Ausstellung "Linzer Bau-, Verkehrs-, und Umweltsünden" geht in die dritte Runde
LINZ. In die nächste Runde geht die Ausstellung „Linzer Bau-, Verkehrs- und Umweltsünden“. Die „Arch Pro Linz“ und die Linzer Baumrettungsinitiative wollen damit informieren und „künftige Fehlplanungen“ stoppen. Zu sehen ist sie noch bis 7. April 2024 im Kino-Café Cinematograph.

Unterstützt wird die Ausstellung auch von den Initiativen „Verkehrswende jetzt!“ und „Linzer Grüngürtel schützen, jetzt“. Besichtigen können sie Interessierte Mittwoch bis Samstag, von jeweils 17 bis 19.30 Uhr. Jeden Donnerstag um 18.30 Uhr führt Architekt Günter Eberhardt durch die Ausstellung auf der Oberen Donaulände 51.
Kritik an Linzer Stadtplanung
Kritisiert wird vor allem die „fehlende unabhängige Stadtplanung und Transparenz“ in Linz. Die Stadt komme vor allem Investorenwünschen entgegen, fehlende Bebauungspläne würden dies ermöglichen. Oder man ändere diese auf Wunsch einfach um – als Beispiel dient hier das Hochhaus „Quadrill“. Die Bürgerinitiative „Tabakfabrik - wir reden mit“, in die auch Eberhardt involviert war, legte damals juristisch Beschwerde gegen den Baubescheid ein. Das Landesverwaltungsgericht wies diese als unbegründet ab, die Initiative zog bis vor den Verfassungsgerichtshof, der die Behandlung der Beschwerde jedoch ablehnte.
Ausstellung um aktuelle „Sünden“ ergänzt
Auch die Linzer Abriss- und Umwidmungspolitik, die A26-Westspange, der damit einhergehende Abriss der Häuserzeile in der Waldeggstraße, das WAG-Projekt Froschberg 2.0, die RLB-Zentrale in der Goethestraße und ein Bauprojekt in der Stockhofstraße werden thematisiert und scharf kritisiert. Aber auch Erfolge aus Sicht der Arch Pro sind Teil der Ausstellung - etwa, dass nach Drängen einer Anrainer-Initiative der „Weinturm“ in der Kaarstraße nicht als 25-stöckiges Hochhaus gebaut werden durfte. Gezeigt wird auch, welche Bäume nur dank der Baumrettungsinitiative noch in Linz stehen.
Forderungen an die Stadtpolitik
Aus Sicht der Arch Pro braucht Linz eine externe Planungsstabstelle, die unter Einbeziehung von Bürgern und Experten einen städtebaulichen Generalleitplan erstellt. Der müsse auch ein Generalverkehrskonzept und einen Generalgrünraumplan enthalten, das alles müsse transparent und ergebnisoffen erarbeitet werden. Wichtig sei, so Eberhardt, dass die Stadt die Vorgaben mache, nicht die Investoren. Auf Nachfrage, was er in diesem Fall von den angekündigten Neuplanungsgebieten am Freinberg und rund um die „Stefan Stubm“ hält, meint er: „Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung“.


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