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Weltbodentag: Kaineder sieht in OÖ "Flächenfraß", Achleitner hingegen sorgsamen Umgang

Yannik Bogensperger, 05.12.2021 16:33

OÖ. Viele Menschen haben das Gefühl, dass immer mehr Fläche verbaut wird. Doch ist das wirklich so? Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner sehen das unterschiedlich.

Markus Achleitner betont die Wichtigkeit der neuen Raumordnungsstrategie in Oberösterreich. (Foto: Land OÖ/Sabrina Liedl,)

Der Weltbodentag wurde erstmals am 5. Dezember 2002 von der Internationalen Bodenkundlichen Union (IUSS) ins Leben gerufen, um auf die große Bedeutung des Bodens aufmerksam zu machen. Denn: Schließlich handelt es sich bei selbigem um die Wichtigkeit eines sparsamen Umgangs mit dieser endlichen Ressource

Kaineder sieht Bodenverlust in OÖ auf „dramatisch hohem Niveau“

In Oberösterreich bleibe der Verlust der wertvollen Böden auf dramatisch hohem Niveau. So würden immer mehr Ackerflächen zu Bauland, betont Umweltlandesrat Kaineder. „Von den täglich verbauten Bodenflächen wird knapp die Hälfte versiegelt, wodurch Oberösterreich damit aktuell bei über 300 Quadratmetern versiegelter Fläche pro Einwohner liegt. Mit dem Raubbau an unseren besten Böden gefährden wir unsere Ernährungssicherheit, denn bereits jede dritte in Österreich konsumierte Kalorie ist importiert. Mit 11,5 Hektar täglich verbraucht Österreich pro Kopf doppelt so viel Boden wie Deutschland“, zeigt sich Landesrat Kaineder besorgt.

„Flächenfraß stoppen“

„Mein Ziel ist es, in Oberösterreich sprichwörtlich Boden gut zu machen. Wir müssen einerseits den grassierenden Flächenfraß stoppen und andererseits unsere Böden gesund halten. Denn wir und auch unsere Kinder brauchen gute Böden für regionale Nahrungsmittel, als dezentraler Wasserrückhalt zur Hochwasservorsorge oder auch als Filter für sauberes Trinkwasser. Der Aspekt des Bodenschutzes muss daher auch etwa bei Autobahn- und Straßenneubauten einen viel größeren Stellenwert bekommen“, so Umweltlandesrat Stefan Kaineder.

Wirtschaftslandesrat Achleitner sieht OÖ auf einem guten Weg  

„Der sorgsame Umgang mit unseren wertvollen Ressourcen ist ein zentrales Ziel der OÖ. Raumordnungsstrategie und unseres neuen OÖ. Raumordnungsgesetzes. Mit diesen beiden Grundlagen schützen wir unseren Boden, ermöglichen aber auch - dort wo es sinnvoll ist - etwa jungen Familien sich Wohnraum und ein Zuhause zu schaffen oder Betrieben sich anzusiedeln und für Arbeitsplätze in den Regionen unseres Landes zu sorgen“, betont Wirtschafts- und Raumordnungs-Landesrat Markus Achleitner.

Achleitner betont Interessensausgleich

Außerdem sei Raumordnungspolitik immer ein Interessensausgleich zwischen dem Bewahren unserer Lebensgrundlagen und dem Ermöglichen von Zukunftschancen. „Deshalb haben wir in zwei Jahren Arbeit mit Expertinnen und Experten der Abteilungen des Landes OÖ und allen im Landtag vertretenen Parteien hier mit der OÖ. Raumordnungstrategie #upperREGION 2030 die bestmögliche Grundlage erarbeitet. Die gesetzlichen Regelungen wurden anschließend im neuen OÖ. Raumordnungsgesetz verankert - zum Schutz unserer Umwelt und für Zukunftschancen für die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher“, beschreibt Landesrat Achleitner die Ziele und Grundsätze des OÖ. Raumordnungsgesetzes sowie die Zielrichtung der OÖ. Raumordnungsstrategie.

Aktuell sind in Oberösterreich 91 Prozent der Landesfläche als landwirtschaftliches Grünland, Wald oder Sondergebiete im Grünland (z.B. Parks und Erholungsgebiete) gewidmet, zwei Prozent der der Gewässer, zwei Prozent der Anteil der Verkehrsflächen und fünf Prozent der Anteil des Baulandes.

Oberösterreich liegt bei Baulandreserven unter dem Österreichschnitt

In den Gemeinden gelinge es, laufend Neuwidmungen einzusparen und dafür bestehende Baulandreserven zu aktivieren. So wurden landesweit 237 Hektar gewidmete aber unbebaute Fläche im vergangenen Jahr in Nutzung gebracht. Im 20-jährigen Langzeitvergleich zeigte sich bei den Baulandreserven ein Rückgang von 19.000 auf aktuell rund 11.500 Hektar, damit liegt Oberösterreich aktuell auch deutlich unter dem Österreichschnitt.


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