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LINZ. Ehrenamtliches Engagement kann ganz unterschiedlich aussehen und ist auch in Zeiten der Corona-Pandemie erlaubt. Eine Möglichkeit bietet der Linzer Verein Zu-Flucht, der 2015 gegründet wurde und geflüchtete Menschen unterstützt. Tips hat sich mit Obfrau Barbara Mitterndorfer-Ehrenfellner unterhalten.

Der Linzer Verein Zu-Flucht bietet derzeit einen Führerschein-Vorbereitungskurs für geflüchtete Frauen an. (Foto: Verein Zu-Flucht)

Begonnen hat die Geschichte des Vereins damit, dass 20 syrische Männer in zwei Wohngruppen in St. Isidor in Leonding zogen. Die Geschäftsführung suchte Personen, die den Männern Deutschkurse anbieten und sie im alltäglichen Leben begleiten. Barbara und Kurt Mitterndorfer, welche in ihrer Freizeit die Betreuung von zehn syrischen Männern übernahmen, bauten ihre Arbeit zunehmend aus. So wurde ein Kost-Nix-Laden eröffnet, der mittlerweile im BBRZ (Berufliches Bildungs-, und Rehabilitationszentrum, Anm.) Linz untergebracht ist. Alle zwei Wochen können sich Geflüchtete kostenlos Dinge des täglichen Bedarfs wie Kleidung oder Geschirr holen. Dabei handelt es sich um Sachspenden, die ehrenamtliche Mitarbeitende aufbereiten. Darüber hinaus bietet der Verein viele weitere Aktivitäten wie Sprachkurse, Schwimmkurse, Workshops oder die Begleitung und Unterstützung geflüchteter Menschen bei Amtswegen an.

Vom Führerschein-Vorbereitungskurs bis zum Buddy

Ziel ist es, geflüchtete Menschen so zu unterstützen, dass sie ihr Leben in Österreich gut leben können, sagt Barbara Mitterndorfer-Ehrenfellner. Aktuell besteht der Vorstand des Vereins aus 15 ehrenamtlichen Personen, Männer und Frauen halten sich die Waage. Anders sieht es bei den weiteren Freiwilligen aus, die im Verein mitwirken. Diese sind überwiegend weiblich. „Ich engagiere mich sehr für Frauen. Die Männer würden aber auch etwas brauchen. Die sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Wenn wir da jemand hätten, der vielleicht auch sportlich ist, wäre uns sehr geholfen“, schildert Mitterndorfer-Ehrenfellner. Ein aktuelles Projekt ist der Vorbereitungskurs für den Führerschein für Frauen. Da viele Frauen in ihrem Herkunftsland noch nie mit einem Auto gefahren sind und Angst davor hätten, wurde ein entsprechender Kurs gestartet. Er soll auf den eigentlichen Führerscheinkurs vorbereiten. Drei ehrenamtliche Frauen unterstützen hier einmal wöchentlich für zwei Stunden fünf geflüchtete Frauen. Diese seien voller Eifer dabei und möchten im Sommer mit dem Führerscheinkurs beginnen.

Auch bei weiteren Projekten wie Deutschkursen sei es gut, zwei Stunden pro Woche Zeit zu haben. Manchmal brauche es auch drei bis vier Stunden in einer Woche. Dafür sei es anschließend eine Weile ruhig, meint Mitterndorfer-Ehrenfellner. Freiwilliges Engagement ist zudem beim Sprachcafé und als Buddy, sprich Begleiter für geflüchtete Menschen möglich. Dazu zählen zum Beispiel die Unterstützung bei Amtswegen oder eine gemeinsame Freizeitaktivität. „Es können auch eigene Ideen eingebracht werden. Interessierte können mich gerne kontaktieren. Dann erzähle ich ihnen mehr über den Verein“, meint die Obfrau. Sie ist telefonisch unter 0699/11033037 sowie per E-Mail zu erreichen. Bestimmte Voraussetzungen, um sich beim Verein Zu-Flucht zu engagieren, gebe es nicht. Freiwillige sollten Dinge gut organisieren können und sich etwas zutrauen.

Verständigung mit Deutsch oder Händen und Füßen

Wie die sprachliche Verständigung mit den geflüchteten Menschen klappt? Die meisten Familien sind seit fünf bis sechs Jahren in Österreich und können Deutsch, wobei langsam und deutlich mit ihnen gesprochen werden soll. Andernfalls werde auf eine Kommunikation mit Händen und Füßen, aber auch Dolmetscher gesetzt.

Hier geht es zur Webseite des Vereins. Tips hat vor kurzem weitere Linzer Vereine und Initiativen vorgestellt, bei denen sich Freiwillige engagieren können. Falls sich jemand nicht sicher ist, welches Projekt zu ihm passt, lässt sich beim Unabhängigen Landesfreiwilligenzentrum (Ulf) ein Profil erstellen. Ansprechperson ist Tina Roth: E-Mail, Telefon: 0664/883 633 71.

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