Südafrika-Mutation: Ausreise aus Tirol nur mit negativem Test
OÖ/NÖ/TIROL. Wer künftig aus Tirol ausreisen will, muss einen negativen Covid-Test vorlegen. Von Reisen nach und aus Tirol wird generell abgeraten, aufgrund der Ausbreitung der südafrikanischen Virus-Variante. Die Bundesregierung hat die Maßnahmen am Dienstag angekündigt, sie gelten ab Freitag. Die Lage in Österreich ist aktuell „sehr stabil“.

Begründet werden die Maßnahmen von Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudi Anschober mit der Ausbreitung der Virusvarianten B 1.351 (Südafrika) und B.1.1.7 (Großbritannien), insbesondere die Südafrika-Variante bereite Sorgen. Vor allem dem AstraZeneca-Impfstoff, der für große Teile der Bevölkerung gedacht ist, wird bei der Südafrika-Variante eine deutlich geringere Wirksamkeit nachgesagt. Es müsse daher alles getan werden, um die Ausbreitung dieser Variante zumindest zu verlangsamen.
Mit Stand 8. Februar gab es laut AGES in Tirol 163 bestätigte Fälle der Südafrika-Variante, vereinzelte Fälle sind in der Steiermark und Wien aufgetaucht.
Osttirol ausgenommen
In Absprache mit Tiroler Landesregierung gilt ab Freitag daher für die Ausreise aus Tirol ein verpflichtender negativer Covid-Test, nicht älter als 48 Stunden. Ausgenommen ist Osttirol. Auch Kinder brauchen keinen Test.
„Es ist entscheidend, die Mobilität aus und nach Tirol einzuschränken“, so Kurz, „von Reisen aus und nach Tirol wird derzeit abgeraten.“ Kontrolliert wird laut Innenminister Karl Nehamer von der Polizei an den Grenzen, auch das Bundesheer wird aktiviert.
„Niemand schuld“
Kurz hält auch fest: „Niemand ist schuld daran, dass es die Mutationen gibt, niemand kann sich aussuchen, mit welcher Mutation er zu kämpfen hat.“ Aber wenn es nicht gelinge, die Ausbreitung einzudämmen, habe das massive Auswirkungen auf die Gesundheit, weil Teile des Impfstoffs zu wenig Wirkung haben, „das bedeute auch eine spätere Rückkehr zur Normalität, das kann sich um Monate verzögern und das wollen wir nicht.“
Es sei keine Schuld-, sondern eine Sachfrage: Tirol liege bei der 7-Tage-Inzidenz zum Beispiel unter dem bundesweiten Schnitt und besser als einige andere Bundesländer, „aber dort ist aktuell der größte Ausbruch der Südafrika-Mutationen, daher muss er bekämpft werden.“
Lage in Österreich „sehr stabil“
Minister Anschober ging auch auf die aktuelle Lage in Österreich ein – diese sei sehr stabil. Die Folgewirkungen des Lockdowns würden noch über zehn, zwölf Tage zu spüren sein.
Die Zahl der aktiven Fälle geht aktuell zurück, stabil sei auch die Zahl der Hospitalisierungen und der Todesfälle, erfreulich sei, dass die Zahl der Todesfälle in den Alten und Pflegeheimen deutlich abnehme. Bei der 7-Tage-Inzidenz liegt Österreich am 9. Februar bei 101, zum Vergleich: Oberösterreich bei 83,2, Niederösterreich bei 108,7 Tirol bei 84,7.
Je stärker sich aber nun die Mutationen durchsetzen würden, desto stärker würde aufgrund des erhöhten Ansteckungsrisikos der Reproduktionsfaktor und damit die Zahl der Neuinfektionen steigen, so Anschober. „Wir wissen aus Wissenschaft und Prognoseberechnungen, dass es eine Verdrängung gibt, die Mutationen setzten sich schrittweise durch, auf Kosten des herkömmlichen Stamms.“ Großes Fragezeichen sei eben der Impfschutz bei der Südafrika-Variante, das stelle die Perspektive infrage.


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