Einheitliches Covid-19-Vorgehen und Antigentests für Schulen
Ö. „Die Schule ist ein vergleichsweise sicherer Ort“, betonte Bildungsminister Heinz Faßmann. Das Ziel sei es deshalb, den Schulbetrieb solange wie möglich und solange vertretbar fortsetzen zu können, ergänzt Gesundheitsminister Rudi Anschober. Sollte dennoch ein Verdachtsfall vorliegen, wurde heute eine österreichweit einheitliche Covid-19-Vorgehensweise präsentiert.

Die Zahlen sprechen laut Faßmann eine eindeutige Sprache. Sieben Schulen sind derzeit österreichweit geschlossen, von insgesamt rund 6.000. Von 435.000 aller Volksschüler wurden bisher 214 positiv getestet, von 430.000 Zehn- bis 14-Jährigen waren 487 positiv. Die Hälfte aller zwischen 5- bis 14-Jährigen waren ohne Symptome. In den vergangenen vier Wochen seien 5.000 anlassbezogene Testungen durchgeführt worden, der positive Anteil lag bei drei Prozent, so Faßmann.
Er erlebe viele Eltern aber auch Lehrer, die besorgt sind und mit guten Ratschlägen wie Plexiglasscheiben vorm Lehrertisch zu ihm kommen, oder der Schließung der Schulen. „Wir müssen uns von der Illusion befreien, dass wenn wir 14 Tage die Schule schließen, danach wieder alles gut ist. Wir müssen uns auch der Konsequenzen von geschlossenen Schulen bewusst sein“, so Faßmann. Dem „Chaosvorwurf“ kann er nicht zustimmen. Von 600 befragten Eltern gaben 82 Prozent an sehr oder eher zufrieden mit dem Schulstart gewesen zu sein. Würde man den Besuch der Schule freistellen, würden 72 Prozent ihre Kinder weiter in die Schule schicken.
Einheitliches Vorgehen
Nach intensivem Abstimmungsprozess mit den Bildungsdirektionen und den Landessanitätsdirektionen haben sich Bildungs- und Gesundheitsministerium auf gemeinsame Leitlinien für Hygiene, Prävention und Verfahren geeinigt. Ziel ist es, die Schulen bei den Testverfahren zu entlasten, schneller Gewissheit über Testergebnisse zu bekommen und die Kooperation der Schulbehörden mit der Gesundheitsbehörde im Fall von Ausbrüchen in der Schule zu verbessern.
Kommt es in einer Schule zu einem Verdachtsfall, muss die Schulleitung die Gesundheitsbehörde und die Bildungsdirektion. Erstere bestimmt das weitere Vorgehen, ob gleich in der Schule oder erst später zu Hause getestet wird. Besteht ein positiver Fall in einer Klasse von Kindern unter zehn Jahren, entfallen verpflichtende Tests. Schüler werden auch bei engem Kontakt als Kontaktpersonen der Kategorie II festgelegt. Das bedeutet keine Quarantäne bei einem positiven Fall in der Klasse, der Schulbesuch ist weiterhin möglich, soziale Kontakte außerhalb der Schule sind aber einzuschränken. Kinder dürfen, auch wenn sie Kontaktpersonen der Kategorie II sind, auf direktem Weg zur und von der Schule öffentliche Verkehrsmittel benützen dürfen.
Eine kritische Schlüsselgröße ist laut Faßmann die Geschwindigkeit beim Testen. Um die Unsicherheiten in den Schulen zu minimieren, führt die Gesundheitsbehörde Tests innerhalb von 24 Stunden durch, das Ergebnis soll möglichst innerhalb von 48 Stunden vorliegen. Damit gäbe es kein langes Warten auf Tests mehr und keine unnötigen Quarantäne-Maßnahmen.
Bei Quarantäne gilt das Standort-Prinzip: Für alle Kinder einer Schule gelten dieselben Quarantäne-Regeln. Der Wohnbezirk ist dabei nicht mehr entscheidend.
Antigentests für Schulen
Neu ist auch, dass das Bildungsministerium den Schulen Antigen-Schnell-Tests zur Verfügung stellt. Ein Pilotprojekt dazu startet nach den Herbstferien in vier Bezirken: Mödling, Wiener Neustadt, Innsbruck und Innsbruck-Land. Taucht ein Verdachtsfall in einer Schule auf, erfolgt ein Nasenabstrich, den mobile Ärzte-Teams im Auftrag der Bildungsbehörde durchführen. Das Ergebnis steht innerhalb von wenigen Minuten fest. Fällt der Test positiv aus, wird die Gesundheitsbehörde informiert, die positiv getestete Person geht nach Haus und der Unterricht wird fortgesetzt. Ist das Ergebnis negativ, geht der Schulbetrieb regulär weiter.
Testmöglichkeiten in jedem Bezirk sollen ab Dezember erfolgen. „Antigen-Tests sind ein gutes Instrument, um die Situation in einer Schule rasch abklären zu können“, so Faßmann. Gerade dort wo eine hohe Infektionsbelastung vorliege, seien die Tests sehr effektiv. Positive Ergebnisse will man laut Anschober aber zur Absicherung mittels PCR-Test nachkontrollieren.
Grippeimpfungen für Lehrpersonal
Weil gerade die Grippeschutzimpfung für Lehrer angeraten wird, wurde abermals eine große Dosis an Grippeimpfungen vorreserviert. „Die Impfbereitschaft schnellt in die Höhe, 45.000 von 130.000 Lehrern und anderen Angestellten im Schuldienst wollen sich impfen lassen“, so Faßmann. Die noch restlichen 10.000 Impfdosen will man kostenfrei Elementarpädagogen zur Verfügung stellen.


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