Autorin Mathilde Schwabeneder präsentiert neues Buch über die Rolle der Frauen in der Mafia

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Thomas Lettner Tips Redaktion Thomas Lettner, 11.11.2020 11:43 Uhr

LINZ. Im Kepler Salon stellte die Autorin und ehemalige Italien-Korrespondentin des ORF Mathilde Schwabeneder ihr neues Buch „Sie packen aus – Frauen im Kampf gegen die Mafia“ vor und diskutierte mit der deutsch-italienischen Politikerin Laura Garavini über die Rolle der Frauen in der Mafia.

Schon in ihrem 2014 erschienenen Buch „Die Stunde der Patinnen – Frauen an der Spitze des Mafia-Clans“ ging Mathilde Schwabeneder, die in Wien und im Bezirk Linz-Land lebt, auf das Thema Frauen in den Mafien ein. „Die Mafia als auch die Anti-Mafia-Bewegung in Italien war lange männlich geprägt. Ich habe viele Jahre in Italien gelebt, wo man um das Thema Mafia nicht umhin kommt. Dabei fiel mir auf, dass auch sehr viele Frauen auf beiden Seiten miteingebunden sind“, berichtet Schwabeneder.

Neun Frauen interviewt

Für ihr neues Buch hat Schwabeneder neun Frauen – darunter Journalistinnen, Politikerinnen, Justiz-Kollaborateurinnen oder Ehefrauen von Mafia-Paten - porträtiert. Den Anstoß für das Buch gab Laura Garavini, die 2007, nachdem in Duisburg der Mafia-Clan „Ndrangheta“ sechs Landsleute ermordete, mit italienischen Gastronomen in Berlin die Initiative „Mafia? Nein danke!“ gründete.

Mafien auch in Österreich aktiv

Die Mafien, so Garavini, seien schon lange kein rein italienisches Problem mehr, sondern ein internationales. Auch die Anti-Mafia-Bewegung müsse daher international werden. In Österreich sind die Mafien besonders in den Bereichen Immobilien, Tourismus und Glücksspiel aktiv. „Die Politik muss daher die Mafia bekämpfen und ihre Geldflüsse zerstören. Auch die Zivilbevölkerung kann einen wichtigen Beitrag leisten“, meint sie. Während in Italien strenge Gesetze geschafft wurden, fehle es zwischenstaatlich jedoch an einheitlichen Gesetzen.

Mafien profitieren von Corona

Die Wirtschaft muss während der Corona-Zeit Einbußen hinnehmen, die Mafien allerdings profitieren davon. „Es besteht die Gefahr, dass Mafien Geld von öffentlichen Mitteln abzweigen, billige Kredite vergeben und Wucherzinsen verlangen oder – wie es in Italien der Fall ist – Geld in die Rettung maroder Firmen oder in Sozialprojekte investieren, um sich das Wohlwollen der Bevölkerung zu erkaufen“, so Schwabeneder.

Ausstieg für Frauen schwierig

Die Mafien, so Schwabeneder, sind in Italien in der Gesellschaft stark verankert. Clans wie die „Ndrangheta, die Cosa Nostra, die Camorra oder die Sacra Corona Unita bilden einen Staat im Staat mit pseudo-religiösen Inhalten. Für Frauen ist der Ausstieg – falls gewünscht - daher sehr schwierig. Oft gelinge er nur durch Verhaftung oder durch die Androhung, den Frauen die Kinder wegzunehmen. Jedoch gibt es auch die Kehrseite - beispielsweise Frauen, die die eigenen Kinder ermorden lassen, wenn sie aus dem Clan aussteigen wollen, oder die nach der Verhaftung oder Ermordung eines Mafia-Paten selbst die Nachfolge antreten.

 

 

 

 

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