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Kepler Uniklinikum: Streik vom Tisch, gemeinsame Arbeit für Verbesserungen

Online Redaktion, 15.02.2023 17:53

LINZ. Nachdem die Belegschaftsvertreter des Linzer Kepler Uniklinikums (KUK) Ende Jänner mit Streik gedroht hatten - Tips hat berichtet - ist ein solcher vorerst vom Tisch: Mit Mittwoch, 15. Februar, haben gemeinsame Beratungen von Führung und Zentralbetriebsrat begonnen, um die Situation für die Mitarbeiter zu entschärfen. Erste Zwischenergebnisse werden im April/Mai erwartet, bis zum Sommer sollen die Gespräche samt konkreten Ergebnissen dann abgeschlossen sein.

  1 / 2   Wollen für die Entlastung des Personals gemeinsam an einem Strang ziehen: Christian Schulz, Helmut Freudenthaler, Branko Novakovic, Franz Harnoncourt, Simone Pammer und Günther Dorfinger (Foto: KUK)

Im Abstand von zwei Wochen wollen sich Geschäftsführung, Kollegiale Führung und der Zentralbetriebsrat über die bereits getroffenen und weitere konkrete Maßnahmen beraten. Diese sollen rasch spürbar sein und die Situation für die Mitarbeiter verbessern.

Ausgangspunkt sind einerseits die Ergebnisse und Ableitungen aus der Mitarbeiterbefragung, welche die Geschäftsführung der OÖ. Gesundheitsholding (OÖG) durchgeführt hat. Sowie andererseits die vom Betriebsrat im Rahmen von Betriebsversammlungen erarbeiteten Forderungen und Schwerpunkte der Mitarbeiter.

„Der Auftakt unserer Verhandlungen war geprägt von einem gemeinsamen Ziel: die Arbeitssituation für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kepler Universitätsklinikum weiter und nachhaltig zu verbessern. Ich freue mich über das konstruktive Gesprächsklima dieser ersten Verhandlungsrunde“, sagt der Geschäftsführer des Kepler Universitätsklinikums Franz Harnoncourt.

Anpassung der Entlohnung, leistbare Kinderbetreuung, verbesserte Kommunikation

Die Bandbreite der Themen geht von Anpassungen der Entlohnungssysteme und mehr Personal, über umfassende organisatorische Maßnahmen und Möglichkeiten zur Weiterbildung bis zu leistbarer Kinderbetreuung oder Parkplätzen und E-Bikes. Der Fokus soll dabei auf Maßnahmen gelegt werden, welche hausintern lösbar sind bzw. gegebenenfalls auf Ebene der Gesundheitsholding weiter behandelt und gelöst werden.

Weiters geht es auch darum, zwischen Geschäftsführung/Kollegialer Führung und den Betriebsräten Vertrauen aufzubauen, die Sichtweisen anzugleichen und die Kommunikation zu verbessern.

„Der erste Schritt, die Notwendigkeit einer nachhaltigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Kepler Universitätsklinikum außer Streit zu stellen, ist mit dem Beginn der Verhandlungen erfolgt. Das ist aus unserer Sicht, nach sehr langer Zeit der Konfrontation, ein gutes Zeichen“, erklärt Branko Novakovic, Zentralbetriebsratsvorsitzender des Kepler Universitätsklinikums.

Erste Lösungen bereits umgesetzt

Bereits im ersten Gespräch konnten getroffene Maßnahmen bekräftigt und erste Verbesserungen festgestellt werden, da einige Punkte bereits umgesetzt werden konnten:

So wurden erste Angebote an Bewerber sowie bestehende Mitarbeiter über Höherqualifizierungsmöglichkeiten während des Dienstverhältnisses unter Entgeltfortzahlung ausgeschrieben bzw. geschaffen; etwa zur Pflege(Fach)Assistenz und in Medizinischen Assistenzberufen (Ordinationsassistenz, Laborassistenz, Röntgenassistenz, ...). Erste Kurse zur Verbesserung der Sprachkenntnisse für Mitarbeiter mit Migrationshintergrund werden bereits angeboten. Die Parkplatzvergabe in der Mitarbeiter-Garage wurde bedarfsgerechter und treffsicherer gestaltet. Die E-Bike-Flotte wurde um drei Fahrräder aufgestockt.

Für noch offene Punkte sollen in strukturierten und auch extern moderierten Verhandlungen Lösungen erarbeitet werden. Dies betrifft etwa Themen wie höhere Bezahlungen, wenn Zusatzqualifikationen erworben werden, eine flexiblere Anrechnung von Vordienstzeiten oder die Angleichung von Einstufungen.

Abgeschlossen werden sollen die Verhandlungen samt konkreten Maßnahmen bis zum Sommer 2023. Erste Zwischenergebnisse sollen im April/Mai 2023 vorliegen und auch umgesetzt werden.

Alternativen zum Medizinstudium forcieren

Ein aktueller Vorschlag des Betriebsrates soll jedenfalls so rasch wie möglich umgesetzt werden: Angehende Studierende, denen es nicht gelungen ist, einen Platz für ein Medizinstudium zu erhalten, sollen für andere Berufsfelder und Ausbildungen im Gesundheitsbereich gewonnen werden, von denen die OÖ Gesundheitsholding mit ihrem Tochterunternehmen FH Gesundheitsberufe OÖ und den Gesundheits- und Krankenpflegeschulen an allen neun Klinik-Standorten ein breites Spektrum anbieten kann.


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