Kritische Lage auf Intensivstationen im Osten: Oberösterreich hilft aus

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 07.04.2021 13:48 Uhr

OÖ/NÖ. Die Lage auf den Intensivstationen in Oberösterreich zeigt sich mit einer Belegung bei um die 70 Patienten die letzten Tage aktuell stabil, Oberösterreich hat mit Stand 7. April insgesamt acht Patienten aus Niederösterreich und Wien aufgenommen, wo die Situation derzeit weitaus kritischer ist.

Neben den Beschlüssen zur Verlängerung des Lockdowns in Ost-Österreich und der ansonsten weiteren Regionalisierung der Covid-Maßnahmen gab es beim Covid-Gipfel auf Bundesebene am Dienstag auch ein weiteres „Bekenntnis zur Solidarität“ bei der Aufnahme von Intensivpatienten über Bundesländergrenzen hinweg. Oberösterreich, Steiermark und Kärnten haben sich bereit erklärt, Patienten aus Ländern mit kritischer Situation aufzunehmen.

Acht Patienten aufgenommen

Was Oberösterreich auch bereits seit mehreren Tagen macht. Mit Stand 7. April, 12 Uhr befinden sich in Oberösterreich 259 Patienten auf einer Normalstation wegen Covid-19 in Behandlung, 72 Patienten in Oberösterreich müssen aufgrund einer Corona-Erkrankung intensivmedizinisch betreut werden.

Knapp über zehn Prozent dieser Patienten stammen nicht aus Oberösterreich. So befinden sich derzeit sieben Intensivpatienten aus Niederösterreich und ein Intensivpatient aus Wien in Oberösterreich in Behandlung.

Gerade in Wien und Niederösterreich ist die Lage aktuell besonders kritisch. In Wien werden mit Stand 7. April 224 Patienten intensiv betreut, im Herbst lag hier der Höchststand bei 162 Intensivpatienten. In Niederösterreich liegt die Zahl mit 7. April bei 123, Höchststand im Herbst war bei 115.

Zum Vergleich: Im Herbst mussten in Oberösterreich mehr als doppelt soviel Patienten intensiv betreut werden wie aktuell, den Höchststand gab es Anfang Dezember 2020 mit 152 Intensivpatienten.

Aktuelle Situation in OÖ wird mitberücksichtigt

„Bisher erfolgten die Aufnahmen von Intensivpatienten problemlos durch die Kontaktaufnahme der jeweiligen Bundesländer mit der oö. Intensivbettenkoordination. In Abstimmung zwischen dem oö. Intensivbettenkoordinator Jens Meier und dem OÖ Krisenstab werden dann die Patienten-Übernahmen beschlossen“, heißt es aus dem Krisenstab des Landes OÖ auf Tips-Nachfrage zum Ablauf der Aufnahme von Patienten aus anderen Bundesländern. Natürlich werde bei diesen Planungen auch immer die aktuelle Lage in Oberösterreich selbst mitberücksichtigt – sowohl die aktuelle Bettenbelegung als auch die Prognoseberechnungen.

So könne auch nicht pauschal beantwortet werden, ob noch weitere Patienten aus anderen Bundesländern aufgenommen werden. „Sollte es zu Anfragen aus anderen Bundesländern kommen, wird die gesamte Situation analysiert und berücksichtigt.“

Stabile Lage auf hohem Niveau 

In Oberösterreich ist die Lage auf den Intensivstationen weiter angespannt, „allerdings im Vergleich zu anderen Bundesländern stabil - wenn auch auf hohem Niveau“. In den letzten Tagen hat sich die Zahl bei rund 70 eingependelt.

Die Kapazitäten werden in OÖ auf „Stufe 3“ gehalten, das bedeutet, dass 103 Intensivbetten für Covid-19-Patienten und 147 Intensivbetten für andere Krankheitsbilder betrieben werden. Auf den Normalstationen stehen 400 Betten für Covid-Patienten zur Verfügung.

Mit Anfang April waren etwa 45 Prozent der Corona-Intensivpatienten in Oberösterreich Personen zwischen 65 und 75 Jahren - Tips hat berichtet.

Stelzer: Mit aktuellen Rahmenbedingungen weitermachen

Am Rande einer Pressekonferenz verwies Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer am Mittwoch ebenfalls auf den Covid-Gipfel am Dienstag: „Seit der gestrigen Runde ist klar, das wir darauf setzen und hoffen, in den nächsten Wochen mit den aktuellen Rahmenbedingungen weiterleben und weitermachen können - das wir auf keine schärferen Maßnahmen und schon gar keinen Lockdown setzen müssen. Die gesundheitliche Lage erlaubt uns das, und aus heutiger Sicht können wir das schaffen.“

 

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