Regierung kündigt für Samstag Bekanntgabe neuer Corona-Maßnahmen an

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 29.10.2020 15:28 Uhr

WIEN/OÖ/NÖ. Die Bundesregierung ist heute nach Beratungen mit Experten zu den Spitalskapazitäten vor die Presse getreten. Erwartet wurde, dass hier bereits neue Corona-Maßnahmen bekannt gegeben werden. Diese folgen aber erst am Samstag, so Bundeskanzler Sebastian Kurz. Darauf eingestimmt wurde aber bereits.

Welche Maßnahmen das sein könnten – etwa wie heute in verschiedenen Medien schon gemutmaßt eine nächtliche Ausgangssperre - wurde heute noch nicht gesagt. Es gäbe zuvor noch Gespräche mit den Sozialpartnern und den Landeshauptleuten, so Kurz. Gesundheitsminister Anschober ergänzt: „Wir gehen davon aus, dass die aktuellen Maßnahmen nicht reichen werden, und dass wir deutlich nachjustieren müssen.“ Man sei in einer Phase, wo massiv gegengesteuert werden müsse, so Kurz.

Kritische Situation in Spitälern: Schwellenwert 6.000 Neuinfektionen.

„Wir befinden uns derzeit in einer intensiven zweiten Welle in ganz Europa. Mit heute 4.500 Neuinfektionen in Österreich hat sich das Wachstum innerhalb von einer Woche verdoppelt. Wir haben ein top ausgestattetes Gesundheitssystem, aber auch in Österreich sind die Kapazitäten begrenzt. Ich weiß, wir haben viele Infizierte mit keinen oder ganz milden Symptomen, aber auch einen gewissen Prozentsatz mit schwerem Verlauf“, so der Bundeskanzler.

Bei einer Zahl von rund 6.000 Neuinfektionen pro Tag sei der Zeitpunkt erreicht, wo die Intensivkapazitäten in Österreich überfordert würden. Sollten täglich so viele Neuinfektionen dazukommen, über mehrere Tage und Wochen hinweg, würde das zu einer Überlastung kommen. „Das heißt, dass dann nicht nur geplante Operationen verschoben werden müssen, sondern im Extremfall Ärzte auch entscheiden müssen, wer behandelt wird und wer nicht“, findet Kurz klare Worte. „Das werden wir aber nicht zulassen. Wir werden nicht zulassen, dass Ärzte entscheiden müssen, wer leben darf und wer sterben muss. Wir werden es auch nicht zulassen, das Patienten in Spitälern außerhalb Österreichs behandelt werden müssen.“

Klaus Markstaller, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin, warnt: „Wir leben in einem der besten Gesundheitssysteme weltweit. Wir sind es gewohnt, für potenzielle Patienten das individuell bestmögliche machen zu können. Würde das Intensivsystem an die Grenzen gebracht werden, wären wir dazu nicht mehr in der Lage.“ Eine Erweiterung der Kapazitäten ist laut Markstaller kurzfristig nicht möglich.

Prognose: 5.800 Neuinfektionen Ende nächster Woche

Laut aktuellen Prognosen sei davon auszugehen, dass es bis Ende nächster Woche zu Steigerungen auf bis zu 5.800 Fällen pro Tag komme in Österreich, „das sind hochproblematische Dimensionen“, so Anschober. „Bei Fortsetzung des Trends komme es zu einer Überschreitung der Kapazitätsgrenzen in den Spitälern Mitte bis Ende November.“

Herwig Osterkorn, Leiter der Gesundheit Österreich, verdeutlicht: „Von etwa 100 Neuerkrankten landet etwa eine Person binnen fünf bis sieben Tagen im Spital und muss intensiv betreut werden. Die letzte Zeit war das sehr konstant. Im Schnitt liegt eine Person 12,5 Tage auf der Intensivstation versorgt.“

Aktuell werden 248 Personen in Österreich intensivmedizinisch betreut - zum Vergleich. Im Frühling lag der Maximalwert bei 268. „Damals ist das aber aufgrund der Maßnahmen sehr schnell heruntergegangen. Das ist ein Vergleich, der besorgt. Es ist nicht davon auszugehen, dass ein Endpunkt gefunden ist, sondern er herrscht gewaltige Dynamik gerade europaweit“, so Anschober.

Besorgt zeigt sich Anschober auch, weil sich die Altersstruktur bei den Covid-19-Infizierten wieder nach hinten verschiebe. „Die Über-85-Jährigen sind mittlerweile die zweitgrößte betroffene Gruppe, nach den 15- bis 24-Jährigen. Das wirkt sich doppelt aus.„

Allerheiligen: Appell

Kurz wiederholt seinen Appell, zu Allerheiligen auf Familientreffen zu verzichten, keine Halloweenpartys zu feiern. “Wir wissen, wo sich die Menschen anstecken – je mehr wir die Kontakte reduzieren, desto besser ist das. Das galt gestern, heute und auch die nächsten Wochen.„

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