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LINZ/TRAUN/WELS/STEYR/SCHLÄGL. Am Freitag, 30. April 2021, ist Tag der Arbeitslosen. Anlässlich dazu wurden verschiedene Aktivitäten in Oberösterreich wie eine Kundgebung und Lesung am Martin Luther-Platz in Linz oder eine Sammlung von Botschaften in Wels durchgeführt.

  1 / 3   Am Freitag, 30. April 2021, ist Tag der Arbeitslosen. Anlässlich dazu wurden in Oberösterreich verschiedene Aktivitäten durchgeführt (Symbolbild). (Foto: Dragana Gordic/Shutterstock)

Der Tag der Arbeitslosen weist österreichweit auf die Anliegen von Menschen ohne Erwerbsarbeit hin. Mit Beginn des Monats April waren in Oberösterreich fast 40.000 Menschen ohne Job, davon 13.500 Personen langzeitarbeitslos. „Die Corona-Krise macht diesen Tag der Arbeitslosen einerseits zu einem fatalen Lagebericht und anderseits zum Arbeitsauftrag an die Politik. Trotz zarter Verbesserungen sind die Arbeitslosenzahlen weiter historisch hoch und viele Betroffene unter größtem Druck. Dass vor allem die Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit die größten Herausforderungen darstellen, ist weithin bekannt. Umso wichtiger ist es, dass die verantwortliche Politik endlich die richtigen Antworten und Rezepte findet. Einiges ist am Weg, viel mehr noch ist ungeklärt, ausgespart und ungenutzt. Die Betroffenen brauchen Jobs und Perspektiven. Das alleine zählt“, hält die Grüne Arbeitsmarktsprecherin Ulrike Schwarz in einer Aussendung fest.

„Arbeitslosigkeit ist kein individuelles Problem“

Einrichtungen der Diözese Linz wie die Bischöfliche Arbeitslosenstiftung, Betriebsseelsorge und die Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung organisieren seit Jahren Informationsveranstaltungen und Aktionen rund um den Tag der Arbeitslosen. Ziel ist es, über Arbeitslosigkeit zu informieren, aber auch zu einer Sensibilisierung der Bevölkerung beizutragen. In diesem Jahr wurden am 20. und 21. April Gespräche mit Politikern aller Parteien vor dem Linzer Landhaus geführt. Am Freitag, 30. April, folgten eine Kundgebung und Lesung in der Linzer Innenstadt. Bei dieser kamen unter anderem Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) und ÖGB Vorsitzender sowie Arbeiterkammer (AK) OÖ Präsident Johann Kalliauer zu Wort. Gerstorfer wies etwa darauf hin, dass Menschen aktuell drei Mal so lange eine neue Arbeitsstelle suchen würden als vor der Pandemie. Arbeitslosigkeit sei kein Schicksal, aber zermürbe Menschen. „Wenn jemand sagt, wer arbeitslos ist, ist selber schuld, ist das eine Missachtung der Menschenwürde und eine äußerst ignorante Formulierung. Denn vor eineinhalb Jahren ist in Oberösterreich die Arbeitslosigkeit von 30.000 auf 60.000 gestiegen. Wir dürfen deshalb nicht wegschauen. Wir dürfen deshalb nicht weghören. Es braucht eine gerechtere Verteilung der Arbeit für alle. Die Arbeitszeiten müssen verkürzt werden, damit alle Menschen, die eine Arbeit suchen, auch eine bekommen. Es darf nicht mehr ein Randthema sein, denn arbeitslose Menschen sind nicht selbst schuld an ihrer Situation. Sie dürfen sich nicht als Bittsteller fühlen, wenn sie um ihre Rechte kämpfen“, meint Kalliauer.

Dass die Gründe für Arbeitslosigkeit meist nichts mit der betroffenen Person zu tun hätten, sagt auch die Bischöfliche Arbeitslosenstiftung. Konzernentscheidungen wie bei MAN oder Geschäftsschließungen im vergangenen Jahr würden dies verdeutlichen. Äußere Umstände seien genauso wenig beeinflussbar wie individuelle Faktoren, etwa das Alter, aber auch Erkrankungen oder Betreuungspflichten. Arbeitslosigkeit sei kein individuelles Problem und könne jeden treffen. „Diese Krise muss ein Anstoß für mutige Reformen sein, die mehr als die Folgen der Pandemie reparieren. Die Arbeitslosigkeit auf ein unvermeidbares Ausmaß (friktionell, saisonal) zu reduzieren, muss das Ziel sein. Es ist nötig, allen Menschen Perspektiven und einen Zugang zu einem passenden Arbeitsplatz zu bieten, damit sie eigenständig ihre Existenz sichern können“, fordert Christian Winkler von der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung.

Regionale Aktionen

Die Einrichtungen der Diözese Linz führten außerhalb von Linz auch in Wels, Steyr und Traun regionale Aktionen durch. So sammelte der Treffpunkt mensch & arbeit Wels ermutigende Botschaften, die an arbeitssuchende Menschen verteilt wurden. Darauf war zum Beispiel zu lesen „Ich bin solidarisch mit allen, die die Arbeit verloren haben und trete dafür ein, dass das Arbeitslosen-Geld erhöht wird und Mieten leistbar bleiben“. Die Steyrer Initiative stellte Sammelboxen für Mutmach-Botschaften auf und verteilte diese ebenfalls. Der Treffpunkt in Nettingsdorf wies mit Schaufenster-Plakataktionen in Geschäften in Traun auf den Tag der Arbeitslosen hin. In Rohrbach wurde ein Fokus auf Jugendliche gesetzt. Am Abend des 1. Mai wird in Schlägl eine Jugendmesse im Freien abgehalten.

In der Veranstaltergemeinschaft zum Tag der Arbeitslosen sind arbeitslos.selbstermächtigt, Auge/Ug - Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen, die Bischöfliche Arbeitslosenstiftung, Katholische Jugend OÖ, Katholische ArbeiterInnenbewegung OÖ, migrare, ÖGB OÖ - Themenforum Arbeitslosigkeit, Solidarwerkstatt, Sozialplattform OÖ und der VSG - Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte.


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