunten und lautstarken Paraden und Open Airs stattfinden können, rückt der politische Aspekt und die Frage der Sichtbarkeit von LGBTIQ*-Personen vielleicht wieder mehr in den Fokus“, meint Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz. „Wir sehen – trotz aller Erfolge der Bewegung - gerade in der letzten Zeit wieder zunehmend auch bedrohliche Rückschritte. In den USA soll, wenn es nach dem Willen Präsident Trumps geht, wieder nur noch das biologische Geburtsgeschlecht anerkannt werden. In Ungarn geht Viktor Orbán gegen TransGender-Personen mit Gesetzen vor und in Polen wird öffentlich zum Hass gegen die LGBTIQ*-Community aufgerufen. Und Ungarn und Polen sind Teile der gemeinsamen europäischen Wertegemeinschaft! Aber auch in Österreich sind wir wieder zunehmend mit Aggressionen und Ablehnung konfrontiert – besonders auch in den sozialen Netzwerken“, betont Steinmetz.

Der rechtliche Fortschritt habe sich kaum in der Gesellschaft verfestigt. „Und was Hasspostings auf Facebook oder Instagram bei Jugendlichen anrichten können, die gerade in der Phase der Selbstfindung sind, kann man sich wohl lebhaft vorstellen. Es kommt nicht von ungefähr, dass homosexuelle Jugendliche ein siebenfach höheres Selbstmordrisiko haben, als andere Jugendliche. Es gibt also genug Gründe, den Christopher Street Day als politische Veranstaltung zu sehen – und da brauche ich noch nicht einmal an all jene Lesben und Schwulen denken, die wegen ihrer Homosexualität vom Tod bedroht sind, wie zum Beispiel in Saudi-Arabien oder dem Iran!“, so Steinmetz.

Ein Zeichen der Vielfalt setzen

Damit in diesem Jahr trotz Absage des „linzpride“ rund um den Christopher Street Day die Community dennoch sichtbar wird, hat sich das linzpride-Team entschlossen ein Projekt zu starten, bei dem alle Oberösterreicher eingeladen sind, privat, als Verein/Organisation oder als Unternehmen mitzumachen und ein Zeichen der Vielfalt zu setzen.

Digital: #linzpride2020-Challenge

Egal ob Video- oder Fotobeitrag – alles ist möglich. Es sollte nur nicht vergessen werden: Die Regenbogen- oder Transfahne muss sich im Beitrag wiederfinden – alternativ kann auch ein Nasen-Mundschutz-Maske in Regenbogenfarben verwendet werden. Diese kreativen Beiträge auf Facebook oder auf Instagram posten und dazu den Hashtag #linzpride2020 setzen.

„Regenbogenland Oberösterreich“

Anlässlich des internationalen Global Prides will die HOSI Linz außerdem am 27. Juni auch in Oberösterreich ein buntes Zeichen für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft setzen. „Wir rufen deshalb alle dazu auf, zu unserem ganz persönlichen internationalen Feiertag – dem Christopher Street Day – eure Wohnung, euer Haus, eure Organisation, euren Verein oder euer Unternehmen mit einer sichtbaren Regenbogen-/Transfahne zu schmücken. Macht ein Foto davon und postet es auf eurer eigenen Facebook Seite oder auf Instagram mit dem Hashtag #linzpride2020“, appelliert Richard Steinmetz.

Weltweite Gemeinschaft

Diese beiden Aktionen sind der oberösterreichische Beitrag zum Global Pride, einem Tag, an dem überall in der Welt die Regenbogenfahne aufgezogen werden soll. „Wir verstehen uns als Teil einer weltumspannenden Gemeinschaft, die an diesem Tag solidarisch zusammen steht – trotz all der Probleme und Schwierigkeiten, in denen viele von uns stecken. Und trotz der Corona-Pandemie.“

Van der Bellen und Conchita Wurst

Die österreichischen Beiträge im globalen Livestream kommen von Vienna Pride und bestehen aus einem Statement von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und einem Beitrag von Conchita Wurst zwischen 20 und 21 Uhr. Auf Facebook wird auch die HOSI Linz die DJ-Line aus dem „fortynine“ an diesem Abend streamen, für alle, die aufgrund der eingeschränkten Besucherzahl nicht persönlich dabei sein können.

Alle Infos auf www.linzpride.at, auf Facebook und Instagram.

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