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LINZ/PUCHENAU. „Das Haus wird nicht unter Schutz gestellt“: Diese Antwort erhielt LinzPlus-Gemeinderat Lorenz Potocnik vom Bundesdenkmalamt in Oberösterreich auf seine Anfrage zur Zukunft des historisch wertvollen Gebäudes am Pöstlingberg. Potocnik fürchtet nun einen Abriss und Neubau von profitorientierten Anlage- und Luxuswohnungen auf dem Areal im beliebten Naherholungsgebiet.

  1 / 4   Die Villa Weinmeister wurde 1937-38 von Architekt Stephan Thiersch entworfen und errichtet. (Foto: Privat)

„Alarmiert durch den Leerstand habe ich am 23.November 2020 einen dringenden Brief an das Bundesdenkmalamt in OÖ, Frau Direktorin Petra Weiss geschrieben, sie möge ein Auge auf das schützenswerte Haus Weinmeister am Pöstlingberg, Hohe Straße 121 werfen. Nun, nach über einem Jahr und erneutem Nachhaken meinerseits die verheerende Nachricht: „Das Haus wird nicht unter Schutz gestellt“. Somit ist das Schicksal dieses wichtigen historischen Bauwerks mit seinen Kunstwerken im Inneren besiegelt: Abriss und Neubau von profitorientierten Anlage- und Luxuswohnungen“, beschreibt Lorenz Potocnik.

Verärgert legt der Gemeinderat und Stadtplaner nach: „Ich frage mich ernsthaft, wozu der Denkmalschutz eigentlich da ist, wenn er nicht im Stande ist, solche Bauwerke oder Siedlungen wie die Sintstraße zu schützen? Was ist insbesondere aus dem oö. Landeskonservatoriat, der oö Abteilung des BDA geworden?“

Betreffendes Haus im Jahr 1937 errichtet 

Die Villa Weinmeister wurde 1937-38 von Architekt Stephan Thiersch entworfen und errichtet. Im Inneren befinden sich Kunstwerke von Jucunda Wagner-Weinmeister, die sowohl die Holzdecke bemalt als auch die Kachelöfen gestaltet hat. Beides hat Eingang in die Datenbank des Stadtmuseums Nordico gefunden.

Das Haus steht (knapp) auf Puchenauer Gemeindegebiet.

„Nach dem Umknicken des Bundesdenkmalamts wird es nun Opfer von Investoren, die Pläne gibt es bereits, es ist wohl nur mehr eine Frage von Wochen oder Monaten bis die Bagger anrollen. Zum wiederholten Male fällt das oö Bundesdenkmalamt auf Druck von Investoren einfach um. Das lässt nichts Gutes für die Zukunft vermuten“, so Potocnik. „Die Linzer Geschichte und Bauobjekte, die diese Geschichte tragen brauchen einen verlässlichen Denkmalschutz, keine Institution, die sich den gierigen Verwertungsfantasien und kurzfristigen Profitinteressen beugt. Im konkreten Fall wäre sogar eine sanfte Nachverdichtung möglich gewesen, ein Abriss keinesfalls notwendig.“ 

Die Villa liegt an einem viel begangenen Wander- und Spazierweg im Naherholungsgebiet Pöstlingberg.


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